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Stradivaris, Lichtschwerter und die NextGen - Philipp Kohlschreiber ist ready für die Australian Open

Philipp Kohlschreiber wird als Fixstarter zu den Australian Open 2022 reisen. Sein Manager/Coach Stephan Fehske wird den Routinier nur aus der Ferne unterstützen.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 09.01.2022, 12:00 Uhr

Philipp Kohlschreiber reist optimistisch nach Melbourne
© GEPA Pictures
Philipp Kohlschreiber reist optimistisch nach Melbourne

Zunächst einmal eine etwas betrübliche Nachricht: Stephan Fehske wird seinen Schützling Philipp Kohlschreiber nicht zu den Australian Open nach Melbourne begleiten. Das ist in mehrerlei Hinsicht bedauerlich, vor allem für den deutschen Routinier, der auf seinen selbst ernannten Reiseleiter verzichten muss. In Wahrheit ist Fehske natürlich viel mehr: Manager, Motivator, Freund. Und, nicht zu unterschätzen, auch eine kulinarische Kapazität. Die ordinäre Leberkässemmel ist Fehske fremd, zuletzt in New York City durfte die interessierte Öffentlichkeit an einigen Ausflügen der Paarung Fehske/Kohlschreiber in Restaurants teilhaben, die unter schwerem Sterne-Verdacht stehen.

Und ja: Stephan Fehske trifft die Kugel selbst auch ziemlich gut, der Beschreibung seiner Vorhand als „Lichtschwert“ wird in Fachkreisen selten widersprochen. Schon gar nicht öffentlich. Dass er andererseits nicht ganz auf Augenhöhe mit der Athletik von Alex de Minaur ist, tut Fehskes Expertise auf dem Tennisplatz keinen Abbruch. Zumal das ja auch der Job von Philipp Kohlschreiber ist. Der andereseits auch eine feine Klinge führt. Und die Rückhand seit Jahren so fein über das Netz zwirbelt, dass der Vergleich mit einer Stradivari wirklich nicht zu weit hergeholt ist.

Kohlschreiber trainiert mit Stricker

Die Qualifikation für das erste Major 2022 wollte sich Philipp Kohlschreiber nicht zwingend antun, nach einigen Absagen ist der Routinier nun aber direkt in das 128er-Raster gerutscht. Im vergangenen Jahr hatte der mittlerweile 38-Jährige auf einen Trip nach Melbourne gänzlich bestritten, insgesamt bestritt Kohlschreiber nur 16 Matches auf der ATP-Tour. Das bis dato letzte in Indian Wells, wo Kohlschreiber in Runde eins gegen Taro Daniel verlor.

Nun aber steht Kohlschreiber wieder voll im Saft, hat die jüngsten Wochen zum Training in der TennisBase in Oberhaching genutzt. Mit interessanten Partnern, wie Fehske im Gespräch mit tennisnet.com erzählt. Kohlschreiber habe sich dabei eindeutig an der NextGen orientiert, etwa mit der deutschen Hoffnung Max Rehberg geübt. Oder mit Jakob Schnaitter, einem Deutschen, der im Moment an einem US-amerikanischen College spielt. Nachhaltig beeindruckt hat Fehske aber auch der Schweizer Dominic Stricker.

„Cooler Typ. Philipp hatte viel Spaß am Training. Und war tüftelfreudig. Interessant für uns war auch zu sehen, wie ein junger Mann wie Stricker das Spiel liest. Und wann er meint, den Ball beschleunigen zu können“, so Fehske. „Da ist die junge Generation schon etwas anders gepolt.“

Fehske traut seinem Schützling viel zu

Kohlschreibers letzter Trip nach Down Under fiel ambivalent aus: Zunächst holte er sich den Titel bei einem stark besetzten Challenger, danach besiegte er in Runde eins der Australian Open Marcos Giron aus den USA. Nur um zum nächsten Match gegen Stefanos Tsitsipas nicht antreten zu können. Je nach Auslosung sollte mindestens ein Sieg auch in diesem Jahr möglich sein, Kohlschreibers Manager/Coach glaubt wie immer sogar an viel mehr. Auch wenn dieser nicht vor Ort unterstützend eingreifen kann.

Etwas Gutes hat die Absenz von Stephan Fehske in Melbourne dann aber doch auch: In einem bestimmten Münchner Fitnessstudio kann man davon ausgehen, dass schon ab sechs Uhr Früh Betrieb herrschen wird. Und das ist in Zeiten von Corona und Home Office ja auch etwas wert. Wenn nebenbei die Australian Open im TV laufen, fällt auch die Einheit auf dem Laufband leichter.

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von Jens Huiber

Sonntag
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