Wimbledon 2024: Eine Tableau-Hälfte offen wie ein Scheunentor
Verletzungsbedingte Absagen und ein, zwei unerwartete Ergebnisse haben vielen Frauen in Wimbledon 2024 plötzlich neue Chancen eröffnet.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
02.07.2024, 11:21 Uhr

Und irgendwann am fortgeschrittenen Montagnachmittag ist dann halt auch noch Qinwen Zheng ausgeschieden. Die Chinesin, Anfang des Jahres bei den Australian Open erstmals Finalistin bei einem Major, verlor gegen die neuseeländische Qualifikanten Lulu Sun mit 6:4, 2:6 und 4:6. Nun ist es nicht so, dass Zheng auf der Liste der Favoritinnen einen Spitzenplatz eingenommen hätte. Aber immerhin war sie ja als Nummer acht in das Turnier gegangen.
Und ist jetzt raus. Ebenso wie die Nummer drei Aryna Sabalenka, die Nummer 16 Victoria Azarenka und die Nummer 22 Ekaterina Alexandrova. Diese drei Frauen konnten aus gesundheitlichen Gründen gar nicht erst antreten.
Was so viel heißt wie: Die untere Tableau-Hälfte ist so offen wie ein Scheunentor. Zumal die drei theoretisch größten Sieganwärterinnen ohnehin oben im 128er-Raster angesiedelt waren: nämlich Elena Rybakina, Ons Jabeur und Iga Swiatek (nicht notwendigerweise in dieser Reihenfolge). Und Titelverteidigerin Marketa Vondrousova ebenso.
Die Briten hoffen auf Emma Raducanu
Wem also ist es am ehesten zuzutrauen, die Gunst der Stunde zu nützen? Papierformgemäß wäre dies Coco Gauff. Vom Gefühl her könnte es aber auch Madison Keys sein - die mit ihrem Spiel auf Rasen fast alle Gegnerinnen zerstören kann. Aber eben auch sich selbst.
Oder ist Jasmine Paolini eine Kandidatin - wo die Italienerin mit dem Finaleinzug in Roland-Garros doch vor wenigen Tagen neue Sphären in ihrer Karriere erreicht hat? Im Grunde genommen könnte man fast jede Erstrundensiegerin vom Montag nehmen - warum also nicht gleich Diana Shnaider, die ihren Erfolgslauf von Bad Homburg mit einem Drei-Satz-Sieg gegen Karolina Pliskova bestätigt hat?
Die britischen Fans haben da natürlich ganz andere Ideen. Und hoffen auf eine Wiederholung der magischen Tage von New York City für Emma Raducanu. Und was soll man sagen? Unmöglich ist nach diesem Auftakt gar nichts.
Hier das Einzel-Tableau der Frauen