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„Ich bin nicht heiß drauf“ – Viktor Troicki reist zweifelnd nach Rio

Für den Serben sind alle Spieler, die keine Medaille gewinnen, Verlierer. Einen Olympia-Verzicht würde er aber bereuen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 30.06.2016, 15:13 Uhr

ROTTERDAM, NETHERLANDS - FEBRUARY 11: Viktor Troicki of Serbia celebrates victory against Hyeon Chung of South Korea during day 4 of the ABN AMRO World Tennis Tournament held at Ahoy Rotterdam on February 11, 2016 in Rotterdam, Netherlands. (Photo ...

Die Liste der Olympia-Absagen ist stattlich. Zu den prominentesten „NOlympioniken“ gehört Österreichs Nummer einsDominic Thiem, der während des ATP-Masters-1000-Turnier in Rom seinen Startverzicht für die Sommerspiele am „Zuckerhut“ verkündete. Dazu gesellen sich illustre Namen wieBernard Tomic,Feliciano LopezundJohn Isner, die ebenfalls freiwillig auf die Reise nach Rio de Janeiro verzichten. Mit diesem Gedanken spielte lange auchViktor Troicki. Der Weltranglisten-27. verkündete am Rande der All England Championships in Wimbledon, dass er nun doch bei Olympia starten wolle. Feuer und Flamme für diese Entscheidung ist der 30-jährige Belgrader aber ganz und gar nicht: „Ich habe mich entschieden, zu spielen, aber ich weiß nicht, ob ich mich darüber freuen soll. Ich hatte große Zweifel.“

Troicki outet sich als „Olympia-Muffel”

Für den dreifachen ATP-Titelträger ist Tennis kein olympischer Sport, „es gibt wichtigere Turniere für uns als die ,Spiele’.“ Damit gemeint ist das folgende „Masters“ in Cincinnati (ab 14. August), wo im Gegensatz zu Olympia um Weltranglistenpunkte und Preisgeld gespielt wird. Denn wer in Rio ohne Medaille nach Hause fährt ist für Troicki ein Verlierer. Der frühere Weltranglisten-Zwölfte setzt den Gewinn von Edelmetall mit dem Erreichen eines Grand-Slam-Finals gleich. Wer das Halbfinale sowie das Match um Bronze verliert, absolviert genauso viele Partien wie der Sieger. Für den zweifachen Sydney-Champion passen hier Aufwand und Nutzen nicht zusammen.

Einen Verzicht hätte Troicki aber bereut, wie er zugibt. Das parallel stattfindende ATP-World-Tour-250-Turnier in Los Cabos (Mexiko) habe seine Entscheidung nicht elementar beeinflusst. Bei den „Spielen“ in London vor vier Jahren hatte der Mann aus Belgrad schon ein distanziertes Verhältnis zum größten Sportereignis der Welt. Troicki verlor damals sein Auftaktspiel gegenNicolas Almagro, nahm nicht an der Eröffnungsfeier teil und besuchte auch nicht das Olympische Dorf. Nach Rio wird er wie ein Tourist reisen. „Ich freue mich nicht darauf, werde aber mein Bestes geben.“

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Donnerstag
30.06.2016, 15:13 Uhr