Rafael Nadal zur Causa Djokovic: "Welt hat genug gelitten, um die Regeln nicht zu befolgen"
Rafael Nadal hat sich nach seinem Auftakterfolg gegen Ricardas Berankis beim ATP-250-Event von Melbourne zur Causa Djokovic geäußert.
von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet:
06.01.2022, 22:09 Uhr

Bei all dem Wirbel rund um die Einreise Novak Djokovics in Down Under ist das Sportliche in Australien zumindest für einige Stunden doch deutlich in den Hintergrund gewandert. Nach den rund eineinhalb Stunden Abwechslung von der Aufregung, die sich Rafael Nadal nämlich bei seinem ersten Auftritt im Einzel-Hauptfeld beim ATP-250-Event von Melbourne mit Ricardas Berankis für den 6:2 und 7:5-Erfolg aufhielt, war dann wieder Novak Djokovic Gesprächsthema Nummer eins. Erster Sieg nach über vier Monaten für Nadal hin oder her.
Dass das Antreten des Weltranglistenersten nun in einer derartig chaotischen Situation endete, wäre laut dem Mallorquiner jedenfalls vermeidbar gewesen: "Ich denke, wenn er wollte, würde er hier in Australien spielen ohne ein Problem. Er hat einen anderen Weg eingeschlagen und seine eigenen Entscheidungen getroffen", erklärte der 20-fache Major-Sieger. "Es steht jedem frei, seine eigenen Entscheidungen zu treffen, aber dann gibt es Konsequenzen." Im Fall von Djokovic eben mit einer äußerst turbulenten Einreise nach Australien.
Nadal mit Plädoyer für die Impfung
Zwar habe der Spanier sehr wohl Mitleid aufgrund der Situation, in der sich Djokovic derzeit befinde, aber auf der anderen Seite unterstreicht Nadal: "Es gibt Regeln, und wenn man sich nicht impfen lassen will, dann kann man Probleme bekommen." Das Einzige, das für ihn klar sei, ist, dass man mit einer Impfung bei den Australian Open wie auch bei sämtlichen anderen Turnieren ohne Probleme spielen könne: "Und die Welt hat meiner Meinung nach genug gelitten, um die Regeln nicht zu befolgen."
Überhaupt nutzte Nadal die Pressekonferenz nach seinem Auftakterfolg, um sich erneut klar für die COVID-19-Impfung zu positionieren: "Die Impfung ist unsere einzige Möglichkeit, die Pandemie zu stoppen. Das sagen die Leute, die sich mit Medizin auskennen. Und ich bin niemand, um eine andere Meinung zu kreieren", so der Spanier, der selbst kurz vor Weihnachten trotz doppelter Impfung an COVID erkrankte, die Infektion jedoch ohne schwerere Symtome schnell hinter sich lassen konnte. Fieber und Müdigkeit hätten den 20-fachen Major-Sieger aber sehr wohl geplagt.
Nadal im Viertelfinale gegen Griekspoor
Die Infektion kurz vor den Weihnachtsfeiertagen hatte Rafael Nadal zudem in seiner Vorbereitung für die Australian Open zwar durchaus zurückgeworfen - einige Zeit war alles andere als gewiss, ob der Mallorquiner nach Down Under reisen wird -, schlussendlich konnte der 20-fache Major-Sieger seinen persönlichen Zeitplan aber einhalten. Und derzeit also beim ATP-250-Event von Melbourne zur Vorbereitung auf das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres an den Start gehen. Im Viertelfinale trifft Nadal dort in der Freitagfrüh auf den Holländer Tallon Griekspoor.
Unklar hingegen ist, wie es bei Novak Djokovic um dessen Antreten bei den Australian Open - und damit auch der Jagd um Major-Titel Nummer 21 - steht. Eine Entscheidung um das Visa für den Branchenprimus soll jedenfalls erst am Montag fallen - und damit auch, ob der Serbe in Australian bleiben darf, oder den nächsten Flieger zurück nach Europa wird nehmen müssen. Für Rafael Nadal jedenfalls ist klar: Der Wirbel rund um seinen langjährigen Kontrahenten, er wäre vermeidbar gewesen.
