Agassi, Becker und der Hinweis mit der Zunge

Weshalb konnte Andre Agassi als einer von ganz wenigen Spielern als Rückschläger gegen Boris Becker reüssieren? Der legendäre US-Amerikaner hat sein Geheimnis nun verraten.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 02.05.2021, 09:30 Uhr

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Zwei der ganz großen Legenden des Tennissports: Andre Agassi und Boris Becker
© Getty Images
Zwei der ganz großen Legenden des Tennissports: Andre Agassi und Boris Becker

Die Bilanz von Boris Becker gegen Andre Agassi fiel mit vier Siegen bei zehn Niederlagen eher bescheiden aus. Ja, es gab den Erfolg beim Davis Cup in München 1989 und das erstaunliche Comeback im Wimbledon-Halbfinale 1995. Aber in den meisten anderen Partien schien es, als würde der Hammeraufschlag Beckers seinem US-amerikanischen Gegner nicht allzu viel ausmachen.

Tatsächlich lassen sich gute Argumente finden, Andre Agassi als den besten Return-Spieler aller Zeiten zu würdigen. Denn der mittlerweile 51-Jährige musste sich neben Becker auch mit Männern wie Pete Sampras oder Goran Ivanisevic herumschlagen - und das auf Belägen, die im Gegensatz zur aktuellen Ära noch wesentliche Unterschiede in Sachen Geschwindigkeit aufwiesen. Die Hand-Auge-Koordination Agassis sei unvergleichlich gut gewesen, merkte Jürgen Melzer anläßlich des letzten runden Geburtstages seines ehemaligen Kontrahenten an.

Agassi und Becker beim Okotoberfest

An Bors Becker biss sich Andre Agassi zunächst aber die Zähne aus, verlor die ersten drei Matches. Das nagte am Ehrgeiz des jungen Andre, der sich daraufhin dem Videostudium seiner Niederlagen widmete, wie er nun in einem Interview verriet. Und siehe da: Agassi fand einen Ansatz, wie er sein Returnspiel gegen Becker auf ein neues Level heben konnte. Denn der dreimalige Wimbledon-Champion aus Leimen gab seinen Gegner einen Hinweis - mit seiner Zunge.

Wenn Becker von der Einstandseite also plante, durch die Mitte oder in den Mann zu servieren, streckte er seine Zungenspitze gerade nach vorne. Bei einem Aufschlag nach außen, zeigte sich die Zungenspitze im Mundwinkel. Als Andre Agassi dies herausfand, hatte er als Rückschläger plötzlich mehrere Trümpfe in der Hand. Die Schwierigkeit hätte aber darin gelegen, seine Vorteile nur in den wirklich entscheidenden Phasen auszuspielen. Denn sonst hätte Becker den Braten vielleicht gerochen.

Einige Jahre nach dem Karriere-Ende habe er Boris Becker beim Oktoberfest in München von seiner Entdeckung erzählt, so Agassi weiter. Und Becker sei fast vom Stuhl gefallen. Denn nach manchen Matches gegen Agassi sei er nach Hause zu seiner Frau gekommen und hätte sich darüber beklagt, dass der Mann aus Las Vegas seine Gedanken lesen könne.

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