Offiziell: Alexander Zverev zum Jahresende die Nummer eins - und am Ziel seiner Träume
Jetzt ist es endgültig klar: Alexander Zverev wird zum Jahresende die Nummer eins der Welt im Tennis sein. Das hat selbst Boris Becker nie geschafft.
von SID
zuletzt bearbeitet:
12.10.2026, 15:42 Uhr

Die Rechnerei hat ein Ende, Alexander Zverevs Traum von der Nummer eins geht in Erfüllung: Der deutsche Topspieler wird am Jahresende auf dem Tennisthron sitzen. Der Sieger der French Open und US Open profitierte von einer Niederlage des Spaniers Carlos Alcaraz in Shanghai und kann sich nun auch offiziell über das Erreichen des nächsten Meilensteins in seiner Karriere freuen.
"Es ist eine fantastische Saison für mich – ich habe in Paris und New York gewonnen, und zu wissen, dass ich das Jahr an der Spitze der Rangliste beenden werde, ist einfach ein wahr gewordener Traum", sagte Zverev und erinnerte an seine schwere Verletzung 2022, nach der er um die Fortsetzung seiner Karriere hatte bangen müssen: "Wir haben so viel Arbeit und Mühe investiert, um dieses Ziel zu erreichen, insbesondere bei der Rückkehr nach der Knöchelverletzung."
Für den finalen Schritt musste er an seinem spielfreien Montag in der chinesischen 25-Millionen-Metropole gar nichts mehr tun. Alcaraz unterlag bei dem Masters-Event dem stark aufspielenden Belgier Zizou Bergs 5:7, 6:7 (4:7) - und sorgte damit ungewollt für mathematische Klarheit. Laut Berechnungen der Spielerorganisation ATP kann auch der Spanier Zverev nicht mehr abfangen. Zuvor war der US-Amerikaner Ben Shelton ausgeschieden, der wie Alcaraz noch theoretische Chancen auf die Spitzenposition zum Jahreswechsel gehabt hätte.
"Saschas Jahr", schrieb die ATP über ihren Glückwunschspost und wies auf eine weitere Besonderheit hin: Zverev steht zwar als zweiter Deutscher nach Boris Becker 1991 ganz oben, doch als erster schließt er eine Saison an der Spitze ab. Dafür gibt es einen hübschen Pokal und einen weiteren Eintrag in die Tennis-Geschichtsbücher.
Zverev kann in Wien die Nummer 1 werden
Zverev hatte nach dem vorzeitigen Saisonende von Jannik Sinner, der aktuellen Nummer eins der Welt aus Südtirol, bereits mit seinem Sprung an die Spitze rechnen können. Er wird der 30. Spieler, dem dies seit Einführung des Rankings 1973 gelingt. Becker hatte vor 35 Jahren für insgesamt elf Wochen die Führung inne.
Der früheste Zeitpunkt, um an Sinner vorbeizuziehen, ist für Zverev das ATP-Turnier in Wien. Er braucht in Shanghai, wo er am Dienstag (nicht vor 12 Uhr/Sky) im Achtelfinale auf Alexander Bublik trifft, dafür mindestens einen Finaleinzug, um mit einem Triumph in der österreichischen Hauptstadt Geschichte zu schreiben und bereits am 2. November auf der Eins zu stehen.
Das deutsche Idol Becker hatte schon am 6. Oktober vor Zverev virtuell den Hut gezogen, als das Saison-Aus von Sinner bekannt geworden war. "Glückwunsch Sascha", schrieb der sechsmalige Grand-Slam-Sieger bei X damals. Spätestens jetzt kann sich Zverev auch wirklich über das nächste große Karrierehighlight in einer außergewöhnlichen Saison freuen.
