Stefan Edberg - „Riesiger Unterschied, ob man Sieger oder Finalist ist“

Im großen Rückblick auf 50 Jahre ATP Finals hat Stefan Edberg zu seinem Triumph 1989 im Madison Square Garden in New York City Stellung genommen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 25.11.2020, 08:26 Uhr

Stefan Edberg im French-Open-Finale 1989
© Getty Images
Stefan Edberg im French-Open-Finale 1989

1989 war kein gutes Jahr nach den Standards von Stefan Edberg: Der große Schwede hatte zwar zum ersten (und letztlich auch einzigen) Mal das Endspiel der French Open erreicht, verlor dieses aber als Favorit gegen Michael Chang. Wenige Wochen später erspielte sich Edberg die nächste Chance auf einen Major-Titel, ging im Wimbledon-Endspiel aber gegen Boris Becker unter.

„Wenn man eine Saison hat, in der man viele Finali verliert, dann setzt sich das im Kopf fest“, so Edberg in einem Interview mit der Website der ATP. „Im Tennis ist es ein riesiger Unterschied, ob man Sieger oder Finalist ist.“

Die Qualifikation für das ATP-Finalturnier in New York City schaffte Edberg dennoch. Und verlor in der Gruppenphase gleich wieder gegen Becker. „Das war zwar nicht das Ende der Welt“, erklärte Edberg weiter. „Aber eine Niederlage ist eine Niederlage.“ Das einzige, was zähle, sei aber die Qualifikation für das Halbfinale. Die Stefan Edberg auch gelang.

Edberg gegen Lendl immer mit Chancen

Dort sei es zum Schlüsselmatch gegen Ivan Lendl gekommen. „Im Madison Square Garden gegen Ivan Lendl zu spielen, war wahrscheinlich eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt. Ich wusste aber immer, wenn ich mit Ivan auf den Platz gegangen bin: Wenn ich meine Spielanlage richtig, richtig gut umsetzen konnte, dann hatte ich immer eine Chance gegen ihn.“

Diese nutzte Stefan Edberg - und traf im Endspiel des Saisonabschluss-Turniers erneut auf Boris Becker. Da hätte er Mitte des zweiten Satzes gespürt, dass er das Match langsam unter Kontrolle bekommen würde. Und irgendwann habe er auf das Match aufgeschlagen. Ein Gefühl, dass man nur beim Tennis habe.

Der Vier-Satz-Erfolg gegen Becker sei auch ein Wendepunkt in seiner Karriere gewesen, so Edberg. Denn im darauffolgenden Jahr holte er sich seinen zweiten Titel in Wimbledon. Und im August schließlich auch die Nummer eins in der ATP-Weltrangliste. Seinen Titel als inoffizieller ATP-Weltmeister konnte Stefan Edberg allerdings nicht verteidigen: 1990, im ersten Jahr in Frankfurt, erreichte er zwar noch einmal das Endspiel, unterlag dort aber Andre Agassi.

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Mittwoch
25.11.2020, 15:40 Uhr
zuletzt bearbeitet: 25.11.2020, 08:26 Uhr