Paul Annacone über Roger Federer und Pete Sampras: "Sie waren die zwei besten Spieler auf Gras aller Zeiten"

Paul Annacone, der sowohl bei Pete Sampras als auch Roger Federer in der Box saß, spricht im Interview mit der ATP über die Unterschiede im Spiel der beiden. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 12.07.2020, 07:30 Uhr

Pete Sampras und Roger Federer sind laut Paul Annacone die zwei besten Rasenspieler aller Zeiten
Pete Sampras und Roger Federer sind laut Paul Annacone die zwei besten Rasenspieler aller Zeiten

Fünfzehn Wimbledon-Titel sind Pete Sampras und Roger Federer zusammen schwer, beide haben so viele Trophäen des Londoner Rasenklassikers gewonnen wie kein anderer vor und seit ihnen. "Sie waren die beiden besten Rasenspieler ihrer eigenen Epoche", ist sich Paul Annacone, der auch beide Seriensieger einmal als Coach betreut hat, sicher. "Die Rasenplätze spielten sich in ihren Zeiten aber sehr unterschiedlich", betont Annacone gegenüber der ATP

So ist es auch wenig überraschend, dass Federer und Sampras doch über recht unterschiedliche Spielanlagen verfügen. "Roger hetzt dich durch gute Platzposition und First-Strike-Tennis vom hinteren Teil des Platzes aus. Pete überwältigt dich mit seinem Aufschlag", sieht Annacone klare Unterschiede zwischen den beiden. Für ihn sei Sampras der wohl beste darin, seine Aufschlagspiele durchzubringen, während sich Federer neben seinem "unglaublichen" Aufschlag besonders durch seine Möglichkeiten in den Ballwechseln von den meisten anderen Spielern unterscheide. 

"Sie vertrauten in den großen Momenten auf ihr Spiel"

Nicht alles unterscheide die beiden ehemaligen Weltranglisten-Ersten aber voneinander, betont der US-Amerikaner: "Im Rasentennis, wo man so wenig Zeit zum Eingewöhnen hat, waren beide Spieler wirklich gut darin, blitzschnell zu denken, und sie vertrauten in den großen Momenten letztlich auf ihr Spiel." Außerdem wären sie beide sehr gut darin gewesen, ihr Spiel und ihren Spielplan sehr schnell durchzusetzen, was im heutigen Rasentennis ein enorm wichtiger Faktor sei. 

Heute könne man, so Annacone, auf den verschiedenen Untergründen jeweils seinen eigenen Spielstil durchsetzen, das wäre früher nicht möglich gewesen. Zu Zeiten von Pete Sampras etwa, wäre es eher "Bang-Bang-Tennis" gewesen. Dennoch sei er überzeugt, dass Sampras und Federer auch zu der jeweils anderen Ära durchaus erfolgreich gewesen wären: "Ich glaube einfach, dass große Spieler es verstehen, dass sie wissen, was zu tun ist, und dass sie sich an andere Umstände angepasst hätten, wenn sie in dieser Ära gewesen wären." Und Roger Federer hat ja noch immer die Chance, sein Wimbledon-Siege-Konto weiter aufzustocken. 

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von Michael Rothschädl

Sonntag
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zuletzt bearbeitet: 12.07.2020, 07:30 Uhr

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