Mpetshi-Perricard beklagt Roig-Kündigung und holt Rusedski
Nach dem überraschenden Weggang von Francisco Roig zeigte sich Giovanni Mpetshi Perricard nach Bekanntwerden von dessen neuem Engagement als Coach von Iga Swiatek von der Art und Weise der Beendigung der Zusammenarbeit durch den Spanier enttäuscht. Dennoch konnte der Franzose umgehend den Briten Greg Rusedski für sein Trainer-Team gewinnen.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
06.04.2026, 12:12 Uhr

Die sportliche Bilanz von Giovanni Mpetshi Perricard in den letzten Wochen liest sich beinahe verheerend. In den letzten sieben Turnieren, startend mit den Australian Open, konnte der Franzose gerade einmal ein Hauptfeld-Match für sich entscheiden. Und dies gegen den Tunesier Moez Echargui, der außerhalb der Top 100 platziert ist. Auch die Anfang März gestartete Zusammenarbeit mit Francisco Roig, der jahrelang im Trainer-Team von Rafael Nadal war, konnte beim Sunshine-Double nicht die erhoffte Wende bringen.
Herangehensweise von Roig begeisterte
Dennoch zeigte sich der 22-jährige Mpetshi Perricard von der Herangehensweise des spanischen Übungsleiters begeistert, die sich extrem von seinen bisherigen Erfahrungen mit den Coaches des französischen Tennisverbands unterscheidet: „Er ist sehr streng, was Technik, Fußstellung, Bewegung und Platzierung angeht. Er hat viel Erfahrung und genau das habe ich gesucht. Er hat Rafa, Feliciano Lopez und Raducanu trainiert. Ich versuche, sehr schnell zu lernen, um auf dem Platz zu arbeiten. Es ist ein anderer Ansatz, hier ist es spanischer Stil.“
Kein direkter Kontakt zum Abschied
Unabhängig vom Abschneiden bei den beiden Masters-Events in den USA war die Vorbereitung auf die Sandplatzsaison zusammen vereinbart: „Mit Francisco war der Plan, mindestens bis zur Rasensaison weiterzumachen. Jedoch nach Miami entschied er sich, die Beziehung zu beenden.“ Nach Bekanntwerden des neuen Engagements von Roig bei der Polin Iga Swiatek zeigte sich der Weltranglisten-57. besonders von der Art und Weise des Abschieds durch den spanischen Coach enttäuscht: „Mein Agent hat es mir mitgeteilt. Er hat es mir nicht direkt gesagt. Ich habe seinem Wort vertraut, dem, was er einbringen konnte. Das alles so schnell wegzuwerfen, erscheint mir schade. Dann ist es eben eine harte, gnadenlose Welt.“
“Aufschlagexperte” Rusedski soll es richten
Dennoch warf der zweifache ATP-Titelträger die Flinte nicht ins Korn: „Ich hatte so etwas noch nie erlebt. Es war sehr überraschend und enttäuschend. Jedoch wird es mir helfen, mich weiterzuentwickeln.“ Gesagt, getan. Nach dem kurzfristigen Wegfall von Roig kann Mpetshi Perricard bereits einen neuen Übungsleiter präsentieren. Dabei handelt es sich um den Briten Greg Rusedski, der es als aktiver Spieler bis auf Position 4 in der Weltrangliste und 1997 in das Finale der US Open schaffte. Ausschlaggebend für die Auswahl war die früher ebenfalls aufschlagdominante Spielweise des gebürtigen Kanadiers: „Ich bekam einen Anruf, ob es interessant wäre, mit Giovanni zu arbeiten. Aus irgendeinem Grund wollten sie einen weiteren großen Aufschläger, der mit einem anderen großen Aufschläger arbeitet. Und ich habe entschieden, dass ich es versuchen würde.“
Verletzungsbedingte Absage für Monte-Carlo
Trotz der schnellen Zusammenkunft muss sich das neuformierte Spieler-Trainer-Duo bezüglich der ersten Bewährungsprobe noch etwas gedulden. Aufgrund einer Handgelenksverletzung musste Mpetshi Perricard seinen Start in Monte-Carlo kurzfristig absagen.
