Angelique Kerber - Bitteres Ende der Tennis-Expeditionen zum Golf

Es läuft noch nicht rund für Angelique Kerber und ihren neuen Coach Rainer Schüttler im Tennisjahr 2019. Die nächsten Chancen auf Punkte gibt es bei den großen US-Hartplatz-Turnieren in Indian Wells und Miami.

von Jörg Allmeroth
zuletzt bearbeitet: 21.02.2019, 08:54 Uhr

Auf der Suche nach Lösungen: Rainer Schüttler, Angelique Kerber
© Jürgen Hasenkopf
Rainer Schüttler, Angelique Kerber

Dubai. Angelique Kerber hatte genau mitgezählt. 21 Minuten, das rechnete sie sich später kopfschüttelnd selbst noch einmal präzise vor, 21 Minuten hatte ihr langer, quälender Black-Out in der Auftaktrunde des Tennis-Millionenspiels in Dubai gegen die Slowenin Dalila Jakupovic gedauert. 1:5 war Kerber in jenem Spiel früh ins Hintertreffen geraten, aber sie hatte sich noch einmal energisch aus Not und Bedrängnis befreit, es war eine typische Aufholjagd für die meist unverzagte Kämpferin. 

Aber im Nachhinein war damit schon irgendwie ihre Magie verbraucht bei einem der hochkarätigsten Turniere auf der regulären Tour, tags darauf nämlich erlebte Kerber keinen zähen Stotterstart, sondern ein äußerst garstiges Ende ihrer Bemühungen. Als sie schließlich am späten Mittwochnachmittag mit versteinertem Gesicht vom Nebenplatz Eins der Duty Free Championships wegmarschierte, hatte sie den dritten und letzten Satz der Partie gegen die 33-jährige taiwanesische Veteranin Su-Wie Hsieh zu Null verloren, die berüchtigte Höchststrafe der Branche. 22 Minuten dauerte das Schlusskapitel, wieder ging alles ganz schnell, viel zu schnell jedenfalls für Kerber. Von einem Comeback-Versuch war auf den letzten Metern der 7:5, 4:6, 0:6-Niederlage keine Spur mehr, am Ende schien es, als wolle Kerber die unfreundliche Angelegenheit nur noch so schnell wie möglich hinter sich bringen.

Kerber auf dem falschen Fuß erwischt

Mit dem bitteren Scheitern hatte Kerber sich selbst auf dem falschen Fuß erwischt. Denn in der Woche zuvor, beim WTA-Wettbewerb in Doha, hatte die Kielerin immerhin das Halbfinale erreicht, es war das erste wirklich gute Resultat in einer bisher doch holprigen Saison 2019 gewesen – trotz der Niederlage gegen die spätere Turniersiegerin Elise Mertens. Durchaus beschwingt machte sich die 31-jährige in Dubai danach ans Werk, „ein gutes Gefühl“ habe sie nach „gutem Trainingsprogramm“ und den Matches in Doha. Was aber folgte, war nicht Konstanz auf diesem höheren Niveau, sondern der nächste Dreh und Rückschlag in diesem unwägbaren Jahr - gegen Hsieh, die trickreiche Rivalin, fehlten Kerber die letzte Intensität und die nötige Überzeugung in vielen Ballwechseln.

Da konnte auch der zwei Mal auf den Platz zu Hilfe gerufene Coach Rainer Schüttler nicht viel ausrichten, letztlich vergebens redete der Nordhesse auf seine Chefin ein. Später packte Schüttler genauso frustriert wie Kerber seine Sachen auf der Tribüne zusammen, verschwand über den Hinterausgang des Courts in Richtung des nahe gelegenen Turnierhotels. Steigerungspotenzial haben sie sich beide gelassen, in dieser überraschenden Allianz, die nur wenige Ende 2018 hatten kommen sehen.

Diesmal kein Match gegen Svitolina

Zwei Mal hatte Kerber in einer ihrer Lieblingsstädte auf der Tour zuletzt das Halbfinale erreicht, zwei Mal war sie in der Zeltdach-Arena von Dubai an der späteren Pokalgewinnerin Elina Svitolina gescheitert, doch nun gehörte sie zu jenen aus dem Tennis-Expeditionskorps, die früh die Koffer packen und anderswo ihr Glück versuchen mussten. In Indian Wells und in Miami, bei den großen amerikanischen Frühjahrswettbewerben, brauchen Kerber und Coach Schüttler jetzt Ergebnisse, die die Stimmung aufhellen. Und die dafür sorgen, dass in der Tennis-Hackordnung nicht weiter Boden verloren wird. Nach dem bitteren Australian Open-Abschied im Achtelfinale, gegen die US-Amerikanerin Danielle Collins, kostet auch das rasche Scheitern am Golf wertvolle Punkte. Seit Saisonbeginn rutschte Kerber von Platz 2 in der fortlaufenden Rangliste auf Platz 7 herunter, in der Jahreswertung seit dem 1. Januar liegt sie sogar nur auf Platz 14.

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von Jörg Allmeroth

Donnerstag
21.02.2019, 11:51 Uhr
zuletzt bearbeitet: 21.02.2019, 08:54 Uhr

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