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Chefkoch entscheidet HTT FO Viertelfinale

Vielleicht war es das bislang beste Match der heurigen 31. Ausgabe der HTT French Open! Mit Sicherhe...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 31.05.2022, 17:18 Uhr

Vielleicht war es das bislang beste Match der heurigen 31. Ausgabe der HTT French Open! Mit Sicherheit war es aber das Spiel mit dem kuriosesten Ende und ein hochklassiges Viertelfinal-Duell obendrein, das im Finish eines 3:27 Stunden dauernden und von Toptennis geprägten Schlagabtausches zwischen Serbiens 3fachem HTT Wimbledonsieger Vladimir Vukicevic und Jungstar Sebastian Wojta von einer dritten Person zumindest mitentschieden wurde. Kurios ist wohl auch, dass ausgerechnet ein “Koch” dem Sohn von Fernseh-Starkoch Andi Wojta zum Verhängnis wurde. Ein Bericht von C.L

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Sebastian Wojta und sein nun ambivalentes Verhältnis zu Köchen

Mario Lazzer ist nicht nur der Chef des La Ville Restaurants und jener Mann, der die Stars der HTT-Szene als Chef-Koch Woche für Woche mit kulinarischen Feinheiten verwöhnt, sondern seit Montag Abend auch ein Garant für den sportlichen Erfolg im “Team Vukicevic”. Nein Spaß beiseite! Es war ein Missgeschick, ein Versehen, ein Ausrutscher oder wie immer man es auch nennen möchte, das die spannungsgeladene  Endphase des Viertelfinal-Schlagers zwischen Wojta und Vukicevic prägte, und für eine unglückliche Außendarstellung sorgte. Was war geschehen? Bei 4:4 im alles entscheidenden dritten Satz einer intensiv und hochklassig geführten Partie, in der Vukicevic bereits mit einem Oberschenkelkrampf zu kämpfen hatte, ging plötzlich am “kleinen Centercourt” des UTC La Ville wie von Zauberhand das Flutlicht aus. Plötzlich standen die beiden HTT-Stars im Dunklen, denn der La-Ville-Restaurant-Chef höchstpersönlich hatte beim Versuch das Licht der Courts 3 und 4 abzudrehen, in der Eile den Schalter von Court 2 betätigt, und dem letzten Match des fünften Spieltages das Licht ausgemacht. Und das bei 4:4 im dritten Satz, in einer heiklen Situation, in der beide Spieler mental höchst angespannnt agierten, und Vukicevic bereits mit massiven körperlichen Problemen zu kämpfen hatte. Die hochsensiblen Lampen sind auch nicht einfach wie die Wohnzimmerbeleuchtung ein- und auszuschalten, und so standen die beiden Semifinal-Kandidaten nun vor der Entscheidung, abzuwarten bis das Flutlicht wieder angeht, oder auf den “dunklen” Centercourt zu wechseln.

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Wojta wehrt zwei Matchbälle ab, verliert aber nach 3:27 Stunden mit 5:7, 7:6 und 4:6 – Vukicevic steht zum 1. Mal im HTT FO-Semifinale

Zuvor hatten beide Spieler ein phantastisches Match auf den kleinen Show-Court des UTC La Ville gezaubert, und echte Werbung für Grand-Slam-Tennis auf der Hobby Tennis Tour gemacht. Dreieinhalb Stunden boten Vukicevic und Wojta den Zuschauern einen sehenswerten Tennis-Krimi, in den Wojta weiteraus besser hinein startete. 5:2 lag der 19jährige voran, ehe Vukicevic mit fünf Games in Serie doch noch den ersten Heat an sich reißen konnte. Im zweiten Durchgang schien Vukicevic ein Break zum Matchgewinn zu reichen, das er bis 6:5 transportierte, und dort bei eigenem Aufschlag und einer 40:15 Führung zu nützen schien. Doch der 17fache Turniersieger staunte nicht schlecht, als Wojta plötzlich sein allerbestes Tennis auspackte, drei Mal in Serie mit vollstem Risiko die Linien “putzte” und sich ins Tie-Break rettete. Dort spielte der Ranglisten-Siebzehnte seine ganze Klasse aus, und glich mit einem 7:1 zum 1:1 in Sätzen aus. Insgesamt hatte Wojta nach den abzuwehrenden Matchbällen mit 11:1 Punkten die Wende geschafft und einen dritten Satz erzwungen. Dort ging es bis 4:4, ehe wie erwähnt jener Mann ins Spielgeschehen eingriff, der sonst für die kulinarisches Highlights eines jeden HTT Turnierwochenendes verantwortlich zeichnet. Der Kulinarik-Künstler mit seinem einzigen “Patzer” des Wochenendes, verschaffte dem von Krämpfen geplagten Vukicevic eine Verschnaufpause, und Wojta ein Päuschen zum unfreiwilligen Nachdenken. Man einigte sich auf eine Übersiedlung auf den Centecourt mit bekanntem Ende. Vukicevic siegte 6:4, und zog bei seinen sechsten HTT French Open zum ersten Mal in seiner HTT Karriere ins Semifinale des Sandplatz-Klassikers ein.

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Vukicevic in seinem 18. HTT Grand Slam Semifinale gegen Wenzel Graski und auch Vinzenz Wutzl steht unter den letzten Vier

In seinem insgesamt 18. HTT Grand-Slam-Halbfinale wird es Vukicevic mit Titelfavorit Wenzel Graski zu tun bekommen, der am Montag Abend mit einem siegreichen Doppelpack die Vorschluss-Runde des zweiten HTT Saison-Grand-Slam-Turniers erreicht hat. Zunächst schaltete der 18jährige im letzten Achtelfinale des Turniers Comebacker Luka Matic mit 6:3, 6:4 aus, wobei Matic im Vergleich zu den ersten Turniertagen aufsteigende Form zeigte, und sich nach dem Match dementsprechend zufrieden zeigte. “Es wird von Tag zu Tag besser. Schade, diese Partie würde ich gerne in zwei, drei Wochen spielen”. Graski zog indes weiter, und nahm in der Folge mit “Flutlicht-Opfer” Bernd Steiner den nächsten HTT Hochkaräter aus dem Bewerb. Mit 6:3, 6::1 noch dazu recht deutlich, da half dem unterlegenen 4fachen HTT Masters Series 1000 Champion am Ende nur mehr ein SaxEis zur Frustbewältigung. Seinen Siegeszug durch das HTT French Open Tableau setzte am Montag Nachmittag auch Vinzenz Wutzl fort. Der Damian Roman Bezwinger vom TC Tulln, deklassierte Burgenlands HTT Star Philipp Schlaffer mit 6:1, 6:1, und wartet nun im Semifinale auf den Gewinner des letzten und noch offenen Viertelfinales zwischen Maximilian Wild und Amel Bisevac.

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