US Open: Carlos Alcaraz - fünf Matches, fünf Tonnen Charisma
Wie sehr Carlos Alcaraz dem Tenniszirkus gefehlt hat, konnte man auch am Tag nach seinem Ausscheiden gegen Ben Shelton spüren.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
10.09.2026, 07:03 Uhr

Der fantastische Kollege einer großen und ebenso fantastischen deutschen Tageszeitung hat schon viel im Tennissport gesehen. Und wenn dieser Kollege anmerkt, dass Carlos Alcaraz jetzt schon eine Aura verströmt, wie dies vor ihm in jüngerer Vergangenheit nur Roger Federer und Rafael Nadal gelungen ist, dann ist dieser Anmerkung dringend Glauben zu schenken. Am Tag nach der langen Nacht von Flushing Meadows herrscht zumindest im Pressechor insgesamt eher Katerstimmung: Man hätte Alcaraz gerne noch zwei weitere Matches spielen gesehen.
Immerhin: Dass Ben Shelton den Titelverteidiger aus dem Wettbewerb genommen hat, war einigen Radio-Stationen sogar eine Meldung wert, die sich sonst nie um Tennis kümmern. Zumal Shelton ja auch derjenige Spieler ist, der Alcaraz in Sachen Ausstrahlung am nächsten kommt.
Alcaraz schon bald im Laver Cup
In dieser Hinsicht liegen trotzdem Welten zwischen Ben Shelton und Carlos Alcaraz. Letzterer hat längst geschafft, was bei Roger Federer gang und gebe war: Dass nämlich ein Match gegen einen US-Amerikaner im Arthur Ashe Stadium keine Auswärtspartie ist. Klar: Auch Shelton hat am Dienstag viel Unterstützung genossen. Aber schon beim Einmarsch war zu spüren, dass die Herzen der Fans eher bei Carlos Alcaraz liegen. Nicht mit überwältigender Mehrheit. Aber eben doch.
Die nächste Gelegenheit, den Spanier bei der Arbeit zu sehen, gibt es in wenigen Tagen beim Laver Cup in London. Und dann wird man mal sehen. Alcaraz hat ja angedeutet, dass er seinen Turnierkalender ausdünnen wird. Umso prächtiger, dass man ihn in New York City fünf Mal auf der größten Tennisbühne sehen konnte. Eines ist nach dem dramatischen Aus gegen Ben Shelton nun aber auch Ampel: Der letzte Spieler, dem es gelungen ist, seinen Titel bei den US Open zu verteidigen, bleibt Roger Federer, der von 2004 bis 2008 gleich fünf Mal zugeschlagen hat.
Hier das Einzel-Tableau in Flushing Meadows
