ATP/WTA: Diego Schwartzman kritisiert Chaos im Tennis-Kalender
Ex-Profi Diego Schwartzman fordert mehr Struktur auf den Touren. Zuschauer verlören zunehmend den Überblick – ATP und WTA müssten ihr Produkt klarer und verständlicher gestalten.
von Stefan Bergmann
zuletzt bearbeitet:
01.04.2026, 10:51 Uhr

Diego Schwartzman findet in einem Gespräch mit der französischen Tennisplattform “Clay” deutliche Worte für den aktuellen Zustand im Profitennis. Der ehemalige Top-10-Spieler sieht vor allem im Kalender der ATP ein grundlegendes Problem – und spart nicht mit Kritik. Aus seiner Sicht sei die Situation inzwischen so unübersichtlich, dass selbst Zuschauer kaum noch wüssten, welches Turnier sie gerade verfolgen oder welche Bedeutung es im Gesamtgefüge habe.
Der Argentinier bezeichnete den aktuellen Kalender als „verrückt“ und machte klar, dass dringend mehr Struktur notwendig sei. Gerade für Fans sei das Produkt kaum noch nachvollziehbar, erklärte er sinngemäß. Unterschiedliche Turniere, wechselnde Kategorien und fragmentierte Übertragungen würden dazu führen, dass Tennis im Vergleich zu anderen Sportarten an Klarheit verliere. Genau hier müssten ATP – und letztlich auch die WTA – ansetzen.
Engere Zusammenarbeit aller Player gefordert
Schwartzman plädiert deshalb für ein deutlich stringenteres System, orientiert an Vorbildern wie der Formel 1, der NBA oder dem Golfsport. Die großen Turniere – also Grand Slams, Masters-Events und ausgewählte Top-Veranstaltungen – sollten stärker gebündelt werden. Idealerweise könne man das gesamte Geschehen über eine zentrale Plattform verfolgen, statt Woche für Woche nach neuen Übertragungswegen suchen zu müssen. Aktuell sei genau das ein Kernproblem: „Man weiß gar nicht mehr, wo man Tennis schauen kann.“
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die zunehmende Ausdehnung des Kalenders. Die Einführung von zweiwöchigen Masters-Turnieren habe die Saison unnötig in die Länge gezogen, erklärte Schwartzman. Viele Spieler seien damit unzufrieden, auch wenn die wirtschaftlichen Argumente der Veranstalter nachvollziehbar seien. Insgesamt wirke der Kalender dadurch noch fragmentierter – ein Zustand, der laut Schwartzman dringend überarbeitet werden müsse.
Hinzu kommt die komplizierte Struktur im Hintergrund: Die Grand Slams agieren unabhängig von der ATP, Entscheidungen über den Kalender werden nicht gemeinsam getroffen. Genau hier sieht Schwartzman einen zentralen Ansatzpunkt. Eine engere Zusammenarbeit der wichtigsten Akteure könnte helfen, das Tennisprodukt klarer zu strukturieren – und damit sowohl für Spieler als auch für Fans deutlich attraktiver zu machen.
