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Svetlana Kuznetsova – „Ich fühle mich wie auf einer Baustelle“

Die Russin beklagt sich über die „chaotischen Zustände“ auf der olympischen Tennisanlage.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 04.08.2016, 10:44 Uhr

Svetlana Kuznetsova – Olympia Rio 2016

„Die Anlage ist so, wie wir sie bei den größten Turnieren antreffen. Sie hat die Seele eines Grand Slams“, lobteGustavo Kuertenden olympischen Tenniskomplex noch vor einem halben Jahr. Im Gegensatz zu vielen anderen Sportstätten in Rio de Janeiro wurde das Tenniszentrum im Stadtteil Barra frühzeitig weitestgehend fertiggestellt. Der dreifache French-Open-Champion war anlässlich der offiziellen Eröffnung sogar so begeistert, dass er am liebsten noch einmal zum Schläger gegriffen hätte. „Ich hatte den Wunsch, Larri(Ex-Trainer Passos)anzurufen und zu fragen, ob die Zeit ausreicht, in sechs Monaten in Form zu kommen“, sagte „Guga“ damals nach einem Rundgang.

Kurz bevor die Wettbewerbe ab Samstag auf den insgesamt 16 Hartplätzen beginnen, scheint die Sportstätte jedoch nicht ungeteilt auf Gegenliebe zu stoßen. Die RussinSvetlana Kuznetsovasei von den halbfertigen Plätzen enttäuscht und sprach von chaotischen Zuständen: „Viele Courts sind unfertig, staubig und verdreckt. Ich fühle mich so, als wenn ich auf einer Baustelle trainieren würde“, sagte die 31-Jährige der Agentur „Tass“ zufolge. Zudem bemängelte die zweifache Grand-Slam-Siegerin, dass den Olympioniken nur 45 Minuten Trainingszeit gewährt werden statt der üblichen zwei Stunden.

Zu spartanisch? – „Kuzis“ Kritik wird zurückgewiesen

Auch im Olympischen Dorf sei nicht alles zufriedenstellend, kritisierte Kuznetsova: „Dass viele Leute in den Restaurants essen, ist okay. Es fehlt allerdings die gewohnte Nahrung, um Topleistungen zu bringen. Ein russischer Koch wäre wünschenswert.“ Das Mobiliar in den Zimmern gäbe es so nicht einmal bei IKEA, spottete die Weltranglisten-Zehnte. „Niemand erwartet eine Luxusherberge, aber auch keine klapprigen Schließfächer.“ Der Chef des russischen Tennisverbandes, Shamil Tarpishev, nannte die Kritik überzogen. Viele Sportler würden bei Turnieren in Fünf-Sterne-Hotels wohnen. „Bei Olympischen Spielen sind die Bedingungen eben spartanischer. Daran ist nichts furchtbar“, sagte der Funktionär gegenüber russischen Medien. AuchDavid Ferreräußerte sich salomonisch: „Ich habe Schlimmeres erwartet, als ich die Leute in Spanien darüber reden hörte. Viele neigen zur Übertreibung.“

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Donnerstag
04.08.2016, 10:44 Uhr