WTA Singapur: Tatiana Prozorova mit Ehemann als Coach im Steilflug
Beim WTA-500-Turnier in Singapur kämpfte sich Marathon-Frau Tatiana Prozorova nach ihrem Sensations-Coup gegen die Filipina Alexandra Eala auch gegen die Chinesin Xinyu Wang in einem Drei-Stünder durch und steht dadurch erstmals im Halbfinale eines WTA-Turniers – angeleitet durch ihren Ehemann und Coach Alexander Prozorov.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
25.09.2026, 13:35 Uhr

Bislang war Tatiana Prozorova eher nur absoluten Tennis-Insidern bekannt. Bis vergangene Woche konnte die gebürtige Russin insgesamt nur zweimal bei einem WTA-250-Event die Auftakt-Runde für sich entscheiden und auch bei den Grand-Slam-Turnieren tauchte sie nach erfolgreicher Qualifikation gerade einmal im Hauptfeld auf, wo sie sich der ehemaligen Weltranglistenersten Caroline Wozniacki glatt in zwei Sätzen geschlagen geben musste.
Auch beim aktuell laufenden WTA-Turnier in Singapur sah es zu Beginn so aus, als ob der große Durchbruch der 22-Jährigen weiterhin warten muss. Doch nach verlorenem ersten Durchgang gegen Sofia Costoulas deutete sie erstmals im Turnierverlauf ihren unbändigen Kampfgeist an und konnte die Partie gegen die Belgierin in knapp drei Stunden noch drehen. Eher als Belohnung mutete es da für die Tennis-Community an, dass sie sich dadurch ein Achtelfinal-Match gegen die philippinische Newcomerin erspielt hatte, die als Nr. 3 des Turniers als haushohe Favoritin ins Match ging. Doch nach erneut verlorenem Auftakt-Satz warf Prozorova wieder alles in den Ring und feierte einen weiteren Comeback-Erfolg, der diesmal sogar die Drei-Stunden-Marke übertreffen sollte.
Doch wer nun glaubte, dass der Kräftepegel der aktuellen Nr. 180 der Welt nachlassen würde, sah sich auch im Match gegen die Chinesin Xinyu Wang getäuscht. Nach abermals verlorenem ersten Durchgang stemmte sie sich erneut gegen die drohende Niederlage und triumphierte nach ebenfalls mehr als drei Stunden mit 3:6, 7:5, 6:4 zum erstmaligen Halbfinal-Einzug auf WTA-Ebene.
Besonders vertraut wirkte nach den jeweiligen Siegen die persönliche kleine Feier an ihrer Spielerbox. Mit Alexander Prozorov sitzt dort nicht nur ihr Langzeit-Trainer, sondern auch ihr 16 Jahre älterer Ehemann, den sie mit ihrem Mädchennamen Barkova im Alter von 18 Jahren ehelichte. Somit scheint es bei Prozorova, die mit den Erfolgen in Singapur ein neues Karrierehoch erreichen und sich dadurch den Top 100 annähern wird, sowohl privat als auch sportlich bestens zu passen. Auch im Halbfinale dürfte wieder ein kämpferischer Einsatz vonnöten sein. Dort könnte die ehemalige Weltranglisten-3. Maria Sakkari warten, die jedoch noch ihr Viertelfinale gegen die Australierin Talia Gibson zu bestreiten hat.
Hier das Einzel-Tableau aus Singapur
