Werden Jannik Sinner und Carlos Alcaraz bevorzugt?
Carlos Alcaraz hat es mit viel Mühe ins Endspiel der Australian Open 2026, ein Duell mit Jannik Sinner fällt allerdings aus. Dabei sollen die Veranstalter doch alles genau dafür getan haben.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
30.01.2026, 17:27 Uhr

Alexander Zverev hat gegenüber Supervisor Andreas Egli Ende des dritten Satzes keine Zweifel offen gelassen: Aus Sicht der deutschen Nummer eins ließ sich Carlos Alcaraz wegen Krämpfen behandeln, was im Regelbuch nicht vorgesehen ist. „Bullshit“ hörte man da mehrmals, was auch international vermerkt wurde (Zverev hatte mit Egli auf Deutsch diskutiert). Und dann auch noch: Dass Alcaraz und Jannik Sinner von den Organisatoren geschützt würden.
Das ist ein solider Vorwurf der Nummer drei der Welt, natürlich auch aus der Emotion des Moments entstanden. Im vergangenen Herbst hatte Zverev ja schon mal Alarm geschlagen, gemeint, dass die Turnierdirektoren alles dafür tun würden, dass Alcaraz und Sinner bei allen Events ins Finale kommen. Damals ging es um die schleichende Angleichung der Beläge auf der ATP-Tour. Warum das gerade nur die beiden aktuell besten Spieler der Welt bevorzugen könnte, ließ Zverev offen.
Alcaraz mit Ganzkörperkrämpfen gegen Djokovic
Carlos Alcaraz jedenfalls erklärte in seiner Pressekonferenz nach dem erstmaligen Finaleinzug bei den Australian Open, dass er den Physio aufgrund von Schmerzen im Bein geholt hätte. Und dass die Krämpfe erst durch den emotionalen Stress dazugekommen wären. So war es dem Spanier ja auch schon einmal in Roland-Garros gegen Novak Djokovic ergangen. Da allerdings waren es Ganzkörperkrämpfe, die Alcaraz komplett außer Gefecht setzten.
Jannik Sinner wiederum hat während der laufenden Australian Open auch sein gerüttelt Maß an Glück gehabt. In der Partie gegen Eliot Spizziri quälten auch den Titelverteidiger Krämpfe. Dass just dann die Hitzeregel griff, das Match unterbrochen und bei geschlossenem Dach weitergeführt wurde, kann man als glückliche Fügung des Schicksals werten. Oder eben als besondere Rücksichtnahme auf die Befindlichkeiten eines zweimaligen Australian-Open-Champions.
Sinner immer im Fokus
Allerdings: Auch auf allen anderen Plätzen wurde aufgrund der Hitze der Spielbetrieb vorübergehend eingestellt. Und es wird auch andere Spieler als Alcaraz gegeben haben, die sich des Physics bedient haben. Aber auf den beiden Führenden in der Weltrangliste liegt halt der besondere Fokus.
Aber so ist das eben im Verlaufe eines Grand-Slam-Turniers: man braucht in manchen Phasen einfach Glück. Um dann seine Chancen zu nutzen. So wie Novak Djokovic, der gegen Jakub Mensik gar nicht antreten musste, gegen Lorenzo Musetti von der Aufgabe des Italieners profitierte und nun am Sonntag um seinen elften Titel in Melbourne spielen wird.
Hier das Einzel-Tableau in Melbourne
