Die denkwürdigsten deutschen Damen-Matches – Platz 11
Sylvia Hanika spielte gegen Martina Navratilova das Match ihres Lebens und wurde 1982 die erste deutsche WTA-Weltmeisterin.
von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet:
03.12.2014, 08:45 Uhr

Vom 1. bis 24. Dezember präsentierttennisnet.comeine redaktionelle Bestenliste und kürt die zwölf denkwürdigsten deutschen Matches bei den Damen und Herren. Für die Wertung wurde nicht nur der Spielverlauf und die Dramatik, sondern auch die historische Bedeutung der Matches berücksichtigt. In unseremtennisnet.com-Adventskalenderwerden wir bis Heiligabend abwechselnd ein Türchen bei den Damen und Herren öffnen. Wir wollen euch damit die tennisfreie Weihnachtszeit etwas versüßen. Getreu dem Motto „Ladies first“ haben die Damen immer den Vorrang. Die Herren ziehen dann nach.
Die denkwürdigsten deutschen Damen-Matches: Platz 11
Sylvia Hanika – Martina Navratilova (USA) 1:6, 6:3, 6:4
(28. März 1982 in New York – Finale WTA Tour Championships)
Die Vorgeschichte:
Bevor Steffi Graf undClaudia Kohde-Kilschins Rampenlicht rückten, gab es Sylvia Hanika. Die gebürtige Münchnerin war die erste deutsche Spielerin, die den Sprung unter die Top Ten schaffte. Hanika hatte 1981 das Finale bei den French Open erreicht. Bei den WTA Tour Championships 1982, die in jenem Jahr Ende März ausgetragen wurden, ging die Linkshänderin als Außenseiterin an den Start und schaffte überraschend den Sprung ins Endspiel. Ihre Gegnerin war keine Geringere als Martina Navratilova.
Das Match:
Navratilova ging mit 27 Siegen in Serie im Rücken ins Endspiel und war kurz davor, wieder die Nummer eins der Welt zu werden. Das Finale nahm den erwarteten Verlauf. Navratilova gewann den ersten Satz mit 6:1 und führte auch im zweiten Durchgang bereits mit 3:1. Doch dann begann Hanika, das Match ihres Lebens zu spielen. Die Münchnerin leistete der Weltranglisten-Zweiten nicht nur extremen Widerstand, sondern bestimmte das Match. Hanika schaffte den Satzausgleich und gab im dritten Satz nur zwei Punkte bei eigenem Aufschlag ab. Nach dem entscheidenden Break zum 5:4 servierte sie ohne Nerven zu null zum Turniersieg aus und wurde die erste deutsche WTA-Weltmeisterin.
Die Auswirkungen:
Für Hanika war es der größte Erfolg in ihrer Karriere. Sie beendete das Jahr zum dritten und letzten Mal in den Top Ten und erreichte in jenem Jahr mit Platz fünf ihre Karriere-Bestmarke. Ende März 1991 erklärte sie ihren Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen. „Es geht nicht mehr mit meinem Tennisarm. Ich kann höchstens zwei Tage trainieren, dann werden die Schmerzen zu groß.“ In Erinnerung bleibt Hanika als Vorreiterin in Sachen mehrmaligen Auftippens des Balles vor dem Aufschlag. Über 30-maliges Auftippen war keine Seltenheit bei Hanika, wie der berühmte Kommentator und Statistiker Bud Collins berichtete.
(Text: cab)
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