Angelique Kerber hat Olympia 2024 im Blick

Nach ihrer Babypause will Angelique Kerber so schnell wie möglich auf die Tennis-Tour zurückkehren. Das verriet die Porsche-Markenbotschafterin am Rande des Leipziger Opernballs im Interview mit dem Porsche Newsroom. Dabei hat sie vor allem ein Ziel im Blick: „Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris würde ich gerne noch einmal für Deutschland spielen.“

von PM
zuletzt bearbeitet: 27.09.2022, 10:39 Uhr

Angelique Kerber beim Besuch des Porsche-Werks in Leipzig
© Porsche
Angelique Kerber beim Besuch des Porsche-Werks in Leipzig

Angelique, Sie waren als Ehrengast beim Leipziger Opernball, wo Sie einen signalgelben Porsche Macan als Tombola-Hauptgewinn an die glückliche Gewinnerin übergeben haben. Wie war`s?

„Ich habe mich sehr gefreut, bei dieser wunderschönen Veranstaltung dabei sein zu dürfen. Porsche ist ja schon seit 2013 Präsentator dieses gesellschaftlichen Ereignisses, das gleichzeitig einem großartigen Zweck dient. Dank der Tombola-Erlöse werden viele Leipziger Kinder- und Jugendprojekte realisiert. Als Porsche-Markenbotschafterin unterstütze ich das natürlich sehr gerne.“
 
Bevor es auf das glatte Parkett des Ballsaals ging, konnten Sie das Porsche-Werk in Leipzig besichtigen. Was hat Sie am meisten beeindruckt?

„Das war vor allem die komplexe Logistik, die an der Produktion des Porsche Macan hängt. Dieses Modell steht ja, wie ich bei der Führung gelernt habe, quasi für die Erfolgsgeschichte des Porsche-Standorts Leipzig. Ich habe jedenfalls sehr viele interessante Einblicke erhalten. Und beim nächsten Mal möchte ich auf jeden Fall mit einem Sportwagen auf die Rundstrecke und eines der Experience-Programme mitmachen.“
 
Werden Sie während Ihrer Babypause verstärkt als Porsche-Markenbotschafterin auftreten?

„Ich würde mich jedenfalls freuen. Zeit habe ich jetzt ja, mal schauen, ich bin da sehr offen. Ich mache super gerne Events für Porsche. Das macht mir sehr viel Spaß, vor allem, wenn wie jetzt beim Opernball in Leipzig der soziale Gedanke im Mittelpunkt steht.“
 
Lassen Sie uns über Tennis sprechen: Sie haben für Eurosport das Finale der US Open mitkommentiert. Was war das für eine Erfahrung?

„Das war interessant und hat sehr viel Spaß gemacht. Tennis ist meine Leidenschaft, meine große Liebe. Ich war so viele Jahre dabei. Ich kenne die Spielerinnen, was sicherlich ein Vorteil ist. Ich weiß, wie sie ticken, wie sie sich auf ein Match vorbereiten. Ich hoffe, dass ich den Zuschauern einige interessante Eindrücke vermitteln konnte.“
 
Sie haben die US Open 2016 gewonnen. Welche Erinnerungen und Emotionen kamen da hoch?

„Das war schon sehr intensiv. Als die Spielerinnen auf den Platz gingen und nach dem Match bei der Siegerehrung, das waren sehr emotionale Momente. Da gingen mir viele Bilder von 2016 durch den Kopf, schöne Erinnerungen an unvergessliche Augenblicke. Das war Gänsehaut pur.“
 
Die Spielerin der Stunde ist Iga Swiatek. Was sagen Sie zur Erfolgsserie der Polin, die nach den French Open auch die US Open gewonnen hat?

„Ich habe sehr viel Respekt davor, wie souverän sie sich präsentiert. Wie sie mit dem Druck und dem ganzen Trubel um ihre Person umgeht, davor kann ich nur den Hut ziehen. Sie ist ja erst 21. Ich kenne sie gut und bin gespannt, wie lange es für sie auf diesem hohen Niveau noch weitergeht.“
 
Was macht die Polin so stark?

„Es ist vor allem ihre Konstanz. Sie hat in dieser Saison ja nicht nur die Grand Slams in Paris und New York gewonnen, sondern auch die Turniere in Doha, Indian Wells, Miami und Rom sowie den Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart. Sie ist mental sehr stark, lässt trotz all ihrer Erfolge nie nach, sondern arbeitet immer hart weiter. Das und die Intensität, mit der sie ihr Spiel auf dem Platz von Anfang bis Ende durchzieht, macht sie zu einer Spielerin, die nur sehr schwer zu schlagen ist.“
 
Wem trauen Sie zu, an ihrer Vormachtstellung zu rütteln?

„Ich denke, Iga wird noch eine Weile an der Spitze der Weltrangliste bleiben. Eine Spielerin, die sich sehr gut entwickelt hat und nicht erst bei den US Open gezeigt hat, dass sie auch unter Druck konstant gut spielen kann, ist Coco Gauff. Ihr traue ich zu, schon bald auch Grand-Slam-Turniere zu gewinnen und nach der Krone zu greifen.“
 
Sie spielen eine gefühlte Ewigkeit auf der Profi-Tour. Wie sieht Ihr Alltag ohne Tennis aus?

„Ich habe in den vergangenen 13 Jahren keinen Grand Slam ausgelassen. Deshalb ist das jetzt natürlich etwas komplett Neues für mich. Es gibt aber keinen schöneren Grund für eine Pause vom Tennis. Ich versuche, diese Zeit so gut es geht für mich zu nutzen. Ich mache weiter Sport, um fit zu bleiben, spiele auch weiter Tennis. Sport gehört nun mal zu meinem Leben. Natürlich übertreibe ich nicht. Ich habe viel Erfahrung und weiß genau, was mir guttut und was nicht.“
 
Sie haben sich viele Matches von den US Open im Fernsehen angeschaut. Wie war dieser Blick von außen für Sie?

„Das ist eine ganz andere Wahrnehmung, als wenn man selbst auf dem Platz steht. Wenn man sich ein Match von Anfang bis Ende anschaut, sieht man mehr Details und kann gewisse Situationen besser analysieren Bei der einen oder anderen Spielerin weiß ich jetzt viel besser, auf was ich achten muss, wenn ich mal wieder auf sie treffe.“
 
Das bedeutet: Diese Babypause ist nicht das Ende Ihrer Tennis-Karriere?

„Auf keinen Fall. Ich werde versuchen, so schnell wie möglich wieder fit zu werden und auf die Tour zurückzukehren, allerdings ohne irgendwas zu überstürzen. Und dann will ich auch wieder angreifen. Wenn ich was mache, dann richtig.“
 
Welche Ziele setzen Sie sich?

„Ein Ziel sind die Olympischen Spiele 2024 in Paris. Da würde ich auf jeden Fall gerne spielen. Ich war ja schon in London und Rio de Janeiro dabei, und es ist schon etwas ganz Besonderes, bei so einem weltbewegenden Ereignis für sein Land zu spielen. Dieses Gefühl würde ich gerne noch einmal erleben. Bis dahin ist es ja noch etwas Zeit, ich habe also keinen Druck.“
 
Was steht in nächster Zeit an?

„Es gibt da verschiedene Projekte, die mir wichtig sind. Eines ist meine Autobiographie, die im November erscheinen wird. Ich habe da sehr viel Zeit investiert und mir viele Gedanken darüber gemacht, was ich den Menschen mitteilen will, welche Botschaft ich jungen Spielerinnen mit auf den Weg geben kann. Das war eine sehr intensive und sehr emotionale Beschäftigung mit meinem Leben und meiner Karriere. Ich hoffe, dass ich vielen Menschen eine Freude damit mache.“
 

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