Babsi Schett wird 50 - der personifizierte Charme des Tennissports
Heute feiert Österreichs erfolgreichste Tennisspielerin aller Zeiten ihren 50. Geburtstag - aber Babsi Schett ist ja seit vielen Jahren eine Weltenbürgerin.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
10.03.2026, 14:50 Uhr

Zu Beginn eine kleine Anekdote aus dem Nähkästchen: Vor ein paar Jahren sitzt der Autor also mit Babsi Schett in den Katakomben der Wiener Stadthalle, zu einem Interview oder auch nur einfach so. Daniil Medvedev kommt um die Ecke, nimmt sein Aufwärmprogramm auf, unterbricht dieses aber sofort, als er die Tiroler Tennisgöttin sieht. Es wird geflachst, gelacht, geplaudert - über alles, und ja: auch über den Tennissport.
Denn Babsi Schett, das wusste der damals frisch gebackene Vater Medvedev natürlich auch, ist eine Frau, bei der man in jeder Hinsicht gut aufgehoben ist. Als ehemalige Top-Ten-Spielerin weiß sie um die sportliche Komponente bestens Bescheid, der Kontakt zur Szene ist ja nie abgerissen, schließlich schlägt die ab heute angeblich 50-Jährige ja mit anderen Legenden etwa in Wimbledon noch regelmäßig auf.
Die Karrierebilanz fällt insofern spannend aus, als dass Schett zwei ihrer drei Titel auf der WTA-Tour in Österreich geholt hat: 2000 in Klagenfurt, drei Jahre zuvor in einem kleinen steirischen Städtchen, das damals wie heute auf den Namen Maria Lankowitz hört.
Schett mit Wohnsitz in Australien - und doch überall zuhause
In erster Linie menschelt es aber bei Babsi Schett. Beispiele dafür gibt es zuhauf, ein sehr schönes lieferten die Australian Open vor wenigen Wochen, wo die Babsi den Ruud Casper mal die Basics des Anlegen einer Windel vor laufender Kamera demonstrieren ließ. Nun ist Casper zum einen ein fantastischer Kerl, der jeden Blödsinn mitmacht. Der besondere Charme von Babsi Schett liegt aber eben auch darin, dass man davon ausgehen kann, dass ihr selbst kein Blödsinn fremd ist. Was absolut als Kompliment zu verstehen ist.

Die unschlagbare Kombination aus Expertise, guter Laune und Schlagfertigkeit in mindestens drei Sprachen (ja, liebe Tiroler, manchmal ist es schwierig mit Euch) findet im Tenniszirkus seit Jahren positiven Widerhall. Weshalb man Babsi Schett nicht mehr nur (eigentlich: viel zu selten bis kaum) an der Seite von Mats Wilander sieht, sondern auch beim Laver Cup, bei den Generali Open in Kitzbühel oder beim Frauenturnier in Linz. In unterschiedlichen Funktionen, aber doch immer so, dass sie den Veranstaltungen den Flair der weiten Tenniswelt, gleichzeitig aber, und das muss man erst einmal hinbekommen, auch so etwas wie „Volksnähe“ verleiht.
Respekt dafür. Und alles Gute - wahrscheinlich in Richtung Australien, wo Babsi Schett seit vielen Jahren mit Ehemann Josh Eagle und Sohn Noah lebt. Aber bei einer Weltenbürgerin weiß man ja nie …
