Toni Nadal: „Alexander Zverev hat ein mentales Problem“
Grundsätzlich hält Toni Nadal auf Alexander Zverev große Stücke. Aber den ganz großen Wurf traut er der deutschen Nummer eins dann halt doch nicht zu.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
04.02.2026, 17:37 Uhr

Was war das für eine Aufregung im vergangenen Sommer, als Alexander Zverev die Rafa Nadal Academy in Manacor aufsuchte, um dort für ein paar Tage zu trainieren. Mit Toni Nadal, der ja seinen Neffen Rafael in dessen ersten Hälfte der Karriere bis an die Weltspitze gecoacht hatte. Das hatte für einige Beobachter schnell nach neuem Traumduo ausgesehen, wiewohl weder Zverev noch Onkel Toni verbindlich von einer Zusammenarbeit gesprochen hatten.
Dabei war es aber wohl von Anfang an unwahrscheinlich, dass a) Toni Nadal überhaupt wieder viele Wochen im Jahr auf der Tennistour unterwegs sein wollte und b) inwieweit eben dieses das Anliegen von Team Zverev war. Wie dem auch sei: Man ist in aller Freundschaft verblieben, weitere Visiten in der Academy nicht ausgeschlossen.
Zverev schlägt gegen Alcaraz zum Matchgewinn auf
Nun hat Toni Nadal die Australian Open 2026 natürlich ganz aufmerksam beobachtet. Und in einem Interview im spanischen Radio auch ein paar Takte zu Alexander Zverev gesagt. Zunächst einmal, dass Zverev der einzige Spieler sei, der die Dominanz von Carlos Alcaraz und Jannik Sinner durchbrechen könnte. Ein Grund dafür? Der Aufschlag des gebürtigen Hamburgers. Während Neffe Rafael um jeden Punkt kämpfen musste, habe Zverev mit seinem Service einen richtigen Trumpf in der Hand.
Aber: „Zverev hat ein mentales Problem“, erklärte Toni Nadal nach der Halbfinal-Niederlage in Melbourne gegen Carlos Alcaraz. „Er ist besessen davon, zu gewinnen. Zverev hatte das Match, er hatte die Chance, den zweiten Satz mit eigenem Aufschlag zu gewinnen, und da werde er gebreakt. Und sein bester Schlag ist der Aufschlag! Er kommt zurück, um die Partie im fünften Satz zu gewinnen, er schlägt zum Matchgewinn auf - und wird wieder gebreakt. Versagt in diesem Moment. Aber für mich ist er ein gefährlicher Rivale, deutlich besser als Djokovic in seiner aktuellen Verfassung. Wenn Zverev das Match heute gewonnen hätte, hätte er wahrscheinlich auch das Endspiel gewonnen.“
Außer Alexander Zverev sieht Toni Nadal übrigens nur ganz wenige Herausforderer. „Stand jetzt glaube ich nicht, dass Fonseca oder Meinst in ein, zwei Jahren mithalten werden. … Am Ende tritt Carlos immer gegen Sinner an, der sehr, sehr gut ist. Bei Zverev muss man sehen, wie ihn das Resultat in Melbourne beeinflusst. Und die anderen, die eigentlich da sein sollten, sind verschwunden: Rublev, Tsitsipas, Medvedev.“
