Kürzere Sätze? Kim Clijsters widerspricht Novak Djokovic
Im Gegensatz zu Novak Djokovic würde Kim Clijsters nicht am traditionellen Format im professionellen Tennis rütteln.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
11.08.2026, 10:44 Uhr

Mütter und Väter wissen es: Die Aufmerksamkeitsspanne der nachfolgenden Generationen ist in der Regel kürzer als die der eigenen. Was bei Sportarten, die im Gegensatz zum Fußball oder Handball ohne einigermaßen gesicherte Spieldauern auskommen müssen, zu Problemen führen kann. Das hat unter anderem die Major League Baseball erkannt, die mit verschiedenen Maßnahmen (wie mit einer vorgegebenen Zeit, in der der Pitcher den Ball werfen muss) dafür gesorgt hat, dass die Matches kürzer werden.
Im Tennis ist die Lage ganz ähnlich, Planungssicherheit gibt es letztlich nur für die Startzeit der allerersten Partie eines Spieltages. Und selbst da nur, wenn der betreffende Court überdacht ist. Aber klar: Kürzere Formate sprechen eventuell neue Zielgruppen an, seit Jahren werden etwa bei den NextGen-Finals die Sätze nur noch bis vier gespielt, dafür muss man halt auch mehr davon gewinnen.
Clijsters feiert Marathon-Matches bei Majors
Novak Djokovic hat nun vor ein paar Tagen anklingen lassen, dass er sich dieses Format auch auf der ATP-Tour vorstellen könnte. Plus die Einführung der No-Ad-Regel. Wie genau sich die Majors dabei verhalten sollten, ließ Djokovic offen. Am Best-of-Five-Format wolle er da aber nicht rütteln. Aber dann nur mit verkürzten Sätzen?
Kim Clijsters, belgische Tennislegende und dreimalige Major-Siegerin, hat diesbezüglich eine klare, andere Meinung als Djokovic. „Ich glaube, es gibt nichts Besseres als ein Vier- oder Fünf-Stunden-Match zu verfolgen“, erklärte Clijsters in ihrem Podcast. „Und die passieren schließlich nicht jeden Tag, oder? Aber ein paar davon in einem Turnier zu haben, besonders wenn man Novak gegen Sinner, oder früher Novak gegen Rafa, Rafa gegen Roger haben kann - für mich stechen diese Momente aus der Geschichte unseres Sports dermaßen heraus, dass es schade wäre, wenn wir sie nicht mehr hätten.“
Aber auch Kim Clijsters sieht die harte Realität. „Ich möchte das zwar nicht sehen, aber ich verstehe auch die Seite von Novak. Und ich höre das auch oft von der Business-Seite. Viele Leute reden darüber, wie es die Sache für das TV einfacher machen würde. Und für andere Partner, die im Tennis dabei sind. Aber als Spielerin, bin ich von der alten Schule. Ich mag es nicht, wenn es in unserem Sport zu viele Änderungen gibt.“
