tennisnet.com Kolumne

Boris Becker – Das muss die nächste Aufgabe sein

Wenn das Zusammenspiel mit Novak Djokovic enden sollte, gäbe es ein ganz großes Experiment für den Altmeister.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 05.11.2016, 08:29 Uhr

PARIS, FRANCE - JUNE 05: Champion Novak Djokovic of Serbia clebrates with his coach, Boris Becker following his victory during the Men's Singles final match against Andy Murray of Great Britain on day fifteen of the 2016 French Open at Roland Garros...

Nichts Genaues weiß man nicht. Womöglich wirdNovak Djokovicbei den Australian Open mitMarian Vajda, mitBoris Beckerund mitPepe Imazein Triumvirat in seiner Box sitzen haben, das den Serben zum nächsten Titel bei jenem Turnier coacht, bei dem Djokovic die meisten Grand-Slam-Meriten gesammelt hat. Technik, Taktik, Motivation – jeder trägt sein Scherflein bei, und aus einem leicht zweifelnden unfassbar guten Tennisspieler wird wieder jener unbesiegbare, unfassbar gute Tennisspieler, der Djokovic noch bis in den Juni 2016 hinein war.

Vielleicht geht mit der laufenden Saison aber auch jene Liaison zu Ende, deren Beginn mit Überraschung, mancherorts auch Skepsis begrüßt worden war – und an deren Ende eine überragende Bilanz stünde, unter anderem jene, dass Novak Djokovic mit Boris Becker als Coach gleichzeitig als Titelverteidiger aller vier Majors firmieren durfte. Spekulation all das, vielleicht stehen der #NoleFam in der aktuellen Besetzung noch viele fruchtbare Jahre bevor.

Was aber, wenn sich Djokovic tatsächlich anders orientiert? Wer Boris Becker bei den Grand-Slam-Turnieren aus der Nähe beobachten durfte, der wird von der Aura des besten deutschen Tennisspielers aller Zeiten schlichtweg mitgerissen. Und kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Becker sein Spezialwissen, über das außer ihm nur ganz wenige auf der Tour verfügen, nicht im häuslichen Umfeld versickern lassen möchte.

An dieser Stelle also ein Gedankenexperiment, das dem Kolumnisten ebenso logisch erscheint wie die Verbindung des emotionsgesteuerten Coaches Jürgen Klopp mit dem emotionsgeladenen Verein FC Liverpool: Es gibt endlich wieder einen deutschen Tennisprofi, der das Potenzial hat, ganz nach vorne in der Weltrangliste zu kommen, nicht nur ein Grand-Slam-Turnier, nein, deren mehrere zu gewinnen. Boris Becker undAlexander Zverev, diese Kombination ist die natürlichste seit sich Al Bano von Romina Power getrennt hat.

Zverev hat mit Vater Alexander sr. und Fitness-Guru Jez Green jetzt schon ein formidables Team an seiner Seite – dazu die Inspiration und Leidenschaft eines Boris Becker? Hilfe! Was für ein Paar, was für eine Perspektive für den deutschen Tennissport, dessen Fans, ja, sogar die TV-Stationen, die sich über vermeintlich schlechte TV-Quoten beim Tennis beklagen, um dann im Winter stundenlang Sportarten wie Rodeln zu übertragen, die in Deutschland von einer Handvoll Sportlern betrieben wird – und deren Öko-Bilanz zum Weinen ist.

Dass sich die finanziellen Rahmenbedingungen für Becker ändern würden, liegt auf der Hand. Sascha Zverev, wiewohl von Manager Patricio Apey als Weltmarke positioniert, verfügt (noch) nicht über die tiefen Taschen eines Novak Djokovic. Aber die Perspektive, eines der größten Talente an die Spitze der Tenniswelt zu führen… Hand hoch, wer dem widerstehen könnte, zumal ein Siegertyp wie Boris Becker. Eben. Burschen, ruft’s euch z’samm!

von tennisnet.com

Samstag
05.11.2016, 08:29 Uhr