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Olympia 2020: Alexander Zverev zwischen Freude und Frust

Nach dem Aus im Doppel mit Jan-Lennard Struff hat Alexander Zverev noch eine Medaillenchance in Tokio - und einen Aufschlag, auf den er sich verlassen kann.

von SID
zuletzt bearbeitet: 28.07.2021, 15:03 Uhr

Im Einzel noch dabei, im Doppel ausgeschieden: Alexander Zverev
© Getty Images
Im Einzel noch dabei, im Doppel ausgeschieden: Alexander Zverev

Am Ende eines langen, unerträglich schwülen Tennistages war die erste Chance dahin und Alexander Zverev ziemlich bedient. "Ich hatte den Traum, zwei Medaillen für Deutschland zu gewinnen, ich hoffe, dass ich es jetzt in einem Wettbewerb packen kann", sagte Zverev nach dem Olympia-Aus im Doppel mit Jan-Lennard Struff. Er müsse nun "die Enttäuschung rausbekommen", um am Donnerstag im Einzel seinen Lauf fortzusetzen, der ihn bis ins Viertelfinale geführt hat.

Und das mit "außergewöhnlichen" Zahlen, wie Bundestrainer Michael Kohlmann nach Zverevs 6:4, 7:6 (7:5) über Nikolos Bassilaschwili aus Georgien anerkennend sagte. Elf Asse schlug Zverev in der drückenden Hitze, in sieben (!) Aufschlagspielen in Serie gab er nicht einen einzigen Punkt ab. Kaum einmal musste er über den zweiten Aufschlag gehen. All das ist Ausdruck der Medaillenform beim Hamburger, der in der Vergangenheit häufig mit seinem Service gehadert hatte.

In Tokio kann er sich bislang darauf verlassen, die Niederlage mit "Struffi, einem der nettesten Typen auf der Welt", wie Zverev seinen Doppelpartner bezeichnete, verhagelte ihm aber die Laune. Beim 3:6, 6:7 (4:7) gegen die Amerikaner Austin Krajicek/Tennys Sandgren rief das Duo nicht seine beste Leistung ab, "das tut ordentlich weh", gab Struff zu: Die Olympischen Spiele, das war deutlich zu sehen, sind für ihn eine Herzensangelegenheit und kein lästiger Pflichttermin.

Zverev mit günstiger Ausgangslage

Nach seiner Absage für Rio 2016 hat sich auch Zverev mittlerweile mit dem olympischen Tennisturnier angefreundet, er genoss im Dorf das WG-Leben mit seinen Kollegen, von denen nach Donnerstag nur noch einer übrig ist: Kevin Krawietz überraschte im Mixed an der Seite von Laura Siegemund die favorisierten Amerikaner Rajeev Ram/Bethanie Mattek-Sands (6:4, 5:7, 10:8). Mit Struff muss auch Dominik Koepfer den Heimweg antreten: Er konnte im Einzel-Achtelfinale seine Chancen gegen den Spanier Pablo Carreno Busta nicht nutzen (6:7, 3:6).

Das soll Zverev (24) nicht passieren, zumindest nicht auch noch im Einzel. Dort ist die Gelegenheit günstig, im Viertelfinale gegen den Franzosen Jeremy Chardy am Donnerstagmittag deutscher Zeit ist er klarer Favorit, vor allem, wenn der Aufschlag wieder so außergewöhnlich gut kommt. Bei einem Sieg dürfte der Doppel-Frust schnell vergessen sein. 

Muss er aber auch: Denn dann warten die Medaillenspiele und ziemlich sicher die ultimative Herausforderung im Halbfinale. Novak Djokovic, der "Unersättliche", der am Mittwoch den Spanier David Fokina Davidovich mit 6:3, 6:1 abserviert hatte und trotz der Temperaturen im Mixed antrat und - natürlich - gewann. Zverev weiß, dass er sich bei solchen Gegnern nicht zu lange mit einer Niederlage aufhalten kann, auch wenn sie noch so schmerzt.

Hier das Einzel-Tableau in Tokio

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