Görges holt sich Titel in Auckland

Julia Görges ist auch zum Auftakt der neuen Saison nicht zu stoppen: Die deutsche Nummer eins gewann das Turnier in Auckland und sicherte sich mit ihrem 14. Sieg in Folge den dritten Titel in Serie. Nun fliegt sie glücklich und als Mitfavoritin zum "Happy Slam".

von Ulrike Weinrich
zuletzt bearbeitet: 07.01.2018, 07:52 Uhr

Julia Görges hatte 2017 oft ein Lächeln auf den Lippen

Görges besiegte im Finale die topgesetzte Dänin Caroline Wozniacki nach einer erneut bärenstarken Vorstellung mit 6:4, 7:6 (7:4). Nach 1:30 Stunden verwandelte die 29-Jährige ihren ersten Matchball mit einem Vorhand-Winner und ließ danach vor Freude ihren Schläger fallen. Für die formstarke Görges war es der insgesamt fünfte Einzeltriumph auf der WTA-Tour - der dritte in Folge.

"Ich genieße jeden Moment"

"Das fühlt sich wunderbar an. Und zwar nicht nur dieser Sieg, sondern diese Konstanz, mit der ich in den letzten Monaten gespielt habe. Das macht mich stolz, und ich genieße jeden Moment", sagte die neue Weltranglistenzwölfte, die bei den anstehenden Australien Open (15. bis 28. Januar) zu den Mitfavoritinnen zählt: "Ich fahre jetzt mit noch mehr Selbstvertrauen dorthin." Görges wartet noch darauf, bei einem Grand-Slam-Turnier die Achtelfinal-Hürde zu nehmen. Oft war sie schon so nah dran, zuletzt bei den US Open in New York, als Görges dem späteren Champion Sloane Stephens (USA) in drei Sätzen unterlag.

Rittner traut Görges in Melbourne viel zu

Im Duell mit WTA-Weltmeisterin Wozniacki gelangen der Wahl-Regensburgerin 41 Winner - bei nur 23 unerzwungenen Fehlern. Görges erspielte sich den Erfolg mit ihrem starken Aufschlag (11 Asse) und dem gewohnten Powertennis redlich. Zumal sich die Dänin lediglich acht Unforced Errors erlaubte. Auch Barbara Rittner, Head of Womens' Tennis im DTB, ist begeistert von der Verfassung der deutschen Nummer eins und traut ihr in Melbourne viel zu. "Jule ist im Hinblick auf die Australian Open mental und spielerisch für alles bereit", sagte Rittner im tennisnet-Gespräch und meinte: "Es ist einfach nur schön, sie so spielen zu sehen. Die tolle und harte Arbeit ihres gesamten Teams zahlt sich aus."

Nicht zuletzt Wozniacki zollte Görges höchsten Respekt: "Sie hat wirklich sehr gut gespielt. Und hinter ihr liegt schon eine starke Saison. Ich hoffe, dass ich meine Revanche in Australien bekomme", meinte die Nummer drei des WTA-Ranking, die ihren 28. Titel verpasste. Görges war Ende 2015 von Bad Oldesloe nach Bayern gezogen und hatte ihren Betreuerstab gewechselt. Das Drücken des "Reset-Knopfes" hatte den gewünschten Erfolg. Physisch sei sie inzwischen so gut drauf "wie noch nie. Das Gesamtpaket stimme einfach - die Athletik, das Spielerische, die Taktik. "Das ist einfach eine ganz andere Jule als früher", sagte sie jüngst.

Absage für Turnier in Sydney

Görges baute ihre Erfolgsserie nach den Coups von Moskau und bei der B-WM in Zhuhai 2017 auf 14 Einzelsiege nacheinander aus und feierte in Neuseeland einen Traumstart ins neue Jahr. 2017 hatte sie bereits im Finale der ASB Classics in Auckland gestanden. Nach dem verwandelten Matchball und dem Handshake mit Wozniacki eilte sie zu ihrem Coach Michael Geserer und Physio Florian Zitzelsberger in Richtung Box. Ihr Team kam der frischgebackenen Auckland-Gewinnerin auf halber Strecke schon entgegen - was dann kam, war Freude pur.

Nächste Woche sollte Görges eigentlich beim Tournament in Sydney am Start sein. Doch wegen Kniebeschwerden sagte sie ihre Teilnahme an der Generalprobe für die Australian Open kurzfristig ab. Dafür rückte Carina Witthöft als Lucky Loser ins Hauptfeld. In der ersten Runde trifft die Hamburgerin auf die ehemalige Flushing-Meadows-Siegerin Samantha Stosur (Australien). Angelique Kerber bekommt es bereits am Montag im Linkshänderinnen-Duell mit Lucie Safarova aus Tschechien zu tun. Die Kielerin hatte am Samstag zusammen mit Alexander Zverev (Hamburg) das Finale des Hopman Cups in Perth knapp mit 1:2 gegen das von Roger Federer angeführte Schweizer Team verloren.

In Hobart musste sich indes Mona Barthel zum Auftakt Varvara Lepchenko (USA) mit 0:6, 6:7 (4:7) geschlagen geben. Die 27-Jährige aus Neumünster hatte das Event 2012 als Qualifikantin gewonnen und im Jahr darauf erneut das Finale erreicht.

von Ulrike Weinrich

Sonntag
07.01.2018, 07:52 Uhr