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Australian Open: Stehaufmännchen Dominic Thiem – "Nichts ist unmöglich“

Dominic Thiem hat gegen Nick Kyrgios ein sensationelles Comeback geschafft. Und dabei mehrere Parallelen zum Endspiel der US Open aufgezeigt. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 12.02.2021, 17:34 Uhr

Dominic Thiem muss sich gegen Nick Kyrgios strecken
Dominic Thiem muss sich gegen Nick Kyrgios strecken

Es wurde der erwartete Tanz auf der Rasierklinge, den sich Dominic Thiem und Nick Kyrgios unter dem Melbourner Nachthimmel lieferten. Drei Stunden und 21 Minuten lang sollten sich die beiden in der John Cain Arena bearbeiten, begleitet von einem frenetischen Publikum, das die letzten Stunden "Freiheit" zelebrierte, ehe sich Melbourne in einen fünftägigen Lockdown verabschiedet - und bei den Australian Open wieder vor leeren Rängen gespielt wird. 

Das Publikum war es auch, das zwei Sätze lang einen Nick Kyrgios sah, der diesem Spiel seinen Stempel aufdrücken sollte. Ausgestattet mit einem frühen Break dank schläfrigem Start von Thiem servierte sich der Lokalmatador zuerst zum Satz eins - und legte gut eine Dreiviertelstunde später auch noch Durchgang zwei nach. Thiem stand mit dem Rücken zur Wand, hatte Breakbälle gegen sich - vermochte diese aber abzuwehren und setzte fortan zum Monster-Comeback an. 

Besondere "mentale" Taktik

Wie schon bei den US Open, wo er Alexander Zverev nach 2:0-Satzrückstand im Entscheidungssatz besiegen konnte, schaffte der Österreicher in Houdini-Manier den Turnaround, besiegte den unangenehmen Australier mit 6:4 im Entscheidungssatz - und steht damit im Achtelfinale des ersten Majors des Jahres. 

Es war aber nicht nur sportlich eine Ausnahmeleistung, es war vor allem eine mentale Meisterleistung, die dem Lichtenwörther den Erfolg brachte. Mit stoischer Ruhe, reaktionslos, spielte der 27-Jährige das Match und seine Emotionen hinunter. Versuchte das Publikum, die Show Kyrgios´ und die besondere Stimmung in der John Cain Arena auszublenden. 

Thiem: "... dann ist das Match gelaufen"

Er habe, so Thiem, bereits mit der Niederlage gerechnet, habe mit dem Break im dritten Satz aber wieder Hoffnung geschöpft. "Das ist mit Sicherheit eine der größten Herausforderungen, gegen Nick hier von 0:2 zurückzukommen. Aber seit den US Open weiß ich, dass alles möglich ist", sagte der Österreicher im On-Court-Interview. Dennoch bevorzuge er es, vor Zuschauern zu spielen - völlig egal, ob diese nun für oder eben gegen ihn seien. 

Vor allem der Start in den dritten Durchgang, als er nach abgewehrten Breakbällen prompt selbst dem Australier den Aufschlag abnehmen konnte, sei laut Thiem ein Knackpunkt in diesem Match gewesen: "Wenn er mich im dritten Satz breakt, ist das Match voll gelaufen. Als ich ihm dann den Aufschlag abgenommen habe, wusste ich, dass ich es schaffen kann." 

"Es war ein episches Match, es ist eine der härteren Challenges im Tennis, Nick gegenüberzustehen, wenn er ´on fire´ ist und auf seinem Lieblingscourt spielt und eine unglaubliche Atmosphäre hinter sich hat. Deswegen bin ich sehr zufrieden mit dem Spiel und es gibt mir auf jeden Fall Auftrieb für das, was noch kommt", erklärte der Lichtenwörther in der Pressekonferenz nach seinem Weiterkommen. "Wenn er so spielt wie heute, dann ist er einfach enorm schwer zu schlagen."

Die heutige Niederlage hat auch beim geschlagenen Kyrgios Eindruck hinterlassen, ein seltener Ausbruch von Respekt sollte in der Pressekonferenz des Australiers zu beobachten sein: "Viel Glück für ihn, ich hoffe, er macht sich gut, denn er ist ein verdammt guter Spieler", adressierte der 25-Jährige an Thiem, der nun auf den Bulgaren Grigor Dimitrov trifft. Ein völlig anderes Spiel unter völlig anderen Bedingungen, das den Weltranglistendritten am Sonntag erwarten wird. 

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12.02.2021, 17:30 Uhr
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