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Andy Murray schließt Start in Tokio 2020 nicht aus, aber…

… einige Aussagen des Schotten deuten eher nicht darauf hin, dass er dann noch auf der Tour aktiv sein wird.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 17.08.2016, 06:28 Uhr

Andy Murray

Es ist historisch, wasAndy Murrayin den letzten Tagen geleistet hat. Als erster Spieler in der Geschichte des Tennissports kürte sich der Brite am Sonntag in Rio de Janeirodas zweite Mal in Folge zum Herren-Olympiasieger im Einzel. Doch dass der 29-Jährige in diesen Momenten abheben könnte, darüber braucht man sich offensichtlich weiterhin keine Sorgen machen. Den Schluss legen zumindest die jüngsten Aussagen desregierenden Wimbledon-Championsnach seinem Goldmedaillen-Doppelpack nahe – er versuchte, seinen Erfolg vielmehr in Relation zu setzen, etwa zu den Leistungen von BranchenprimusNovak Djokovic.

„Was ich in den vier Jahren geleistet habe, hat Djokovic über das ganze Jahr“, merkte Murray sehr bescheiden an. „Novak hat in den vergangenen zwei Jahren unglaublich gespielt“, preiste er bevorzugt dessen immer noch größeren Errungenschaften, freilich erfülle ihn der Rio-Coup dennoch mit großer Zufriedenheit. „Die Tatsache, dass es noch nie jemand geschafft hat, zeigt wie schwierig es zu machen ist. Ich bin sehr stolz darauf, der Erste zu sein, dies zu tun. Es war nicht einfach, weil in vier Jahren wirklich eine Menge passieren kann, insbesondere bei einem Tennisspieler.“

2020 gleiches Niveau? „Kann ich mir jetzt nicht vorstellen!“

Das hat Murray am eigenen Leib zu spüren gekommen. Im September 2013 hatte er sich einst als frischgebackener Wimbledon-Gewinner am Rücken operieren lassen müssen. „Zu der Zeit ist mein Ranking abgestürzt und ich habe schwere Zeiten durchlebt. Ich bin glücklich darüber, wieder um die großen Titel zu spielen“, das erachtet Murray keineswegs als selbstverständlich – schon gar nicht mit Blick auf die Zukunft. Der er recht skeptisch entgegenblickt, wenn etwa von den Olympischen Spielen 2020 die Rede ist. „Wer weiß denn, was bis Tokio geschieht?“, fragte er. „Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dann noch auf dem gleichen Niveau zu spielen.“ Eine Aussage, die zwar nicht als Absage für die nächsten Sommerspiele zu verstehen ist, doch gewiss erkennen lässt, dass Murray nicht planen dürfte, wie etwaRoger Federermit 35 Jahren immer noch auf der Tour zu spielen.

Das lässt sich auch daraus ablesen, dass der Schotte wohl nicht daran glauben dürfte, dass seinAnfang Februar auf die Welt gekommenes kleines Töchterchen Sophiaseine aktive Laufbahn noch wirklich bewusst erleben werde. „Wenn sie alt genug ist, werde ich probieren, ihr mal zu erklären, was ich in meinem Job so mache, wenn man es denn als solchen bezeichnen möchte. Ich bin mir sicher, dass es irgendwo irgendwelche Videos geben wird, sodass ich ihr Matches zeigen kann, wenn sie daran interessiert ist – und vielleicht wird sie es nicht sein.“ Denn viele Kinder von Tennisprofis, so Murrays Erfahrungen aus einigen Gesprächen, seien mehr an den anderen Spielern interessiert. Zunächst zählt für Murray aber ohnehin die nähere Zukunft, und der Fokus liegt in dieser nach dem dieswöchigen Start in Cincinnati auf den US Open in New York. „Ich habe dieses Jahr bei allen Grand Slams das Finale erreicht. Mein Abschneiden bei den US Open war 2015 enttäuschend, also will ich versuchen, dieses Ergebnis zu verbessern.“

Andy Murray hier im ATP-Videointerview.

von tennisnet.com

Mittwoch
17.08.2016, 06:28 Uhr