Andrea Petkovic zweifelt am Einfluss von Roger Federer und Rafael Nadal
Andrea Petkovic verteidigt das gleiche Preisgeld und lobt Serena Williams und Maria Sharapova für deren gesellschaftliche Wirkung.
von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet:
16.04.2015, 07:15 Uhr

Sollen Damen das gleiche Preisgeld bekommen wie die Herren? Besonders bei den Spielern auf der ATP-Tour gehen da die Meinungen auseinander. Gilles Simon, Janko Tipsarevic und Robin Haase haben sich in der Vergangenheit darüber beschwert, dass die Damen das gleiche Preisgeld für weniger Leistung bekommen. Andrea Petkovic hat sich im Podcast „No Challenges Remaining“ gegenüber den US-Journalisten Ben Rothenberg und Courtney Nguyen zur Preisgelddebatte geäußert.
„Wir wollen gleich sein“
„Ich werde immer sauer, wenn ich einige Spieler von der ATP sagen höre, dass sie nicht das gleiche Preisgeld für uns Frauen wollen. Das kann ich überhaupt nicht verstehen. Ich würde Best-of-Five spielen, das ist mir egal. Aber aus TV-Sicht ist es gar nicht sinnvoll, Best-of-Five zu spielen. Ich bin ein großer Tennis-Fan, aber ich schaue nicht sechs Stunden lang ein Match zwischen Rafael Nadal und Novak Djokovic. In der Zeit esse ich, gehe raus, komme zurück und die beiden spielen immer noch und zerstören ihre Körper. Es wird immer Leute geben, die Federer mehr mögen. Genauso wie es immer Leute geben wird, die Maria Sharapova oder Serena Williams mehr mögen. Es geht nicht darum, dass wir besser sein wollen als die Männer. Wir wollen gleich sein und dieselben Möglichkeiten haben“, sagte Petkovic und lobte den Einfluss, den Serena Williams und Maria Sharapova auf die Gesellschaft haben.
„Ich denke, dass das, was Serena Williams für Afroamerikaner und amerikanische Frauen erreicht hat, unglaublich ist und mit keinem Mann verglichen werden kann. Federer und Nadal sind unglaubliche Athleten und Idole, aber haben sie irgendetwas politisch verändert? Nicht wirklich. Hat Serena hat etwas verändert? Ja, hat sie. Maria Sharapova ebenfalls. Sie ist ein tolles Vorbild für die jungen Mädchen, die daran glauben, etwas zu erreichen und zeigen, dass sie mehr als ein hübsches Mädchen in einem Dress sind. Maria ist natürlich hübsch, aber sie ist auch stark und niemand möchte ihr gegenüber stehen. Es ist schön zu sehen, dass man gleichzeitig hübsch und stark sein kann. Sie inspiriert andere Athletinnen. Das ist auch, was ich an ihr bewundere. Ich habe das Gefühl, dass es im heutigen Feminismus darum geht, stark und erfolgreich zu sein, aber dass es nicht erlaubt ist, gut auszusehen. Es scheint so, dass wenn du ein Feministin bist, scheiße aussehen sollst. Ich finde, dass man eine Wahl haben sollte. Du bist weniger Feministin, wenn du hübsch bist. Es geht um die Persönlichkeit und darum, was du portraitierst und erreichen möchtest.“(Text: cab)
