In Montreal ist die Tür mal wieder weit offen!
Nach dem Aus vieler Favoriten wie Alexander Zverev, Taylor Fritz oder Daniil Medvedev könnte es beim ATP-Masters-1000-Turnier in Montreal wieder einen Überraschungssieger geben.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
06.08.2026, 08:20 Uhr

Jüngere Tennisfans werden sich daran erinnern: 2024 konnte Alexei Popyrin einen beinahe sensationellen Sieg beim ATP-Masters-1000-Turnier in Montreal feiern. Popyrin besiegte damals im Endspiel Andrey Rubble glatt in zwei Sätzen, es sollte der größte Karriere-Triumph des Australiers bleiben. Zwei Jahre davor hatte Pablo Carreno Busta in Montreal die Gunst der Stunde genutzt - und im Endspiel Hubert Hurkacz besiegt. Auch für „PCB“ das sportliche Highlight auf der ATP-Tour.
2026 könnte nun immer noch mit der Titelverteidigung von Ben Shelton (an Position 5 gesetzt) enden. Dann wäre die Ordnung gewissermaßen gewahrt. Aber nach den Ergebnissen des gestrigen Mittwochs könnte auch wieder ein Mann am Ende die Siegertrophäe hochhalten, mit dem niemand gerechnet hat. Denn Alexander Zverev (1), Daniil Medvedev (4) und Taylor Fritz (7) haben sich sportlich verabschiedet, Félix Auger-Aliassime (2) konnte erst gar nicht antreten.
Wer könnte also zuschlagen? Außer Shelton hat Jakub Mensik ja in jüngerer Vergangenheit ein Turnier der 1000er-Kategorie gewonnen. Der immer noch junge Tscheche lässt zwar die Konstanz der absoluten Spitzenspieler vermissen, hat in Runde drei mit Terence Atmane aber einen einigermaßen angenehmen Gegner vor der Brust. Wobei Atmane im vergangenen Jahr im Sommer ja sehr gut zurecht gekommen ist. Mensik ist im zweiten Viertel angesiedelt, könnte im Viertelfinale auf Shelton treffen.
De Minaur, Lehecka, Musetti im “besten” Viertel
Ganz oben ist die Tür aber besonders weit offen: Mit Learner Tien (12), Tommy Paul (19) und Matteo Arnaldi (30) stehen nur noch drei Gesetzte im Tableau - und dann spielen Tien und Paul auch noch in Runde drei gegeneinander. Ach, ja: Genau in diesem Viertel hat auch 2024-Champion Popyrin schon zwei Matches gewonnen. Geht da vielleicht was?
Solide aufgestellt ist dagegen das dritte Viertel im 96er-Tableau. Nämlich mit Alex de Minaur (3), Jiri Lehecka (8), Rafael Jodar (20) oder Lorenzo Musetti (11). Da wird wohl einer aus dem erweiterten Favoritenkreis durchkommen.
Ganz unten dagegen herrscht wieder Chaos: Frances Tiafoe (15) gilt hier als Favorit per Papierform, aber das wird Arthur Rinderknech (23) oder Brandon Nakashima (28) herzlich pari sein. Oder schlägt die ganz große Stunde von Yannick Hanfmann, der sich auch in dieser Sektion befindet und heute gegen Nuno Borges ran muss?
An Spannung mangelt es in Montreal 2026 jedenfalls nicht. Auch wenn einige der großen Namen bereits fehlen.
Hier das Einzel-Tableau in Montreal
