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Lukas & Lucas – eigentlich raus, und jetzt HTT AO Doppelsieger

Erstmals seit Juni 2024 und seit dem damaligen HTT Wimbledon-Sieg von Marcel Jelinek & Marton Zö...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 04.02.2026, 02:18 Uhr

Erstmals seit Juni 2024 und seit dem damaligen HTT Wimbledon-Sieg von Marcel Jelinek & Marton Zörenyi, gibt es wieder ein gefeiertes Doppel-Duo als HTT Grand Slam Champions, die nicht die Namen Vuk Jovanovic und Teo Katic tragen. Die serbische Nummer 1 Paarung der HTT Double-Computer-Rangliste, die im vergangenen Jahr die HTT  Doppel-Szenerie nach Belieben beherrschte, und sich mit dem Gewinn aller vier Major Doppel Events den “Grand Slam” sicherte, glänzte beim ersten HTT Grand Slam Turnier des Jahres durch Abwesenheit. Ihre Nachfolge als HTT Australian Open Doppel Gewinner traten derweil die beiden Niederösterreicher Lukas Blumberger & Lucas Voith an, die sich beim ersten gemeinsamen Antreten spielerisch perfekt verstanden, und auf Anhieb den bislang größten Erfolg ihrer HTT-Karriere feierten. Ein Bericht von C.L

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Als der Titeltraum von Blumberger und Voith am Sonntag Vormittag schon ausgeträumt war

Vuk Jovanovic ist bei den HTT Australian Open 2026 seiner Favoritenrolle im Einzel voll auf gerecht geworden, und hat erwartungsgemäß die ersten 2000 Punkte der HTT Saison 2026 eingesackt. Ein ganz anderes Bild bot sich da schon im Vorfeld beim Blick auf den Maindraw des Doppel-Bewerbs, der sich ohne ein absolut zu favorisierendes Team, offen wie selten präsentierte. Viele Paarungen hatten sich daher auch “berechtigte” Hoffnungen auf ein Spitzen-Resultat gemacht, oder sogar vom HTT AO Doppel-Titel geträumt. Träumen wiird ja auch wohl noch erlaubt sein, und das taten mit Sicherheit auch die späteren Gewinner. Wobei der Titeltraum von Lukas Blumberger und Lucas Voith in Wahrheit schon am Samstag Abend des HTT AO Wochenendes ein ausgeträumter war. In seiner Zweitrunden-Partie des Einzelbewerbs gegen Bisevac-Ersatzmann Benjamin Jerabek war es passiert, als Lucas Voith zu Beginn des zweiten Satzes unglücklich ausgerutscht war, und mit lädiertem Knöchel humpelnd und gestützt, beim Stand von 4:6, 1:2 vom Platz musste. Die folgende Nacht wollte der für den TC Teesdorf spielende Voith abwarten, ehe früh morgens des Sonntags ein Absage-SMS am Handy des Veranstalters eingetrudelt war. Voiths Glück war, dass der HTT Veranstalter um knapp nach 07:00 Uhr an keinem Tag des Jahres aufnahmefähig ist, und diese “short message” vorerst ungelesen blieb. Sehr wohl bemerkt war dann Blumbergers Anruf gegen 10:30 Uhr, in dem Voiths Doppelpartner das Wunder von Teesdorf verkündete und dabei höflich nachfragte, ob denn eiin Antreten zur ersten Doppelrunde gegen die HTT FO Semifinalisten von 2025 Franz Csebits und Stefan Kroisleitner noch denkbar und möglich wäre.

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Das Wunder von Teesdorf

War er natürlich, und das klare 6:1, 6:2 zum Auftakt gegen die an Nr. 3 gesetzte Paarung war sowas wie der Startschuss zum 48 Stunden später Realität gewordenen Triumph. Wobei schon noch allgemein interessiert, wie sich denn das medizinische Wunder von Teesdorf zugetragen hatte. Voith schilderte die Situation ganz banal so: “Ich war beim Wintercup unserer Damenmannschaft zuschauen, bin dann einem Ball nach und plötzlich hat es einen Knacks gemacht. So als ob die Verletzung wieder eingerenkt wäre”, so der 26järige. Nach einem Kurzbesuch beim Physio war Voith so weit hergestellt, um neben Blumberger auch Match Nr. 2 erfolgreich zu gestalten. Mit einem 10:3 im Match-Tiebreak über das Duo David Berghold und Florian Lux war das Halbfinal-Ticket gelöst. Und spätestens mit dem 6:1, 6:1 Kantersieg im Halbfinale über die topgesetzte russische Paarung Alexander Sikanov und Alex Dem, waren die eigentlich schon ausgeschiedenen Niederösterreicher sowas von mitten drin in der anstehenden Titelentscheidung. Gegen die wie ein Wirrbelwind durch das Tableau fegende deutsch-österreichische Paarung Maximilian Hafner & Konstantin Weiland ging es dann am Dienstag Abend vor voller Halle um den ersten HTT Grand Slam Doppel Titel des Jahres 2026.

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Die Stimmen zum HTT AO Doppel Finale 2026

Bis 3:3 im ersten Satz dominierten die Aufschläger das Geschehen, ehe den späteren Siegern das erste und letztlich auch schon entscheidende Break des ersten Satzes zum 4:3 gelang. Das prompte Re-Break konnten Lukas & Lucas trotz eines 0:40 abwehren, und wenig später die 1:0 Satzführung mit 6:4 klarmachen. Auch Durchgang Nr. 2 war von souverän und stark agierenden Aufsclägern geprägt. Tja und dann standen HTT Finals Doppel-Champion Konstantin Weiland und sein deutscher Partner Maxi Hafner eigentlich schon mit einem Bein im Match-Tiebreak. Bei 5:4 ließen die beiden nämlich einen Satzball ungenützt. Scheinbar ein Schock, von dem sich Weiland-Hafner nicht mehr erholten. Zu Null kassierten sie das Break zum 5:6, und auch im Folgegame war den neuen HTT AO Doppel-Finalisten nur mehr ein einziger Punkt gegönnt. Blumberger und Voith behielten bei 6:4, und 6:5 die Nerven, und feierten ihren jeweils ersten HTT Grand Slam Doppel Titel. Ein Erfolg, der kurios zustande kam, und dennoch – oder gerade deshalb – von großer Bedeutung für das neue Nr. 1 Duo im Double-Race to La Ville ist. “Dieser Sieg ist für uns beide ein sehr starkes Ergebnis. Vorallem wenn man bedenkt, dass Lucas vor der ersten Runde verletzt war, und mit einer Absage spekulierte. Umso stärker war es von ihm, dass er sich doch für einen Start entschieden hatte. Wir haben im Turnier gut zusammengefunden, uns gesteigert, und in den wichtigen Momenten geliefert” freute sich Blumberger. “Ich war heute sicher nicht der stärkste Spieler auf dem Platz, aber ich habe wirklich alles reingeworfen, was noch in mir steckte. Umso dankbarer bin ich meinem Doppelpartner, der mich durch dieses schwere Finale getragen hat. Erst die Aufgabe im Einzel, dann der Sonntag Vormittag, jetzt der Sieg im Doppel. Mein Knöchel war verwirrt, und ich auch”, zeigte sich Lucas Voith überglücklich.

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von Claus Lippert

Mittwoch
04.02.2026, 01:24 Uhr
zuletzt bearbeitet: 04.02.2026, 02:18 Uhr