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Vuk Jovanovic mit Top-Performance zum HTT AO Titel 2026

Nach dem Sieg bei den HTT Erste Bank Open und dem Triumph bei den HTT Finals, hat Vuk Jovanovic jetz...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 30.01.2026, 03:18 Uhr

Nach dem Sieg bei den HTT Erste Bank Open und dem Triumph bei den HTT Finals, hat Vuk Jovanovic jetzt auch die HTT Australian Open 2026  für sich entschieden, und damit die letzten drei großen und prestigeträchtigen HTT-Events in Serie gewonnen. Der 20jährige blieb am Mittwoch Abend nach einer souveränen Vorstellung über die gesamte Distanz von 1:56 Stunden Spielzeit unantastbar, und im ersten Grand Slam Finale des Jahres gegen Deutschlands David Steiert mit 6:3, 6:4, und 6:4 siegreich. Für Jovanovic war es der erste HTT Grand Slam Titel seiner Karriere, mit dem der junge Serbe auch gleich zur neuen Nummer 1 der HTT Computer-Rangliste avancierte. Ein Bericht von C.L

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Vuk Jovanovic tritt endgültig die Nachfolge von Vladimir Vukicevic an

Die Nachfolgefrage im serbischen HTT-Tennis nach der Zeit von Allzeitgröße Vladimir Vukicevic ist endgültig geregelt. Mit dem frischgebackenen HTT Australian Open Champion Vuk Jovanovic, hat die Balkan-Republik nach dem HTT Wimbledon-Erfolg von Rasenkönig Vladimir Vukicevic im Jahr 2023 nicht nur wieder einen Grand Slam-Sieger, sondern erstmals seit 2017 auch einen neuen HTT Nummer 1 Spieler. Der 20jährige kürte sich im 137. HTT Grand-Slam-Endspiel der Open Ära mit einer disziplinierten Vorstellung und einer defensiv unfassbaren Leistung zum insgesamt 64. HTT Major-Champion der Geschichte, gleichzeitig zum dritten serbischen HTT Grand Slam Gewinner nach Vladimir Vukicevic und Namensvetter Gabriel Jovanovic und holte für Serbien den 69. Turniersieg, womit die Balkan-Server zur bislang erfolgreichsten Nation aus internationaler Sicht, nämlich zu Rumänien mit ebenfalls 69 HTT Turniersiegen aufschließen konnte.

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Steierts katastrophales Risiko-Management

Das grande Finale selbst, mit großer Spannung erwartet und in der Zusammensetzung “Jovanovic & Steiert” als erwartetes Traumfinale tituliert, hielt ergebnistechnisch mit “nur” drei Sätzen nicht ganz das, was man sich von diesem Gigantentreffen erhofft hatte. Und das lag großteils an David Steiert, der es als erster deutscher Spieler der HTT Geschichte in ein HTT Grand Slam Finale geschafft hatte. Ein Blick auf die Match-Statistik und die Analyse des finalen Zahlenwerks macht sicher und belegt: Selbst mit 60 Winnern, die Steiert dem späteren Sieger um die Ohren knallte, und nur jeweils einem kassierten Break pro Satz, kannst du nicht gewinnen, wenn auf der anderen Seite des Netzes ein junger Mann im Stile eines Schweizer Uhrwerks ein solides, konstantes und insgesamt bewunderswert effektives Tennis abspult. Trotzdem wird David Steiert nach dem verloren gegangenen Endspiel Ursachenforschung betrieben haben. Falls diese erfolglos geblieben sein sollte, haben wir hier die Erkenntnisse aus diesem Match, die so deutlich sind,  wie das aus deutscher Sicht ernüchternde Resultat. Ja, Steiert fabrizierte untragbare 66 unerzwungene Eigenfehler. Und ja, der 32jährige agierte stümperhaft beim Realisieren seiner Break-Chancen. Teil der Wahrheit ist aber auch das katastrophale Risiko-Management, welches der Münchner bei seiner Endspiel-Premiere auf HTT Grand Slam Ebene an den Tag legte. Wenn du vom ersten Ballwechsel bis zum Matchball in keiner Sekunde und speziell bei big points nicht einen taktischen Spielzug in die Schlacht wirfst, und stattdessen jeden einzelnen der insgesamt 210 ausgespielten Ballwechsel mit brachialer Urgewalt zu gestalten glaubst, dann bekommst du gegen einen wie Jovanovic am Ende eben eine 0:3 Rechnung präsentiert.

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Frühe Breaks entscheiden die ersten beiden Sätze

Am Ende des Tages, scheiterte Steiert in allen drei Sätzen aber auch wegen eines jeweils verkorksten Aufschlagspiels. Vorallem im ersten Durchgang legte der 32jährige Deutsche einen wilden Start hin. Nach nur 7 Minuten und 8 unforced errors, lag Steiert bereits 0:3 im Hintertreffen, inkludiert das einzige Break, zu Null erhalten zum 0:2. Ein kurzes Blackout gleich zu Beginn kostete Steiert dann auch Satz Nr. 2. Im ersten Aufschlagspiel leistete sich Deutschlands Bester deren drei Doppelfehler, und schon wieder lag er früh mit Break zurück. Neuerlich gab es kein zurück in diesen Satz. In dieser Phase kämpfte Steiert zudem auch mit einer unterirdischen Aufschlag-Quote von 18 Prozent an Punkten nach dem zweiten Aufschlag. Das lag natürlich auch an den Return-Qualitäten seines Gegners, aber auch am unverschämt hohen Risiko, das Steiert in jedem seiner Schläge an den Tag legte. Auch bei seinen zwei Möglichkeiten zum prompten Re-Break bei 1:2, der Ärger danach war groß. Jovanovic hingegen beschränkte sich darauf zu achten, eine ausgewogene Winner-Fehler-Bilanz zu halten, und glänzte in den entscheidenden Momenten mit hoher Tenniskunst. Dazu brillierte er defensiv mit unglaublichen Bällen, die er in Nadal-Manier aus den Ecken des Centercourts fischte. Damit erzwang er auch förrmlich das sture risikoreiche Tennis seines Gegners, der rasch in dieser Partie mit dem Gefühl konfrontiert war, das “normale” Angriffsbälle gegen den serbischen Überflieger nicht ausreichen würden. Nach 40 Minuten hatte Jovanovic Satz Nr. 2 mit 6:4, eingetütet, und beim zahlreich in der Halle anwesenden Steiert-Anhang für Ernüchterung gesorgt.

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Jovanovic ohne Aufschlagverlust im Finale, und seit mittlerweile 17 HTT Matches ungeschlagen

Im dritten und letzten Satz der 35. HTT AO Auflage ging es dann mit dem Aufschlag bis 4:4, ehe sich Steiert in seinem fünften und letzten Service-Game endgültig von seinen Titelhoffnungen verabschieden musste. Der Mann aus der bayrischen Hauptstadt machte in diesem Game das Dutzend an Doppelfehlern voll, leistete sich dazu zwei weitere seiner insgesamt 66 unforced errors, und lieferte seinem Gegner das entscheidende Break quasi am goldenen Tableau. Zwar sollte Steiert im Finish noch zwei Break-Chancen zum 5:5 vorfinden, doch just in diesen heiklen Momenten, spielte Jovanovic seine mentalen Qualitäten aus. Beide Breakbälle quittierte der Serbe mit je einem Service-Winner, ehe er mit zwei Assen am Stück die Partie im Stile eines Topstars beendete. 6:3, 6:4, 6:4 nach 116 Minuten Spielzeit, und dazu der erste Spieler seit Philipp Jahn bei seinem HTT Wimbledon-Finalsieg über Kevin Köck im Jahr 2020, der in einem HTT Grand Slam Finale ohne einem kassierten Break blieb. Das sind die beeindruckenden Zahlen, Daten und Werte, mit denen Vuk Jovanovic in höchst verdienter Manier seinen 17. HTT Einzelsieg in Serie und den HTT Australian Open Titel 2026 feierte.

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Vuk Jovanovic spricht über seinen ersten HTT Grand Slam Titel und den Sprung auf Platz 1 des HTT Computer-Rankings

Und während David Steiert die bittere Final-Niederlage mit seinen ungenützten Break-Chancen erklärte, missmutig den Teller für den “Runner Up” entgegen nahm, und Fotos seiner Fans verweigerte, stellte sich der aktuelle Dominator auf der Hobby-Tennis-Tour bei der abschließenden Pressekonferenz den Fragen. Zuvor hatte er noch den riesigen Silberpokal aus den Händen von Olympiasieger Marcus Rotter und die Gratulationen von Freund und Doppelpartner Teo Katic in Empfang genommen. “Zunächst einmal Gratulation an David für ein starkes Turnier. Er hat gute Spieler, darunter meinen Freund den Teo Katic geschlagen. Wir haben zuvor schon öfters trainiert, es waren immer knappe Sätze. Heute im Finale war das natürlich anders, auch mit dem Druck. Ich bin froh, gut damit umgegangen zu sein. Ich bin happy mit meiner Leistung und dem Ergebnis am heutigen Abend. Ich hatte keinen großartigen taktischen Plan, ich wollte nur so oft wie möglich seine Vorhand umspielen, und selbst keine Fehler machen. Ich hatte ihn stärker erwartet, aber letztlich wollte ich nur auf mich schauen, und den Ball einmal öfters als mein Gegner zurückspielen” so der 20jährige, der sich auch zur Erklimmung des HTT Ranglisten-Throns äußerte. “Jetzt habe ich auf allen Ebenen der HTT einen Titel. 500er, 1000er, und jetzt der Grand Slam Sieg. Für einen HTT Major-Titel musst Du eine Menge guter Spieler schlagen, von daher bedeutet mir dieser Erfolg schon sehr viel. Sehr zufrieden bin ich auch mit dem Erreichen der Nummer 1 Position. Das war zwar kein erklärtes Ziel von mir, aber mit Damian Roman an Punkten ausgeglichen zu sein, ist gar nicht so einfach. ‘Er spielt viele Turniere, und hat meinen größten Respekt, dass er in seinem Alter so viele Turniere spielt und auch so viel gewinnt. Wenn ich die 1er-Position mit jemandem teilen muss, dann bin ich froh, das es mit ihm ist”, betonte die neue Co-Nummer 1 der HTT.

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von Claus Lippert

Freitag
30.01.2026, 02:19 Uhr
zuletzt bearbeitet: 30.01.2026, 03:18 Uhr