Disqualifikation – Susanne Celik sorgt gegen Top-Talent für Eklat

Susanne Celik wurde beim ITF-Turnier in Surprise gegen die 15-jährige Catherine Bellis disqualifiziert, weil sie einen Linienrichter mit einem Ball getroffen hat.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 23.02.2015, 20:38 Uhr

Eine Disqualifikation in einem Tennis-Match passiert doch recht selten. Bis es so weit kommt, muss einiges geschehen sein. Wenn dann tatsächlich mal ein Spieler oder Spielerin disqualifiziert wird, schlägt das hohe Wellen. So auch im Fall von Susanne Celik. Die 20-jährige Schwedin, derzeit Nummer 233 der Welt, wurde in ihrem Achtelfinalmatch beim ITF-Turnier in Surprise (US-Bundesstaat Arizona) gegen die erst 15-jährige US-Amerikanerin Catherine „CiCi“ Bellis“ disqualifiziert. Der Grund: Celik soll beim Stand von 2:2 im dritten Satz einen Ball mit ihrem Schläger aus Frust weggeschlagen haben. Der Ball flog auf den Nebenplatz, wo ein weiteres Spiel stattfand, und traf einen Linienrichter laut dessen Angaben mit voller Wucht am Hals.

Da es keine Videoaufnahmen von dem Vorfall gibt, ist die Situation schwer nachzuvollziehen. Celik entschuldigte sich zwar sofort bei dem Linienrichter und beim Oberschiedsrichter, konnte die sofortige Disqualifikation aber nicht vermeiden. Besonders ärgerlich für Celik: Die Szene, die zur Disqualifikation führte, hätte sie leicht vermeiden können, denn die Schwedin hatte gegen das Top-Talent Bellis,die letztes Jahr bei den US Open für Furore gesorgt hatte, bereits mit 6:1, 5:1 geführt, um dann dennoch den Satzausgleich hinnehmen zu müssen.

„Mit das Unsportlichste, was ich gesehen habe“

Celik sprach einen Tag nach dem Vorfall mit der schwedischen Tennis-Internetseite „Tennis.se“ über den bizarren Vorfall und verteidigte sich. „Das war pures Pech. Jeder, der mich kennt, weiß das“, erklärte die 20-Jährige. „Ich wollte die Bälle nur zu ihr rüberspielen und habe einen der Bälle am Rahmen getroffen, als ich mich gleichzeitig umgedreht habe, um nach meinem Handtuch zu greifen. Ich hatte keine Idee, was vor sich ging. Dann haben sie gesagt, dass der Ball einen Linienrichter auf dem Nebenplatz getroffen habe, wo ein Doppelmatch stattfand. Selbst, wenn ich es versucht hätte, wäre ich nicht fähig dazu gewesen, einen Linienrichter auf dem anderen Platz zu treffen. Es war ein Missgeschick. Ich würde niemals meinen Zorn an einem Linienrichter auslassen. Großer Gott. Der Ball ist aufgesprungen und ist zu ihm gesprungen. Er wurde nicht mal verletzt.“

Die Disqualifikation machte schnell in den sozialen Netzwerken die Runde und stellte Celik in keinem guten Licht da. „Es ist eine komplett falsche Geschichte über mich entstanden, dass ich den Ball in Richtung eines Linienrichters gefeuert habe. Das ist krank. Darüber bin ich sehr traurig“, erklärte die enttäuschte Schwedin. „Als der Oberschiedsrichter kam, hat er keine 20 Sekunden dafür benötigt, ohne mich anzuhören, und gesagt: ‚Das Match ist zu Ende. Ich werde das nicht diskutieren.’“ Der Zorn von Celik richtet sich aber auch gegen ihre Gegnerin Bellis, denn die 15-jährige US-Amerikanerin soll sich nach Augenzeugenberichten zufolge nach der Disqualifikation lautstark gefreut und die Faust geballt haben. „Bellis hat vor Freude geschrien, mit beiden Händen zum Himmel gerichtet. Das war mit das Unsportlichste, was ich in meinem ganzen Leben gesehen habe.“

„Das ist unglaublich unfair“

Celik stößt es auch sauer auf, dass Bellis im Matchverlauf für ein ähnliches Vergehen nicht bestraft wurde. „Bellis hat nur fünf Spiele vorher selbst einen Ball ohne Aufspringen abgefeuert, der einen Linienrichter auf unserem Platz getroffen hat. Dafür hat sie nur eine Verwarnung bekommen. Das ist unglaublich unfair. Ich verstehe das nicht.“ Der Ball von Bellis soll allerdings, anders als Celik berichtet, vorher mehrmals aufgesprungen sein und im langsamen Tempo den Linienrichter im Rücken getroffen haben. In der nächsten Runde beim Turnier in Surprise traf Bellis auf Celiks LandsfrauSofia Arvidsson, die sich gegen die große Nachwuchshoffnung im Damentennis in drei Sätzen durchsetzten konnte und schließlich auch das Turnier gewann.

Arvidsson widmete den Sieg gegen Bellis ihrer Kollegin. „Dieser Sieg war für meine Freundin Susanne Celik, die gestern auf unerklärliche Weise disqualifiziert wurde“, schrieb Arvidsson via Twitter. Der Vorfall im Match zwischen Celik und Bellis war übrigens nicht die erste Kuriosität in Surprise.Im Vorjahr hatte die Serbin Jovana Jaksic das Endspiel gegen die Österreicherin Tamira Paszek gewonnen und dabei 14 (!) Matchbälle abgewehrt und damit einen neuen Rekord gesetzt. Keine Frau im Profitennis hatte zuvor so viele Matchbälle abgewehrt und dann das Match noch für sich entschieden. Vielleicht liegt es auch am Ortsnamen Surprise, dass in Arizona anscheinend immer Überraschendes passiert.(Text: cab)

von tennisnet.com

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23.02.2015, 20:38 Uhr