French Open 2026: Zverev und der Kindergarten

In der unteren Hälfte des Tableaus bei den French Open 2026 hat Alexander Zverev nur noch Gegner vor sich, die deutlich jünger sind als er selbst.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 01.06.2026, 07:31 Uhr

Joao Fonseca steht in Roland-Garros im Viertelfinale
© Getty Images
Joao Fonseca steht in Roland-Garros im Viertelfinale

Im vergangenen Jahr wurde Alexander Zverev in Wimbledon gefragt, was er als Veteran zu diesem und jenem sage. Zverev ging gar nicht so sehr auf die Frage ein, sondern zeigte sich zu gleichen Teilen überrascht und empört, dass er schon als Veteran bezeichnet würde. Schließlich fühle er sich doch noch immer ziemlich jung. 

Nun: Mit Blick auf die verbliebenen vier Spieler in der unteren Hälfte des Tableaus bei den French Open 2026 schaut Zverev ziemlich alt aus. Wenn man auf seinen Reisepass schaut. Geht es nach den bisher absolvierten Matches, dann müsste die deutsche Nummer eins aber noch bei weitem am meisten Benzin im Tank haben. Die Fakten: Zverev ist mittlerweile 29 Jahr alt, sein Viertelfinalgegner Rafael Jodar 19. Im anderen Viertelfinale treffen sich Joao Fonseca mit 19 und Jakub Mensik mit 20 Jahren. 

Zverev hat im Laufe des Turniers lediglich einen Satz abgegeben - und das ziemlich schlampig gegen Quentin Halys. Rafael Jodar dagegen musste alleine in seinen beiden jüngsten Partien gegen Alex Michelsen und Pablo Carrero Busta über fünf Sätze gehen. Gegen „PCB“ lag Jodar sogar mit 0:2-Sätzen zurück. 

Fonseca dreht zwei Matches

Jakub Mensik wiederum ist bei diesem Turnier gefühlt mindestens schon zweimal ausgeschieden gewesen. So auch gestern gegen Andrey Rublev, als nichts darauf hindeutete, dass Mensik nach dem Verlust des vierten Satzes noch einmal die zweite, dritte oder vierte Luft bekommt. Nach dramatischer fiel natürlich das Treffen mit Mariano Navone in Runde zwei aus, nach dem der junge Tscheche minutenlang auf dem Court von krampfen geschüttelt liegen blieb. 

Und dann bleibt dann noch Joao Fonseca, der sich im Achtelfinal mit Casper Ruud die nächste fantastische Partie lieferte, vor den Augen von Edelfan Gustavo Kuerten übrigens. Fonseca holte sowohl gegen Dino Prizmic wie auch gegen Novak Djokovic einen 0:2-Satzrückstand auf, die Partie gegen Ruud dauerte zwar „nur“ vier Durchgänge an, die Intensität war aber absolut verrückt. 

Die gute Nachricht ist: Nach den Viertelfinal-Matches gibt es einen Extratag Pause für die untere Hälfte. Die schlechte Nachricht für den Kindergarten Jodar, Mensik und Fonseca: Oldboy Alexander Zverev ist nicht nur ausgeruht, sondern der einzige aus diesem Quartett, der mit diesem Stadium eines Majors bestens vertraut ist. 

Hier das Einzel-Tableau der Männer 


 

von Jens Huiber

Montag
01.06.2026, 09:40 Uhr
zuletzt bearbeitet: 01.06.2026, 07:31 Uhr