tennisnet.com Kolumne

Walking on Church Road – Day 10

Beobachtungen beim Wimbledon-Turnier 2016.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 05.07.2016, 16:11 Uhr

Welcher Jugendliche kommt eigentlich ohne äußeren Animo auf die Idee, vor seine Eltern hinzutreten und zu sagen: „Ja, es wird das Cello werden, mit dem ich euch ab heute akustisch die Nachmittage versauen werde“? Alle jenen aufstrebenden, jungen Menschen, die sich also täglich im Sozialbereich der Anlage in Wimbledon einfinden, müssen von Mutti und Vati gezwungen worden sein, ein(e) Streicher(in) zu werden – mit der maximalen Aussicht, in einem jugendlichen Ensemble den Tennisfans Livemusik darzubieten.

Das funktioniert natürlich gut, den Umständen entsprechend. Die da wären, dass die Kapelle mit Liedgut zu überzeugen versucht, das Alter und Interesse der Musikanten nicht entsprechen kann, sehr wohl aber dem doch etwas betagteren Publikum. Das Highlight am Dienstag: die Titel-Melodie zur zweiten Ausgabe der „Austin Powers“-Reihe, die natürlich sofort das Kopfkino aktiviert. Mike Myers, der Hauptdarsteller, nackt in einem Hotel, das entspräche nicht ganz dem Dresscode im All England Lawn Tennis and Croquet Club.

Und es hilft auch nicht bei der Konzentration auf die Kernfrage des Tages: Welche Legende soll der Reporter am Mittwoch in der dafür extra eingerichteten Mixed Zone versuchen, vor das Mikrofon zu zerren? Im Angebot ist etwa eine der gefürchteten Maleeva-Schwestern, die mit ihrer begeisternden Persönlichkeit in jeder Mike-Myers-Produktion einen Stammplatz innehaben sollten. Oder wie wäre es mit Anne Keothavong, die immerhin einen leidlich bekannten Schiedsrichter-Bruder besitzt?

Die Vorauswahl fällt auf zwei Herren, so viel Chauvinismus darf sein. Zum einen natürlich auf den großen Goran. Dem muss endlich gesagt werden, dass der Reporter anno 2001 Tränen der Freude vergossen hat, als er, der große Kroate, im Montagsfinale Pat Rafter paniert hat. Zum anderen auf Patrick McEnroe, der heute versucht hat, einem Ballmädchen einen „Tweener“ beizubringen. Besser Tweener als Cello. So viel steht fest.

von tennisnet.com

Dienstag
05.07.2016, 16:11 Uhr