CH Augsburg: Max Schönhaus überzeugt zum Auftakt

DTB-Youngster Max Schönhaus hat beim ATP-Challenger-Turnier in Augsburg den früheren Wimbledon-Junioren-Sieger Mili Poljicak souverän in die Schranken gewiesen.

von PM
zuletzt bearbeitet: 24.08.2026, 20:35 Uhr

Max Schönhaus hat in Augsburg zum Auftakt voll überzeugt
© BTV
Max Schönhaus hat in Augsburg zum Auftakt voll überzeugt

Zwei der ehemals weltbesten Jugendspieler kreuzten im „Match of the Day“ auf dem Centre Court im Siebentischwald die Schläger. Während sich der Sauerländer Max Schönhaus (ATP-Nr. 318) im vergangenen Jahr den Titel bei den ITF Junior World Tour Finals sichern konnte, triumphierte der Kroate Mili Poljicak (ATP-Nr. 263) 2022 bei den Junioren in Wimbledon. Und von Beginn an wurden die Zuschauer mit variablem Tennis bei feinster Klinge verwöhnt. Nachdem der 19-jährige Schönhaus im ersten Spiel noch drei Break-Möglichkeiten verstreichen ließ, packte er zwei Spiele später mit einem spektakulären Passierschlag durch seine einhändige Rückhand zu. Nur bei einem Aufschlagspiel im ersten Durchgang kam der Sauerländer in Bedrängnis, konnte aber die zwei Breakchancen seines 22-jährigen Gegners vereiteln und im weiteren Verlauf den Satzgewinn sicher ausservieren.

In der Anfangsphase des zweiten Durchgangs hatten beide Protagonisten ein hartumkämpftes Aufschlagspiel zu überstehen, konnten aber jeweils zwei Breakchancen ihres jeweiligen Gegenübers abwehren. Im siebten Spiel aber brachte sich Schönhaus bei Aufschlag seines Gegners in Stellung und fixierte mit einer temporeichen Cross-Vorhand aus der Defensive das vorentscheidende Break. Nach einem souveränen Aufschlagspiel ohne Verlustpunkt zeigte sich der DTB-Youngster bei Service des an Nr. 4 gesetzten Poljicak weiterhin präsent und machte mit einem gefühlvoll vor die Füße seines Gegners gespielten Ball zum Jubel der heimischen Zuschauer den Deckel auf den finalen 6:4, 6:3-Erfolg nach 94 Minuten drauf. Im Achtelfinale trifft Schönhaus auf den Sieger der Partie zwischen dem Schwaben-Open-Dauerbrenner Daniel Masur und dem Tschechen Petr Brunzlik, die den morgigen Tag auf dem Centre Court ab 10:30 Uhr eröffnen.

Im On-Court-Interview kommentierte die ehemalige Nr. 2 der Jugend-Weltrangliste: „Ich wusste natürlich vor dem Match, dass Mili ein richtig starker Spieler ist, der in der Juniorenzeit große Erfolge gefeiert hat und auch bei den Herren schon richtig starke Resultate abgeliefert hat. Der Schlüssel zum Erfolg war für mich, dass ich auch bei seinen Aufschlagspielen unabhängig vom Spielstand immer drangeblieben bin und freue mich natürlich mega, dass ich mich letztlich dafür auch belohnen konnte.“

Topo kassiert Auftakt-Niederlage

Die Segel im Hauptfeld des Einzels musste der Münchner Marko Topo (ATP-Nr. 338) bereits gegen den Spanier Miguel Damas (ATP-Nr. 302) streichen. In einem Break-Festival im ersten Satz, bei insgesamt fünf abgegebenen Aufschlagspielen in Folge, musste der 26-jährige Damas beim Stand von 3:5 erneut eine Break-Chance abwehren, konnte aber den Reigen unterbrechen und bei seinem ersten Satzball den Gewinn des ersten Durchgangs fixieren. Im zweiten Satz stabilisierten sich beide Spieler bei eigenem Service, ehe der 22-jährige Topo seinen Aufschlag im neunten Spiel vorentscheidend abgeben musste und Damas die Partie mit einem souveränen Aufschlagspiel ohne Punktverlust zum 6:3, 6:4-Sieg beenden konnte.

Doppel-Champion Sanchez-Martinez macht erneuten Hauptfeldeinzug perfekt

Weiterhin auf bestem Wege ist Benito Martinez-Sanchez (ATP-Nr. 1002), um an sein Vorjahresresultat in Augsburg anzuknüpfen, als er aus der Qualifikation heraus ins Viertelfinale einziehen konnte. In der Finalrunde der Quali sah sich der Berliner dem Tschechen Dominik Recek (ATP-Nr. 822) gegenüber, der in der ersten Runde den topgesetzten Georgii Kravchenko aus der Ukraine ausschalten konnte. Nach ausgeglichenem Start erspielte sich der 24-Jährige im fünften Spiel die ersten Break-Möglichkeiten und konnte die dritte davon nutzen. Im weiteren Verlauf musste der Linkshänder einmal hart um sein Service kämpfen, konnte aber alle drei Möglichkeiten seines 31-jährigen Gegners abwehren und den Gewinn des ersten Durchgangs ausservieren. Im zweiten Satz sah sich der ehemalige College-Spieler schnell mit 1:3 im Rückstand, fand dann aber wieder mehr Sicherheit in seinen Schlägen und fixierte mit fünf in Folge gewonnener Spiele den 6:4, 6:3-Erfolg nach 79 Minuten. Im Hauptfeld wartet zum Auftakt der Bolivianer Murkel Dellien (ATP-Nr. 335).

Im Anschluss an die Partie gab der Vorjahres-Doppel-Champion zu Protokoll: „Heute war es wegen den etwas windigeren Bedingungen nicht ganz so einfach, deshalb habe ich etwas vorsichtiger gespielt. Dennoch ist es mir gelungen, das Beste daraus zu machen und trotzdem in zwei Sätzen durchzugehen, auch wenn ich heute nicht so gut gespielt habe wie am Vortag.“

United-Cup-Champion Wehnelt nutzt Standortvorteil aus

Auf Court 1 eröffnete, wie bereits am Vortag, der Berliner Kai Wehnelt (ATP-Nr. 625) gegen den ebenfalls in der Bundeshauptstadt aufgewachsenen Robert Strombachs (ATP-Nr. 449). Und vom Start weg konnte sich der 30-Jährige besser auf die wechselnden Lichtbedingungen einstellen und dominierte den ersten Durchgang komplett. Im zweiten Satz konnte sich der 26-jährige Strombachs deutlich steigern und das Geschehen komplett offenhalten. Im neunten Spiel machte der für Lettland startende Davis-Cup-Spieler jedoch mit einigen leichten Fehler die Türe zum Break auf und musste sein Service mit einem ins Netz geschlagenen Rückhand-Drive-Volley abgeben. Im Anschluss daran nutzte Wehnelt, der 2024 im siegreichen deutschen Team beim United Cup stand, die Chance bei eigenem Aufschlag und besiegelte bei seinem ersten Matchball den 6:1, 6:4-Erfolg nach 62 Minuten. Im Hauptfeld sieht sich der Qualifikant Nick Hardt aus der Dominikanischen Republik gegenüber.

Nach der Partie resümierte der zufriedene Sieger: „Es ist immer schwierig, gegen einen guten Freund zu spielen. Wir verstehen uns richtig gut und gehen bei den Turnieren auch regelmäßig zusammen Essen. Deshalb kennen wir uns in- und auswendig und das ist dann wie Schach spielen. Im ersten Satz hatte ich den Vorteil, dass ich die Bedingungen vom gestrigen Match schon besser kannte und diesen dadurch klar für mich entscheiden konnte. Im zweiten Satz war es dann lange ausgeglichen, ehe er mir auf dem Weg zum Break etwas angeboten hat und ich das Match dann zum Glück ausservieren konnte.“

Davis-Cup-Spieler Hassan siegt nach Fehlstart

Einen Weckruf benötigte der Neuwieder Benjamin Hassan (ATP-Nr. 514), der das libanesische Heimatland seiner Eltern im Davis Cup repräsentiert, gegen den Tschechen Matthew William Donald (ATP-Nr. 461). Doch nach einem 1:3-Rückstand fand der 31-Jährige immer besser zu seinem variablen Spiel, bekam gegen Ende des ersten Durchgangs zwei Satzbälle per Doppelfehler von seinem Gegner serviert und packte bei der zweiten Möglichkeit mit einem druckvollen Return zu. Im zweiten Satz übernahm der gebürtige Merziger immer mehr das Zepter, konnte seinem 21-jährigen Gegner zweimal das Service abnehmen und triumphierte nach 69 Minuten mit 6:4, 6:2.

Gavrielides verpasst erfolgreiche Revanche

Viel vorgenommen hatte sich der Ludwigsburger Liam Gavrielides (ATP-Nr. 1143) gegen den Schweizer Mika Brunold (ATP-Nr. 423), mit dem er bereits mehrfach zusammen im Doppel angetreten war und gegen den er das letzte Aufeinandertreffen im Einzel verloren geben musste. Doch sein 21-jähriger Gegner fand besser in die Partie, verteilte die Bälle mit seiner spinreichen Vorhand geschickt und konnte den ersten Durchgang sicher einfahren. Im zweiten Durchgang konnte der 22-jährige Gavrielides nach einem 1:3-Rückstand seine Fehlerquote deutlich reduzieren, kam mit seinen temporeichen Schlägen immer häufiger zum Erfolg und konnte das Geschehen bis zum Erreichen des Tiebreaks offenhalten. Dort aber hatte der Eidgenosse Brunold das Momentum auf seiner Seite und marschierte mit fünf in Folge gewonnener Punkte zum 6:2, 7:6 (3)-Erfolg nach 94 Minuten.

von PM

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zuletzt bearbeitet: 24.08.2026, 20:35 Uhr