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US Boy Mike Juritsch sorgt für “doppelte” Schlagzeilen

Nur noch fünf Tage, dann wird am ATP Centercourt in der Marxx-Halle der Sieger der 12. HTT Erste Ban...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 19.10.2026, 15:18 Uhr

Nur noch fünf Tage, dann wird am ATP Centercourt in der Marxx-Halle der Sieger der 12. HTT Erste Bank Open Auflage 2026 ermittelt, geehrt und gefeiert. Nach dem vergangenen Großkampf-Wochenende lichten sich die Reihen, kristallisieren sich die Favoriten auf den prestigeträchtigsten HTT 500er-Titel heraus, und sind auch schon reihenweise Träume vom ganz speziellen Auftritt in der Marxx-Halle geplatzt. Im Achtelfinale angekommen, zeigt sich die durchaus vorhandene Qualität des heurigen HTT Erste Bank Open Turniers, wo jedes einzelne der acht Matches in den vergangenen Monaten Finalcharakter auf HTT 500er-Ebene gehabt hätte. Wer aber von den letzten 16 hat das Zeug zum grroßen Coup, und wer trägt für den Rest der Woche die Bürde der Favoritenrolle? Ein Bericht von C.L

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Kelo ist wieder da, und “Fettnapf-Mike” mit Schuss in den Ofen

Zunächst einmal machen wir noch einen kurzen Rückblick auf das zurück liegende Wochenende, das durchaus wieder einige Aufreger zu bieten hatte. Unerwarteter Weise und durch die krankheitsbedingte Absage von Tobias Wenninger, ist das Thema “Pavel Kelo” wieder aufgepoppt. Ein 23jähriger Slowake mit Future-Erfahrung, den Hobby-Experte Mike Juritsch eine Woche zuvor nach zweifelhaften Recherchen als zu stark für die HTT betitelt aus der Tour raus reklamierte, tauchte am Sonntag plötzlich wie aus dem Nichts im HTT Erste Bank Open Tableau auf, und feierte mit gleich zwei Auftritten sein HTT Debüt. Juritsch, der übrigens unter Insidern bereits als “Fettnapf-Mike” gehandelt wird, musste am Sonntag mit seiner Einschätzung mächtig zurückrudern, um irgendwie gesichtswahrend aus dieser Geschichte zu kommen. Kelo stand nach seinem Auftaktsieg über den serbischen Qualifikanten Alex Jagodic, in Runde 2 der Nummer 2 des Turniers Rene Gräflinger gegenüber, und hatte viel “Dusel”, um sich nicht frühzeitig verabschieden zu müssen. Gleich vorweg also die klare Feststellung: Dieser Pavel Kelo passt optimal in die HTT. Die Panikmache von Mike Jurritsch war also nicht mehr als der sprichwörtliche, und bei seiner Expertise fast schon zu erwartende “Schuss in den Ofen”.

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Als bei 3:1 für Gräflinger im dritten Satz plötzlich die Lichter ausgehen, und für eine historische Niederlage des 41jährigen sorgen

“Normal muss ich dieses Match in zwei Sätzen gewinnen, zeigte sich der 2fache HTT US Open Sieger Rene Gräflinger nach dem knapp verlorenen Zweitrunden-Schlager unglücklich und unzufrieden zu gleich. Unzufrieden, weil der Kärntner einen schlechten Tag mit einer irren Eigenfehler-Quote erwischte, und trotzdem nahe dran am Sieg war. So lag der 41jährige im dritten und alles entscheidenden Satz mit 3:1 voran, als bei 30:30 die Licht-Automatik des UTC La Ville auf “Nachtbetrieb” schaltete, und in die Halle sämtliche Lichter ausgingen. Irritiert und genervt von dieser Situation waren in der Folge auch bei Gräflinger alle Lichter ausgegangen. “Das darf mir natürtich nicht passieren, aber es hat mich an einem Tag, an dem ich ohnehin nicht die richtige Einstellung und auch nicht die richtigen Rackets dabei hatte, außer Tritt gebracht. In jedem Fall passt der Pavel Kelo gut zur Tour, jegliche Sorgen und Bedenken waren unbegründet”, räumte der Ranglisten-Vierte aus Ferlach mit dem Thema Kelo endgültig auf. Was allerdings bleibt, ist das beinahe historische Ausmaß der Gräflinger-Niederlage. Das letzte Mal, dass sich Rene Gräflinger in einer Runde vor dem Achtelfinale sportlich einem Gegner beugen musste, liegt genau 10 Jahre zurück, und geschah kurioser Weise auch bei den HTT Erste Bank Open. 2016 in der Debüt-Saison des Kärntners, musste er sich in der zweiten Runde dem damals zweitgesetzten Serben Vladimir Vukicevic mit 3:6, 6:7 geschlagen geben. 2020 bei den HTT French Open verpasste Gräflinger ebenfalls das Achtelfinale, allerdings war er damals zur seinem Runde der letzten 16-Match gegen Kevin Köck nicht angetreten.

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Mike Juritsch spielt sich mit dem vielleicht besten Match seiner Karriere ins Achtelfinale der HTT Erste Bank Open

Für die zweite Top-Meldung des Sonntags sorgte dann übrigens ausgerechnet “Fettnapf-Mike”, der sich aus den Negativ-Schlagzeilen rund um seine brutale Fehleinschätzung in der Causa Kelo, mit einem sportlichen Befreiungsschlag rettete. Der US-Boy, bei den HTT Erste Bank Open an Position Nr. 6 gesetzt, hatte sich am Abend des dritten Spieltages mit dem äußerst spielstarken 20jährigen Youngster Luka Cordas auseinander zusetzen. Eine Konfrontation, in die Juritsch als Außenseiter startete, und nach nur 70 Minuten Spielzeit mit einem 6:2, 6:2 Erfolg als verdient gefeierter Held wieder raus ging. Davor hatte sich der 37jährige im vielleicht besten Match seiner HTT Karriere, mit Sicherheit aber in seinem besten Match 2026, mit einer beeindruckenden Vorstellung in Szene gesetzt. Juritsch hatte nach nervösem Beginn mit prompt kassiertem Break eine Topleistung abgerufen, und sich bei 2:2 mit vier Games am Stück den ersten Satz gesichert. Soweit die statistischen Zahlen, doch der grandiose Erfolg hatte natürlich Gründe. Mit giftigem Slice auf der Rückhand, extrem aggressiv und variantenreich eingesetzter Vorhand und einer ingesamt konstanten Performance, machte Juritsch in einer gallig geführten Partie die Tagesüberraschung perfekt. Denn auch im zweiten Satz ließ sich der US-Amerikaner nicht von einer kurzen Schwächephase aus der Ruhe bringen, und legte abermals vier Games am Stück zum finalen 6:2, 62 Erfolg hin. Das sein Gegner an diesem Tag mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, während der Partie schwitzend und frierend zugleich über den Platz lief, und nach dem Duell auf der Toilette sich schwer übergebend gefunden wurde, darf die Juritsch-Leistung aber nicht schmälern.

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Alle Titelfavoriten mit Nicolas Fares vorneweg, stehen nach souveränen Siegen in der Runde der letzten 16

“Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung, vorallem mit meiner Beinarbeit und dem Offensivspiel”, strahlte der Sieger, der aber auch die vielen Fehler seines Gegners als Mitgrund für den glasklaren Erfolg ins Treffen führte. “Ich habe natürlich von seinen vielen Doppel-, und Eigenfehlern profitiert. Aber ich habe ihn auch mit meinem konstanten und druckvollen Tennis ein Stück weit dazu gezwungen”, resümierte Juritsch, der mit dem Einzug des Achtelfinales aber noch nicht genug hat. Ich möchte schon das Finale hier erreichen”, erklärte der US Boy, der am Sonntag Abend eindrucksvoll bestätigte, ein Hallenspezialist zu sein, und der am Montag Abend mit Julian Jelinek die erste echte Bewährungsprobe vor der Brust haben wird. Was tat sich sonst noch am ersten HTT EBO-Weekend 2026? Die Nummer 1 Damian Roman deklassierte Serbiens Nachwuchshoffnung Jovan Stojanovic mit zwei Mal 6:1, feierte dabei selbst den 505. HTT Karriere-Einzelsieg, und offenbarte für Stojanovic und sein Team vor Ort mit Papa und Coach, dass noch viel Arbeit auf den Youngster wartet. Ohne Probleme haben auch die Herren Bigic, Katic, Breitenstein, Jelinek und Fares das Achtelfinale der HTT Erste Bank Open in jeweils zwei ungefährdet gewonnenen Sätzen erstürmt.

von Claus Lippert

Montag
19.10.2026, 14:19 Uhr
zuletzt bearbeitet: 19.10.2026, 15:18 Uhr