tennisnet.com Hobby Tennistour

Es wird ernst! HTT Stars aufgepasst!

Wenn am kommenden Freitag das nächste sommerliche HTT Wochenende in Szene geht, dann sind es nurmehr...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 12.08.2026, 14:18 Uhr

Wenn am kommenden Freitag das nächste sommerliche HTT Wochenende in Szene geht, dann sind es nurmehr exakt 100 Tage bis zum ersten Aufschlag bei den dann zum bereits 37. Mal über die Bühne gehenden HTT Finals 2026. Dem traditionsreichsten und ältesten Turnier im HTT Kalender droht jedoch Ungemach. Und zwar hausgemachter Ärger, der beim Blick auf die aktuellen HTT Rankings so sicher wie das Amen im Gebet erscheint. Ein 44jähriger Spanier narrt die HTT-Szene, zieht die an Titeln hochdekorierten HTT Superstars am Nasenring durch die Manege, und hat mit bereits 21 gespielten HTT Turnieren in 2026 längst den Grundstein für seine erste HTT Finals Teilnahme gelegt. Und was machen die Topstars? Sie schauen teilnahmslos zu! Ein Bericht von C.L

img_9320

Fernando Romero schickt sich an, es als erster Spanier seit 2015 in den erlesenen Kreis der Top 8 bei den HTT Finals zu schaffen

Ehre wem Ehre gebührt! Zunächst einmal ist es an der Zeit, und hier auch die perfekte Gelegenheit, die bisherigen Saisonleistungen des Fernando Romero zu würdigen. Der frischgebackene Tennispapa aus Andalusien mit der manchmal recht eigenartigen Sichtweise auf manche Dinge im Tour-Zirkus der Hobbytennistour, spielt beflügelt durch die jüngst entstandenen Vaterfreuden, bislang die Saison seines Lebens. Bei 21 Turnierstarts hat der sich Routinier aus Spanien bereits drei Titel abgeholt, mit zwei weiteren Endspiel-Teilnahmen seine aktuelle Hochform unter Beweis gestellt, und mit gleich drei zusätzlichen Semifinali auch in Sachen Konstanz ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Vorallem aber hat sich Romero punktemäßig “aufmagaziniert”, und dem vor dem Saisonstart eher surrealen Traum vom Start bei den 37. HTT Finals, mit einem Hauch Realität versehen. Mehr noch, denn mit 2.555 nur in dieser Saison eroberten Ranglistenpunkten, ist die Wahrscheinlichkeit merklich gestiegen, dass beim großen HTT Saisonfinale von 21. bis 28. November 2026 im UTC La Ville, erstmals seit 2015 wieder ein spanischer Tennis-Matador mit von der Partie sein könnte. Damals war es Ignacio Martin, der nach seinem knappen Vorrunden-Aus mit zwei Gruppensiegen bei den Finals 2013, zwei Jahre später als Ersatzmann zu einem weiteren HTT Finals-Einsatz kam. Als letzter Spanier wie gesagt!

fr1

Romero lässt aktuell das Who is Who der HTT Szene hinter sich

Apropos Ignacio Martin. Der erste spanische HTT Spieler mit nennenswerten Erfolgen, schaffte es zu seiner Zeit bis auf Rang 5 im HTT Entry Ranking. Ein bis heute gültiges All Time High-Ranking aus spanischer Sicht. Wobei sich Marathon-Mann Fernando Romero anschickt, diesen Rekord womöglich zu brechen. Der 44jährige steht nach seinem August HTT 250 Titel vom vergangenen Wochenende mit Platz 6 auf seinem bislang höchsten HTT Karriere-Ranking. In der Jahreswertung Race to La Ville, also quasi dem HTT Live-Ranking, lacht Spaniens Nummer 1 mit nur 205 Punkten Rückstand auf HTT Branchen-Primus Damian Roman sogar vom sensationellen vierten Zwischenrang der hochkarätigen Konkurrenz frech ins Gesicht. Stars wie der ehemalige Ranglisten-Erste Rene Gräfflinger, wie Serbiens Jungstar Teo Katic, die beiden Saison-Grand Slam Sieger Nicolas Fares und Martin Priban oder Kitzbühel-Sieger Theo Strobl müssen sich aktuell hinter dem 3fachen HTT 250er-Saisonchampion anstellen.

img_9452

4500 Punkte bis zu den HTT US Open – ein heißer August steht an, und die HTT Topstars müssen endlich handeln

Was uns zur Thematik dieses Artikels zurück bringt. Gleich einmal vorweg zur Klarstellung. Was Fernando Romero in den ersten sieben Monaten der aktuellen Spielzeit geleistet hat, verdient Respekt und Anerkennung. Wer 21 Turniere auf den höchsten HTT Ebenen bestritten hat, darf sich auch zurecht jeden Montag in den Top Ten der beiden HTT Ranglisten finden. Viele Turniere zu spielen und viele Punkte zu sammeln, ist legitim. In Wahrheit ist Romero in Zeiten sinkender Teilnehmerzahlen sogar sowas wie ein Musterschüler für jede existierende Turnierserie. Und er hat seinen aktuellen Rang im Konzert der besten HTT Spieler voll verdient. Aber: Es bleibt in dieser Causa doch ein bitterer Beigeschmack, und den haben einmal mehr die Topstars der Szene zu verantworten. Ein 44jähriger Hobbyspieler mit ITN 4,3 tanzt den mit Grand-Slam-Titeln dekorierten HTT-Topstars auf der Nase herum, während die Elite scheinbar ihren saisonal unabhängigen Winterschlaf hält. Damian Roman & Co schlafen derweil in der Pendeluhr, und nehmen den spanischen Underdog nicht weiter ernst. Wie einen Ausreißer bei einem Radrennen, den das mit gelben und rosafärbigen Trikots gespickte Hauptfeld an Stars ziehen lässt. Oftmals stellen sie den Ausreißer auf den letzten Metern, manchmal geht so eine Solo-Flucht aber auch gut und erfolgreich für den Ausreißer zu Ende. Jetzt heißt es aber aufgepasst liebe HTT-Stars. Wichtige Wochen stehen an. In den nächsten dreieinhalb Wochen liegen mit zwei Masters 1000 Turnieren und den HTT US Open nicht weniger als 4500 Punkte auf der Straße. Der heißeste August der Open Ära – und das nicht aus wettertechnischer Sicht betrachtet – liegt vor uns. Und wenn sich die Topstars im November nicht wieder beim Veranstalter über das Niveau des ein oder anderen Finals-Starters beschweren und ausweinen wollen, dann wäre es für Damian Roman & Co jetzt an der Zeit, das Heft des Handelns selbst in die Hand zu nehmen!

img_6937

von Claus Lippert

Mittwoch
12.08.2026, 13:02 Uhr
zuletzt bearbeitet: 12.08.2026, 14:18 Uhr