Borna Coric im Interview - "Möchte einfach wieder Tennis spielen"

Borna Coric ist zurück. Der 25 Jahre alte Kroate hat beim Emilia-Romagna Tennis Cup in Montechiarugolo-Parma das Finale erreicht. Coric musste aufgrund einer Verletzung an der rechten Schulter und einer anschließenden OP im Frühjahr 2021 für rund ein Jahr aussetzen.

von Florian Heer
zuletzt bearbeitet: 19.06.2022, 07:22 Uhr

Borna Coric steht in Parma im Endspiel
© Florian Heer
Borna Coric steht in Parma im Endspiel

Von Florian Heer aus Parma

Im März kehrte die ehemalige Nummer 12 der ATP-Weltrangliste, die bis auf Position 255 abgefallen ist, wieder auf die Tour zurück. Beim ATP-Challenger-125 Sandplatzturnier in Oberitalien hat Coric nun sein erstes Finale seit Oktober 2020 erreicht. Am Sonntagnachmittag geht es gegen den Schweden Elias Ymer um die erste Trophäe seit seinem Turniersieg im westfälischen Halle.

Wir haben den Mann aus Zagreb nach seinem 6:1, 75 Halbfinal-Erfolg am :Samstagabend über Dusan Lajovic, die Nummer zwei der Setzliste in Parma, zum Gespräch getroffen.

tennisnet: Glückwunsch zum Einzug ins Finale. Was hat heute den Unterschied ausgemacht?

Borna Coric: Ich habe sehr clever gespielt. Wir haben bereits vor einigen Wochen in Madrid gegeneinander gespielt und ich habe 6-4 im dritten Satz verloren. Mein Level ist seitdem aber gestiegen. Ich habe besser serviert und insgesamt war es ein wesentlich besserer Auftritt von mir. Die heutige Partie war wahrscheinlich die beste seit meinem Comeback.

Sie konnten ein Jahr lang kein Match bestreiten. Wie empfanden Sie diese lange Zeit?

Es war keineswegs leicht für mich. Zu Beginn hat es mir gar nicht so viel ausgemacht, da ich sowieso eine Auszeit benötigte und ich auch müde vom Tennis war. Ich habe mit fünf Jahren angefangen zu spielen. Nach einigen Monaten jedoch wollte ich wieder auf die Tour zurück, doch meine Schulter hat es nicht zugelassen. Deswegen bin ich sehr glücklich jetzt hier sein zu können und beinahe schmerzfrei Tennis zu spielen.

Sie sagen „beinahe“ schmerzfrei. Wie fühlen Sie sich körperlich?

Ich war ein Jahr lang raus. Da kann man nicht erwarten nach nur wenigen Monaten vollkommen schmerzfrei agieren zu können. Ich habe keine großen Probleme und wenn es ab und an dann doch mal zwicken sollte, ist das auch okay.

Sie hatten einige lange und anstrengende Matches diese Woche hier. Wie gut konnten Sie das bisher wegstecken?

Dies ist genau das, was ich brauchte. Als ich beim Turnier in Indian Wells im März zurückkam, hatte ich im Anschluss nicht viele Matches bestritten, da ich einige Erstrunden-Niederlagen einstecken musste. Das war auch der Grund, warum ich zurück auf die Challenger-Tour gekommen bin. Es geht darum wieder Matchpraxis zu erlangen und einige Siege einzufahren.

Jetzt sind Sie zurück in einem Finale. Was bedeutet das für Sie?

Nach der langen Zeit hat das eine große Bedeutung für mich. Ich bin nicht in der besten Verfassung nach Parma gekommen und wusste nicht, was mich erwarten würde. Ich habe mich aber durch viele enge Matches gekämpft und gut gespielt. Mein Level ist von Match zu Match gestiegen.

Ihren letzten Titel konnten Sie vor genau vier Jahren beim ATP-500-Turnier in Halle gewinnen.

Ohne Frage habe ich nur die besten Erinnerungen an das Turnier. Es war der bisher größte Erfolg in meiner Tenniskarriere. Es ist schön daran zu denken, aber es ist auch schon einige Zeit her. Jetzt gilt es den Blick wieder nach vorne zu richten.

Haben Sie bereits einen Fahrplan für die nächsten Wochen und Monate?

Ich werde dies nach dem Finale entscheiden. Aktuell bin ich mir noch nicht ganz sicher, wie es weiter geht. Es geht auch nicht um das Erreichen bestimmter Ranglistenpositionen. Ich möchte einfach weiter Tennis spielen und schließlich komplett schmerzfrei werden.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute dabei.

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von Florian Heer

Sonntag
19.06.2022, 09:50 Uhr
zuletzt bearbeitet: 19.06.2022, 07:22 Uhr