Alexander Zverev noch nicht in US-Open-Form
Alexander Zverev kassiert in Montréal einen unerwarteten Dämpfer. Vor den US Open wartet auf den Paris-Sieger noch viel Arbeit.
von SID
zuletzt bearbeitet:
06.08.2026, 19:12 Uhr

Dieses Auftaktmatch in der Hartplatz-Saison, das stellte Alexander Zverev früh fest, lief überhaupt nicht rund. Mit genervter Miene blickte der French-Open-Sieger immer wieder seinen Schlägen hinterher, die diesmal allzu oft ins Aus segelten. Den ersten Satz gegen Tallon Griekspoor rettete Zverev noch irgendwie ins Ziel, doch wenig später musste er ein unerwartetes Zweitrundenaus beim Masters in Montréal analysieren - wobei er kein Blatt vor den Mund nahm.
Er habe zwar damit gerechnet, ein wenig eingerostet zu sein, sagte der Hamburger nach dem 7:6 (7:3), 2:6, 4:6, aber: "Ich hatte nicht erwartet, so schlecht zu spielen." Es war Zverevs erster Auftritt nach dem Finale von Wimbledon Mitte Juli, und seine Leistung war in der Tat um Welten schwächer als damals, als der 29-Jährige dem Branchenführer Jannik Sinner einen heißen Kampf geliefert hatte.
Kein Grund zur Panik
"Wahrscheinlich", befand Zverev, sei es sogar "das schlechteste Spiel der Saison" gewesen. 27 vermeidbare Fehler und ungewohnte Schwächen beim ersten Aufschlag ließen kaum einen anderen Schluss zu. Kein Grund zur Panik, aber gewiss ein herber Dämpfer. Einer, der mit Blick auf die kommenden Aufgaben als Warnschuss gelten darf. Denn schon bald beginnen die US Open in New York (ab 30. August), wo Zverev eine andere Form benötigen wird, um Grand-Slam-Titel Nummer zwei angreifen zu können.
Das Problem: Nach seiner kleineren Pause im Anschluss an Wimbledon hatte Zverev das Turnier in Montréal eigentlich nutzen wollen, um wichtige Matchpraxis auf diesem Weg zu sammeln. Er gehöre definitiv zu den Spielern, sagte er vor Turnierstart, die mehrere Matches bräuchten, um ihre Topform zu erreichen - doch nun wurde er - zumindest im Einzel - vorerst ausgebremst.
Erst in knapp eineinhalb Wochen geht es auf der Tour weiter. Mit dem nächsten Masters. In Cincinnati. Das Turnier, das die Topspieler traditionell als Härtetest vor dem Grand Slam in Flushing Meadows nutzen - und wo auch Zverev unbedingt mehrere Partien bestreiten will. Anders als beim mager besetzten Masters in Montréal dürfte dann auch wieder der Rest der Weltelite aufschlagen - mit einer Ausnahme.
Zverevs Selbstvertrauen ist ungebrochen
Carlos Alcaraz hat aufgrund seiner hartnäckigen Handgelenksverletzung seine Teilnahme abgesagt. Und noch schlimmer: Der spanische Titelverteidiger droht auch, kurz darauf den dritten Grand Slam nacheinander zu verpassen. Was wiederum Zverevs Chancen auf einen weiteren Major-Titel beträchtlich erhöhen würde. Das Selbstvertrauen des Deutschen ist jedenfalls auch nach dem Aus in Kanada ungebrochen.
"Tennis hat nun mal seine Höhen und Tiefen. Ich bin sehr zufrieden damit, wie die letzten Monate gelaufen sind. Jetzt geht es darum, wieder zu dieser Form zurückzufinden", sagte Zverev in Montréal. Dort, wo das Feld nun früh extrem offen ist. Denn Sinner, Alcaraz, Novak Djokovic und der Weltranglistenvierte Félix Auger-Aliassime sind nicht am Start - und neben Zverev erwischte es auch den Weltranglistenachten Taylor Fritz und Daniil Medvedev (Nr. 6) in den ersten Runden.
Hier das Einzel-Tableau in Montreal
