Davis Cup: Daniil Medvedev will ATP im Fall Peng Shuai nicht kritisieren

Während vielerorts Kritik laut wurde, die ATP würde im Fall Peng Shuai nicht entschlossen genug handeln, stellte sich Daniil Medvedev am Rande der Davis Cup Finals durchaus verteidigend hinter die ATP.

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 03.12.2021, 16:43 Uhr

Daniil Medvedev hat sich zum Fall Peng Shuai geäußert
Daniil Medvedev hat sich zum Fall Peng Shuai geäußert

Die WTA hat durchgegriffen. Hart durchgegriffen. Mit der Entscheidung, mit sofortiger Wirkung keine Turniere mehr in China austragen zu wollen, hat WTA-Boss Steve Simon die Ultima Ratio gesetzt - und dafür sporartenübergreifend höchsten Respekt zugesprochen bekommen. Nachdem die WTA also weiter auf Eskalation setzt, um die Sicherheit von Peng Shuai - die seit der Veröffentlichung von Missbrauchsvorwürfen gegen einen ranghohen chinesischen Politiker mutmaßlich harten Repressionen ausgesetzt ist -, stellte sich früh die Frage, ob die ATP denn nachziehen werde. 

Die Antwort lieferte die Herren-Organisation wenige Stunden später - und befriedigte damit einigermaßen wenige. Man wolle sich sehr wohl für die Sicherheit aller Sportlerinnen und Sportler einsetzen, diesen Worten zur Stunde aber nicht wirklich große Taten folgen lassen. Das sorgte für Kritik. Scharfe Kritik. Man stelle wirtschaftliche Interessen vorne an, sei nicht bereit, hart (genug) durchzugreifen, so die Lesart. Andy Roddick etwa kommentierte das Statement der ATP auf Twitter: "Wie man sehr viele Worte sagt, ohne etwas zu sagen."

Medvedev möchte ATP nicht kritisieren 

Nicht wirklich kritisieren wollte die ATP wiederum Daniil Medvedev, der am Rande der Davis Cup Finals erklärte: "Was die WTA getan hat, war definitiv eine starke Entscheidung", so der Weltranglistenzweite. "Ich möchte niemandem die Schuld geben. Ich habe das Gefühl, dass es viele Meinungen gibt, was zu tun ist. Ich möchte niemanden dafür anprangern, der nicht das gleiche tut (Anm. wie die WTA). Vielleicht hat Andrea (Anm. Gaudenzi) eine andere Meinung, was in dieser Situation zu tun ist und wie man reagieren sollte", erklärte der Russe. "Was die WTA getan hat, war eine Reaktion. Die ATP hat also anders reagiert. Ich möchte nicht sagen, welche gut oder schlecht ist."

Angesprochen, ob er selbst sich wohl fühlen würde, angesichts dieser Vorwürfe in China zu spielen, wollte sich Medvedev nicht wirklich zu einer klaren Aussage durchringen: "Das nächste Turnier ist erst im Herbst. Derzeit wird ein Mensch vermisst, das ist natürlich nicht gut. Hoffentlich kann dieses Thema gelöst werden", erklärte der Russe. Weil es eben aber noch so lange bis zum nächsten Event in China sei, wolle sich der 25-Jährige auch nicht festlegen: "Ich möchte das nicht so früh kommentieren, wenn das Turnier nächste Woche wäre, würde sich wahrscheinlich niemand wohlfühlen. Einige Länder haben Probleme und dennoch spielen wir in den meisten von ihnen Tennis."

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