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Zverev weiter unter Beschuss: Verdienter Aufstieg oder fehlender Champion-Status?

Anstatt den Status als Nummer 1 der Tenniswelt zu genießen, schlägt sich Alexander Zverev vorerst noch mit seinen Kritikern herum. Doch ist das die richtige Antwort auf die Frage, ob er eine verdiente Nummer 1 ist?

von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet: 06.11.2026, 19:20 Uhr

Alexander Zverev muss sich trotz Nummer 1-Status beweisen
© Getty Images
Alexander Zverev muss sich trotz Nummer 1-Status beweisen

Der Einstand als Weltranglistenerster hätte für Alexander Zverev besser laufen können. Bei seinem ersten Auftritt als offizielle Nummer 1 schied er in Paris bereits im Sechzehntelfinale gegen Lorenzo Musetti aus. In der anschließenden Pressekonferenz beschäftigte ihn allerdings weniger die Niederlage als die öffentliche Diskussion um seine neue Position. Er sei frustriert darüber, ständig erklären zu müssen, warum er die Nummer 1 verdient habe. Vermutlich sei er der erste Weltranglistenerste, der sich überhaupt mit solchen Rechtfertigungen auseinandersetzen müsse, konstatiert er sarkastisch.

Die Statistik hinter Zverevs Nummer-1-Status

Ein Blick auf die Zahlen erklärt die Diskussion zumindest in Teilen. In der laufenden Saison hat Zverev lediglich drei Matches gegen Top-10-Spieler gewonnen, ganze neun gingen verloren. Das entspricht einer Siegquote von 25 Prozent gegen die absolute Weltspitze. Zudem bezwang er sowohl bei seinem Grand-Slam-Titel in Paris als auch in New York insgesamt nur einen Top-10-Spieler. Gegen Carlos Alcaraz und Jannik Sinner konnte er in diesem Jahr überhaupt keinen Sieg verbuchen (allerdings fielen beide auch lange aus).

Obwohl diese Zahlen Zverevs Erfolge nicht mindern, bieten sie aber immerhin eine Erkärung dafür, weshalb manche Beobachter Zweifel daran haben, ob Zverev derzeit tatsächlich der stärkste Spieler auf der Tour sei. Die Weltrangliste bewertet die Ergebnisse über einen längeren Zeitraum und berücksichtigt auch Siege gegen Spieler außerhalb der Top 10. Die Frage nach dem aktuell besten Tennisniveau ist damit nicht automatisch beantwortet. Nummer 1 zu sein und in den Augen aller der beste Spieler zu sein, sind in den Augen vieler eben zwei verschiedene Dinge.

Zverevs Spielstil fehlt das “Spektakuläre”

Neben den Resultaten spielt auch Zverevs Spielstil eine Rolle für die Art und Weise, wie er wahrgenommen wird. Über seinen Aufschlag braucht man kein Wort zu verlieren. Der ist über allem erhaben. Seine Rückhand ist eine der zuverlässigsten auf der Tour. Und Zverevs Konstanz ist generell beeindruckend.

Dennoch ist sein Spiel hauptsächlich von repetitiven Grundlinienduellen geprägt. Dazu kommen die oft langen Pausen zwischen den Aufschlägen und den vielen Assen. All das erscheint vielen Zuschauern weniger spektakulär als die offensiven Höhepunkte eines Carlos Alcaraz, der mit außergewöhnlichen Winnern und spektakulären Defensivaktionen begeistert, oder die kompromisslose Schlaghärte eines Jannik Sinner. Selbstverständlich ist das keine objektive Bewertung sportlicher Qualität, aber die Unterhaltung, die ein Spieler bietet, beeinflusst nun mal seine Popularität und die öffentliche Wahrnehmung.

Der nächste Beweis muss auf dem Platz kommen

Zverev hat sich seine Position in der Weltrangliste sportlich zweifellos verdient. Ihn als unverdiente Nummer 1 zu bezeichnen, wird seiner Leistung nicht gerecht. Ob er aktuell auch der beste Spieler der Welt ist, darf hingegen durchaus diskutiert werden. Wenn Zverev die Debatte allerdings beenden will, dann muss er damit anfangen, genau jene Gegner zu schlagen, die so mancher für besser hält. Die Diskussionen fernab des Platzes müssen ihm schlicht egal sein.

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Zverev Alexander

von Isabella Walser-Bürgler

Samstag
07.11.2026, 08:01 Uhr
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