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Tatjana Maria, Novak Djokovic, Nick Kyrgios: Wimbledon 2022 und die Sache mit dem Ranking

Das Wimbledonturnier 2022 war ein denkwürdiges - in vielerlei Hinsicht. Dass es keine Punkte für die Weltranglisten gibt, ist vor allem für einige Spielerinnen und Spieler bitter.

von Florian Goosmann aus Wimbledon
zuletzt bearbeitet: 09.07.2022, 14:53 Uhr

Tatjana Maria am Sonntag in Wimbledon
© Getty Images

Als der All England Club bekannt gegeben hatte, dass wegen des Angriffskrieges von Russland in der Ukraine keine russischen und belarussischen Akteure beim Wimbledonturnier 2022 teilnehmen dürfen, stand schnell die Frage im Raum: Können dann überhaupt Punkte für Weltrangliste vergeben werden?/

Die ATP und WTA entschieden: Nein. "Die Möglichkeit für Spieler jeder Nationalität, an Turnieren auf der Grundlage ihrer Leistung und ohne Diskriminierung teilzunehmen, ist für unsere Tour von grundlegender Bedeutung", hieß es in einem Statement der ATP. "Die Entscheidung Wimbledons, russischen und belarussischen Spielern in diesen Sommer die Teilnahme zu verbieten, untergräbt dieses Prinzip und die Integrität des ATP-Ranglistensystems." Man wolle einen Präzedenzfall verhindern. Die WTA zog schnell nach.

Die Punkte aus dem Vorjahr fliegen somit raus, neue Zähler zu gewinnen gab es nicht - was vor allem für die Spielerinnen und Spieler bitter ist, die in 2021 gut abgeschnitten hatten (und nun abrutschen) oder in 2022 einen feinen Lauf hingelegt haben (und nicht nach oben klettern).

Novak Djokovic rutscht ab - egal, ob er gewinnt

Novak Djokovic zum Beispiel: Ihm fallen 2.000 Punkte aus der Wertung (selbst wenn er das Finale wieder gewinnen sollte), Djokovic wird ab Montag nur noch auf Platz 7 im ATP-Ranking gelistet sein. Cristian Garin ist auch so ein Fall: Er stand in diesem Jahr im Viertelfinale (im Vorjahr nur im Achtelfinale), trotzdem wird er 13 Plätze verlieren.

Und Nick Kyrgios, aktuell Weltranglisten-45.? Würde mit seinem Finaleinzug normalerweise unter die Top 20 rutschen.

Tatjana Maria: "Nur" Top 100 statt Top 40

Bitter ist das Ganze auch für Tatjana Maria: Sie war im vergangenen Sommer erst aus ihrer Babypause zurückgekehrt, ist aktuell auf Platz 103 notiert. Sie wird zwar wieder in die Top 100 einziehen (sie verliert keine Punkte, einige Spielerinnen vor ihr schon). Bei einem "regulären" Wimbledonturnier mit Punkten aber wäre sie wohl unter die Top 40 eingezogen - so hoch wie noch nie.

Auch perspektivisch bitter für die 34-Jährige: Mit einem derart guten Weltranglistenplatz wäre Maria für die kommenden Monate bei den großen Turnieren automatisch im Hauptfeld gestanden - finanziell und mit Chancen auf noch mehr Punkte eine feine Sache. Zumal sie bis Ende des Jahres kaum Zähler zu verteidigen hat. Ein Einzug unter die Top 30 oder gar Top 20? Wäre möglich gewesen.

So bleibt alles beim Alten, wie auch Maria nach ihrem Halbfinal-Aus lächelnd hinnahm. Sie nimmt immerhin rund 620.000 Euro mit aus London. Und sieht das Positive am kleinen Aufstieg: "Ich werde das erste Mal mit meinen beiden Kids unter den Top 100 stehen." Und gesehen, dass sie die richtig guten Spielerinnen schlagen kann, habe sie auch. "So kann ich auch weiterhin mein Ranking verbessern."

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von Florian Goosmann aus Wimbledon

Samstag
09.07.2022, 13:36 Uhr
zuletzt bearbeitet: 09.07.2022, 14:53 Uhr

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