WTA-Singapur: WTA-Physio untersagt Prozorova weiteren Start beim Traumlauf
Für Tatiana Prozorova ist der Traumlauf beim WTA-500-Turnier in Singapur jäh beendet worden. Nachdem sie im Anschluss an ihren Einzel-Viertelfinalsieg im Doppel von einem gegnerischen Ball im Gesichtsbereich getroffen wurde, führte der WTA-Physio einen Check auf Gehirnerschütterung durch und ordnete für die Russin ein Spielverbot für die nächsten Tage an – zum Entsetzen und gegen den Willen der Spielerin.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
26.09.2026, 10:04 Uhr

Viel mehr Achterbahn in der Gefühlslage einer Tennis-Profispielerin geht wohl kaum, als Tatiana Prozorova am gestrigen Tag beim WTA-500-Turnier in Singapur widerfahren ist. Nachdem die Russin, die davor erst zweimal bei einem 250er-Event die Auftaktrunde überstehen konnte, nach ihrem Sensationscoup gegen die Filipina Alexandra Eala auch die Chinesin Xinyu Wang in mehr als drei Stunden Spielzeit niederringen und dadurch erstmals in ein Halbfinale auf dieser Eben einziehen konnte, stand im Anschluss noch das Doppel an der Seite ihrer Landsfrau Sofya Lansere auf dem Programm.
Gegen das an Position 3 geführte Duo Miyu Kato aus Japan und Ellen Perez aus Australien lag das russische Duo mit 5:7, 2:5 bereits im Hintertreffen, doch das Resultat sollte sich absolut als nebensächlich erweisen. Ein Überkopfball von Kato landete direkt im Gesichtsbereich von Prozorova, die daraufhin zu Boden sank. Anschließend kam der Pyhsio der WTA auf den Platz, der von einem zentralen Gesichtstreffer ausging, und ordnete in der Kabine einen Check auf eine mögliche Gehirnerschütterung mit verschiedenen Übungen an.
Nachdem eine Übung davon, das Balancieren auf einem Bein mit geschlossenen Augen, nicht nach Gefallen des Physio ausfiel, attestierte dieser eine potenzielle Gehirnerschütterung und ordnete für die Russin eine definitive Spielpause für die nächsten sechs Tage an, die von der Spielerin einzuhalten ist. Zum völligen Unverständnis von Prozorova.
Ich einem Instagram-Post stellte die 22-Jährige dar, dass der Ball lediglich ihre Wange streifte und von dort an die Schulter prallte, wodurch sie sich weiterhin für absolut spielfähig fühlt. Ebenfalls prangerte sie an, dass die Untersuchung nicht verpflichtend gewesen wäre und sie diese sogar hätte ablehnen können. Dennoch ist die Entscheidung unumstößlich, wodurch ihr Traumlauf mit dem größten Karriereerfolg in Form des erstmaligen Halbfinal-Einzugs bei einem WTA-Turnier jäh gestoppt wurde.
Auch wenn Prozorova durch ihr Abschneiden in Singapur auf einem neuen Karrierehoch um Platz 120 in der Weltrangliste erscheinen wird, dürfte der negative Beigeschmack zum Abschluss doch überwiegen. Durch die Spielsperre wurde nicht nur ihr weiteres Antreten in Singapur verhindert, sondern auch der Start in der Qualifikation des folgenden 1000er-Turniers in Peking dürfte damit ausgeschlossen sein.
Hier das Einzel-Tableau aus Singapur
Hier das Doppel-Tableau aus Singapur
