Knifflige Jagd auf Sinner: Zverevs nächste große Geduldsprobe
Nach dem ärgerlichen Rückschlag von Peking steht Alexander Zverev vor dem Turnier in Shanghai unter Druck. Der Weg Richtung Nummer eins der Welt bleibt schwierig.
von SID
zuletzt bearbeitet:
05.10.2026, 17:37 Uhr

Alexander Zverev ist ein beharrlicher Mensch. Mehr als ein Jahrzehnt hatte er warten müssen, war mehrfach tränenreich gescheitert, und hat doch nie den Glauben verloren, ehe er sich den Traum vom ersten Grand-Slam-Titel erfüllte. Nun wartet auf den inzwischen zweimaligen Major-Sieger die nächste große Geduldsprobe. Denn auch der angepeilte Sturm auf Rang eins der Weltrangliste wird für Zverev kniffliger als erhofft.
Beim "Asian Swing", so viel steht nach der Viertelfinalniederlage gegen den Altmeister Novak Djokovic in Peking fest, wird es jedenfalls (noch) nichts werden. Der am Knie verletzte Jannik Sinner ist in der Weltrangliste vom Montag noch immer 1280 Punkte voraus und damit für Zverev beim Masters in Shanghai (ab Mittwoch) noch nicht abzufangen. Nervig ist das aus Zverevs Perspektive, aber kein Grund zur Panik - die Chancen, dass es im Laufe des Jahres noch klappt, stehen weiter gut.
Angriff in Shanghai
"Ich hoffe, dort noch besser spielen und zweifellos ein besseres Ergebnis erzielen zu können", gab sich Zverev also positiv - mit Blick auf das Turnier in Shanghai, wo er nach einem Freilos gegen Ende der Woche erstmals aufschlagen wird. Die Auslosung ist, ähnlich wie zuletzt bei seinem Titel bei den US Open, recht günstig. Im Halbfinale winkt eine Revanche gegen Djokovic oder die Neuauflage des New-York-Endspiels gegen Ben Shelton.
Zverev will in der chinesischen Megacity den Grundstein legen für einen späteren Angriff auf den Italiener Sinner. Am liebsten will Zverev seinen 27. ATP-Titel und die 1000 Punkte einheimsen.
Damit würde er Sinner so richtig unter Druck setzen, selbst wenn der demnächst auf den Court zurückkehren sollte. Der Grund: Der Südtiroler, der im Herbst des Vorjahres groß aufspielte, hat jede Menge Punkte zu verteidigen. Zverev hingegen kann ordentlich Zähler auf sein Konto draufpacken - weil er gegen Ende der Vorsaison bei den Turnieren in Wien, Paris sowie den ATP Finals in Turin strauchelte.
Zverev ist für Djokovic der “beste Spieler der Welt”
Dass ihn eine solche Schwächephase nochmal ereilt und um die Krönung seiner Traumsaison bringt? Dafür spricht aktuell wenig. Trotz der Niederlage gegen den Altmeister aus Serbien. "Es ist eine Niederlage, die ich hätte vermeiden können", ärgerte sich Zverev nach dem 6:4, 4:6 und 4:6 gegen Djokovic, aber der Gegner sei am Sonntag nunmal in "absoluter Topform" gewesen.
In der Tat lieferten sich die beiden Ausnahmekönner ein Duell auf höchstem Niveau, das viele Experten Djokovic nach seinem komplizierten Jahr voller körperlicher Probleme kaum mehr zugetraut hätten. Und so geht der Blick bei Zverev nach vorne. "Ich werde", sagte der 29-Jährige, "auch in Shanghai auf meine Fähigkeiten vertrauen". Ein guter Plan, schließlich ist Zverev der, wenn man dem Urteil von Rekordmann Djokovic glaubt, "derzeit beste Spieler der Welt".
