Roger Federer erleichtert nach der schweren Prüfung in Dubai

Roger Federer hat zwei Sätze lang mit Philipp Kohlschreiber erge Probleme gahebt - am Ende setzte sich der Maestro als jener Mann durch, der in der Entscheidung bei eigenem Aufschlag souveräner war.

von Jörg Allmeroth
zuletzt bearbeitet: 25.02.2019, 18:59 Uhr

Roger Federer grüßt in Dubai auch nach Runde eins als Sieger
© Jürgen Hasenkopf
Roger Federer

Dubai. Als Roger Federer am Ende seines Erstrunden-Abenteuers am Montag im schmucklosen Presseraum angekommen war, unten in den Katakomben der Zeltdach-Arena von Dubai, da pustete er noch einmal hörbar die Luft aus. Sie war irgendwie geschafft, diese Prüfung gegen den starken, couragierten Philipp Kohlschreiber – ohne den ganz großen Glanz, aber mit dem wichtigen Erfolg, der nach wieder einmal fünf Wochen Wettbewerbspause auch nicht selbstverständlich war: „An solchen Tagen geht es nur ums Überleben – und um sonst nichts“, sagte der 37-jährige Maestro nach dem zwischendrin hochgradig spannungsgeladenen 6:4, 3:6, 6:1-Dreiteiler gegen seinen deutschen Rivalen, „erst im dritten Satz habe ich so richtig die Kurve gekriegt.“

Böiger Wind und die schwierigen Platzverhältnisse machten dem 20-maligen Grand Slam-Champion und seinem Herausforderer das Leben schwer, beide hatten noch am Samstag in der Tageshitze zusammen trainiert, unter „komplett anderen Bedingungen“, wie Federer sagte. Der siebenmalige Turniergewinner in der Millionenmetropole am Golf trifft nun am Mittwoch in der zweiten Turnierrunde auf den Spanier Fernando Verdasco. Kohlschreiber war mit einer 0:13-Bilanz in die Partie gegen Federer gegangen, Verdasco hat ein 0:6-Zwischenzeugnis aus den letzten fast zwei Jahrzehnten gemeinsamer Wegstrecke mit dem Schweizer vorliegen. „Immer eine gefährliche Sache gegen Fernando. Wenn er so richtig in Schwung ist, kann er jedem Spieler der Welt enorme Schwierigkeiten bereiten“, befand Federer.

Kohlschreiber dreht im zweiten Akt auf

Ärger hatte auch Federer-Freund Kohlschreiber beim Rendezvous auf dem Centre Court parat, nach dem verdient verlorenen Auftaktsatz drehte der Bayer im zweiten Akt gewaltig auf und ging schnell 3:0 in Führung. Er hielt diesen Vorsprung gegen einen auf einmal zerfahren wirkenden Federer auch bis zum 5:3, ehe das dramatischste Spiel des Matches seinen Lauf nahm. Kohlschreiber vergab Satzbälle, einmal auch per Doppelfehler, dann zerschmetterte er aus Frust seinen Schläger, servierte zwischendurch auch bei Breakball Federer ein Ass mit dem zweiten Aufschlag – es war pures Entertainment, indes doch mit dem schlechteren Ende für Favorit Federer. Es ging in den dritten Satz, nicht gerade zur Freude der 99 Prozent Federer-Fans im vollgepackten Stadion.

Aber Federer beruhigte die Nerven seiner Parteigänger rasch, er holte sich gleich das erste Aufschlagspiel Kohlschreibers zur 2:0-Führung, legte noch ein Break zum 5:1 nach und beendete das Match mit einem Ass nach 94 Minuten standesgemäß. „Es war verdammt schwer, in den Rhythmus zu kommen, das war ein hartes Stück Arbeit“, sagte Federer, „es ist jetzt ein gutes Gefühl, durch zu sein.“ Und einen Tag Pause vor dem Ü35-Showdown mit Verdasco zu haben, wieder abends am Mittwoch unter den Flutlichstrahlern in Dubai.

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von Jörg Allmeroth

Montag
25.02.2019, 19:58 Uhr
zuletzt bearbeitet: 25.02.2019, 18:59 Uhr

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