Aljaz Bedene spielte einst mit einer Blinddarmentzündung

Aljaz Bedene hat bei Behind The Racquet von einer irren Episode seiner Tenniskarriere erzählt. Aus finanziellen Nöten heraus bestritt er Matches mit einer Blinddarmentzündung.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 10.01.2021, 16:21 Uhr

2012 stieß der Slowene erstmals in die Top-100 der Welt vor. Es ist ein altes Lied: Die Grand Slams sind für Tennisprofis wichtig, selbst mit Niederlagen in der Qualifikation ist ein guter Teil der Saison durchfinanziert. Bei den US Open hat es den heute 31-Jährigen hart erwischt.

"Mein Bauch begann zu schmerzen während einer Regenpause. Ich dachte, ich bin einfach hungrig", erzählt Bedene in einem Beitrag. Nachdem er die Partie gewann, wurden die Schmerzen nur noch schlimmer. Bedene ließ sich untersuchen, weil er nachts nicht schlafen konnte. Die Diagnose: Blinddarmentzündung. "Er sagte mir, ich sollte nicht spielen. Ich wollte nicht wissen, wie die Blinddarmentzündung meinen Körper schaden könnte, weil ich einfach gewinnen musste. Ich musste den Schmerz ignorieren, weil ich das Geld brauchte."

Im dritten Satz im nächsten Match bekam Bedene Krämpfe am ganzen Körper. Später unterstellte man ihm, es sei nur vorgetäuscht. Bedene spielte weiter, hatte sogar Matchball, verlor aber nach einer knappen Entscheidung im Tiebreak. 

"Wir gingen ins Spital, sie sagten mir, ich brauche eine Operation", sagt Bedene. "Hätte ich das Match gewonnen, hätte ich weitergemacht. Ich hatte Glück, dass ich verloren habe. Das hat mir wahrscheinlich das Leben gerettet."

Bedene spielte einst auch schon mit einem Bruch im Handgelenk, er beschreibt sich selbst als Durchbeißer. "Wir haben kein Grundgehalt, nur einige wenige können davon leben. Der Rest muss um jedes Match kämpfen. Auf der Tour bist du auf dich alleine gestellt. Ganz alleine in der Wildnis."

In Slowenien sei Tennis nicht hoch angesehen, sagt Bedene. Er komme aus einfachen Verhältnissen, die Eltern kämpften, um Sponsorenverträge für ihn zu bekommen. "Wenn das Leben einfacher wäre, weiß ich nicht, ob ich Tennis spielen würde, weil die Situation mich so motiviert hat, erfolgreich zu sein", sagt Bedene. "Was gibt es besseres, als mit dem Sport, den du liebst, Geld zu verdienen?"

Bedene ist aktuell die Nummer 58 der Welt. 2018 stand er schon einmal auf Platz 43. Er stand bisher vier Mal im Finale eines ATP-Turniers. Zweimal schlug er einen Top-10-Spieler.

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Sonntag
10.01.2021, 16:40 Uhr
zuletzt bearbeitet: 10.01.2021, 16:21 Uhr