Davis Cup: Auf Tomas Berdych wartet ein Wiedersehen der besonderen Art
2012 kämpften Tomas Berdych und David Ferrer in Prag auf dem Platz um den Davis-Cup-Titel. 13 Jahre später kommt es in neuer Rolle zum Wiedersehen der beiden.
von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet:
18.11.2025, 09:27 Uhr

von Nikolaus Fink aus Bologna
Das Karriereende sieht man Tomas Berdych auch sechs Jahre nach seinem Rücktritt nicht wirklich an. Der 40-Jährige wirkt in Bologna fit wie eh und je – und weiß, wie sich ein Davis-Cup-Triumph anfühlt. 2012 und 2013 holte Berdych mit Tschechien in zwei aufeinanderfolgenden Jahren den Titel. Dass zwölf Jahre später der insgesamt vierte Triumph der stolzen Tennisnation folgen soll, daraus machte Berdych am Montag bei der Pressekonferenz erst gar kein Geheimnis.
“Ich denke, alle sind hungrig, den Pokal zu gewinnen. Das ist unter dem Strich der wichtigste Grund, warum wir alle hier sind”, erklärte Tschechiens Davis-Cup-Kapitän. Mit Jiri Lehecka, Jabuk Mensik, Tomas Machac, Vit Kopriva und Adam Pavlasek verfügt Berdych über ein äußerst schlagkräftiges Team, das sein Potenzial im September mit dem 3:2-Erfolg in den USA eindrucksvoll unter Beweis stellte.
Gerüchte um Alcaraz-Absage
Das Problem: Mit den von Carlos Alcaraz angeführten Spaniern bekommt es Tschechien bereits im Viertelfinale mit dem Topfavoriten auf den Turniersieg zu tun. "Natürlich wissen wir alle, dass es in diesem Jahr keine größere Herausforderung geben wird, als gegen Jannik oder Carlos zu spielen. Diese beiden haben eine großartige Saison hinter sich und produzieren überall unglaubliches Tennis“, meinte Lehecka, dem am Donnerstag die zweifelhafte Ehre eines Aufeinandertreffens mit dem Weltranglistenersten zuteilwerden könnte.
Allerdings machten am Dienstagvormittag Gerüchte die Runde, wonach Alcaraz verletzungsbedingt doch nicht in Bologna spielen kann. Details wird die Öffentlichkeit wohl am Nachmittag um 15:30 Uhr bei der Pressekonferenz des spanischen Teams erfahren,
Berdych, der wie all die anderen Teamkapitäne noch ein Geheimnis aus seinem Line-Up machte, bezeichnete Alcaraz' Spanien allenfalls als die “wahrscheinlich stärkste der acht Mannschaften“: ”Das ist eine große Herausforderung für uns". Gleichzeitig versprühte der Wimbledon-Finalist von 2010 Zuversicht: “Ich glaube definitiv an dieses Team.”
Berdych: “Neue Rivalität kann beginnen”
An die passive Rolle als Teamkapitän gewöhnte sich Berdych, der die tschechische Mannschaft erst am Anfang dieses Jahres übernommen hatte, gemäß eigener Aussage relativ schnell. Viel schwieriger sei es gewesen, als aktiver Spieler auf der Bank Platz nehmen zu müssen, erinnerte er an das entscheidende Einzel zwischen Radek Stepanek und Nicolas Almagro vor 13 Jahren in Prag: “Das war das schlimmste Gefühl.”
Am Ende des Tages hatten die Tschechen in der heimischen O2 Arena das bessere Ende für sich. Leidtragender war damals David Ferrer, der sowohl gegen Stepanek als auch gegen Berdych in drei Sätzen gewann und trotzdem leer ausging. In Bologna dürfte Spaniers nunmehriger Davis-Cup-Kapitän demnach auf Revanche sinnen. “Es wird schön sein, eine neue Rivalität mit David zu beginnen. Wir haben unsere Karrieren beim Stand von 8:8 im Head to Head beedet”, meinte Berdych. "Jetzt können wir mit einer neuen Rivalität beginnen.“
