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Australian Open: Alexander Zverev - der Glanz muss später kommen

Alexander Zverev hat letztlich souverän die zweite Runde der Australian Open 2022 erreicht. Und am Ende seiner Partie gegen Daniel Altmaier noch Lust auf mehr gehabt.

von Jörg Allmeroth
zuletzt bearbeitet: 17.01.2022, 18:07 Uhr

Sascha weiß: Es geht noch besser
© Getty Images
Sascha weiß: Es geht noch besser

Es war ein leicht kurioser Moment, der die Abendshow mit Alexander Zverev am ersten Tag der Australian Open beschloss: Der Olympiasieger hatte die Partie gegen seinen deutschen Rivalen Daniel Altmeier soeben im Tiebreak des dritten Satzes als 7:6 (3), 6:1, 7:6 (1)-Sieger zu Ende gebracht, da wandte er sich zu einem der Ballkinder um und wollte sich eine weitere Filzkugel für den nächsten Aufschlag geben lassen. Ein Zuschauer rief ihm lautstark „Game over“ zu, Zverev wirkte einen Moment irritiert über den eigenen Rechenfehler, sprintete dann aber mit großen Schritten zum Netz, um seinem geschlagenen deutschen Konkurrenten die Hand zu schütteln. „Ich habe mich verzählt. Ich dachte, ich hätte Matchball und wollte wieder servieren“, meinte der 24-jährige später leicht amüsiert, „solche Sachen passieren einem schon mal da draußen.“

Zverevs Schlagabtausch mit dem bulligen Altmeier hatte einige dramatische Momente in zwei Tiebreak-Sätzen, aber unterm Strich verlebte der Goldjunge von Tokio einen entspannten, letztlich unaufgeregten Auftakt in das erste Majorturnier der Saison 2022. Zverev nörgelte nach der Partie gegen den gebürtigen Kempener zwar, es sei „nicht viel nach Plan gelaufen, außer dass ich gewonnen habe“, aber in ernste Schwierigkeiten geriet der überkritische Mitfavorit auf den Titel nicht. „Für ein Auftaktmatch war das sehr solide. Am Anfang der Saison, am Anfang dieses ersten Topturniers willst du nur eins: Gewinnen, ohne viel Kraft zu verlieren“, erklärte Altmeister Boris Becker, „das ist Sascha absolut gelungen.“

McEnroe hält Zverev für titelreif

Während Novak Djokovic nach der Verbannung aus Melbourne inzwischen wieder in seiner serbischen Heimat angelangt war, rückte Zverev als nunmehr höchstplatzierter Akteur in der oberen Auslosungshälfte automatisch in den Fokus der großen Tenniskarawane. „Er ist, zusammen mit US-Open-Sieger Medvedev, der größte Titelkandidat“, sagte US-Legende John McEnroe, „inzwischen hat er die Reife und Erfahrung, um auch eine erfolgreiche Grand Slam-Kampagne endlich zu krönen.“ Zverevs bisher noch immer bestes Grand-Slam-Resultat ist der Endspieleinzug bei den US Open 2020, damals hatte er in New York in fünf hochdramatischen Sätzen gegen den Österreicher Dominic Thiem verloren.

Mit dem Olympiasieg im Sommer 2021 und dem fulminanten Saisonabschluß als ATP-Weltmeister hat Zverev nun aber zusätzlich Format und Souveränität gewonnen. Das erste Spiel eines Grand-Slam-Turniers ist stets eine Herausforderung, noch dazu beim Saisonauftakt in Australien, aber der Hamburger wirkt so gefestigt in seiner Statur als Mann der engeren Weltspitze, dass ihm auch ein giftiger Gegner wie Altmeier nicht allzuviel Kopfzerbrechen bereitet. Wenn es wirklich zählte in der 158-minütigen Partie der beiden DTB-Profis, dann hatte Zverev stets das bessere Ende, die bessere Lösung für sich. Auch vier vergebene Matchbälle bei einer 6:5-Führung im dritten Satz hakte der Weltranglisten-Dritte schnell ab, machte dann im Tiebreak kurzen Prozess. Nächster Gegner Zverevs ist am Mittwoch der australische Kämpfertyp John Millman – gegen ihn hat der Olympiasieger beide zurückliegenden Partien (French Open 2018, Köln 2020) gewonnen.

Hier das Einzel-Tableau der Männer bei den Australian Open 2022

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von Jörg Allmeroth

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zuletzt bearbeitet: 17.01.2022, 18:07 Uhr

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