Der (fast) vergessene Wimbledon-Champion

Heute vor 38 Jahren, am 5. Juli 1975, gewann Arthur Ashe als erster Afroamerikaner in Wimbledon.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 05.07.2013, 10:32 Uhr

Von Stefan Leyh

Fünf Tage vor seinem 32. Geburtstag erreichte Arthur Ashe 1975 erstmals das Endspiel von Wimbledon. Sein bis dato bestes Resultat auf dem heiligen Rasen war das Erreichen der Halbfinals 1968 und 1969. Beide Male verweigerte ihm Rod Laver eine Rolle am Finalsonntag. 1975 jedoch kämpfte er Tony Roche in der Vorschlussrunde in fünf Sätzen nieder, nachdem er zuvor im Viertelfinale French-Open-Sieger Björn Borg besiegte.

Ashes Aussichten auf den Titel schienen gering. Fünf Jahre lag sein letzter Major-Sieg zurück. Ihm gegenüber stand Jimmy Connors, der amtierende Wimbledon und US-Open-Champion. Der damals 22-Jährige US-Amerikaner gewann alle seine Matches im Turnier glatt in drei Sätzen und galt als großer Favorit auf den Titel. Doch es sollte anders kommen.

Arthur Ashe schlug Jimmy Connors 6:1, 6:1, 5:7, 6:4

Ashe über seine mentale Konstitution:

„Ich war vollkommen entspannt im Finale, überhaupt nicht nervös. Ich bin bekannt dafür, eine Maske aufzusetzen, ein Pokerface, aber diejenigen, die mich gut kennen, sagten mir, dass sie etwas an mir wahrgenommen haben, das über die übliche Kaltschnäuzigkeit hinausging. Sie sahen eine Gelassenheit, eine Ruhe – und genau so hat es sich da draußen angefühlt.“

Über seine Strategie beim Aufschlag:

„Ein Teil meiner Zuversicht erklärte sich dadurch, dass ich sehr gut wusste, wie ich gegen Connors strategisch vorzugehen hatte. So gut seine Grundschläge auch sind: Er ist besser beim Return als im Rest der Rally. Du musst Tempo opfern, um eine hohe Quote erster Aufschläge reinzuspielen. Du darfst ihm nicht zu viele zweite Aufschläge anbieten. Außerdem habe ich von der Einstandseite den Slice-Aufschlag nach außen auf seine Rückhand gespielt.“

Über seine Spielzüge:

„In der Hauptsache habe ich den Ball zu ihm gespielt. Ich wollte ihm keine Winkel anbieten. Und ich ließ ihn nicht an der Grundlinie verweilen. Selbst auf Rasen ist er von der Grundlinie dreimal besser als am Netz. Also zwang ich ihn, nach vorne zu kommen. Als nächstes drängte ich ihn nach außen, zwang ihn zu einem Volley bei voller Streckung, idealerweise etwas höher, speziell auf der Rückhand. Beidhändern bereitet dieser Schlag Schwierigkeiten.“

„Dann griff ich zu einem Schlag aus dem Repertoire Rod Lavers. Es ist ein flacher Rückhand-Lob, den er gerade so außer Reichweite über deine Rückhand löffelt. Es macht dich verrückt; der Ball rutscht soeben über dich hinweg – und Beidhänder können sich nicht so lang machen. Normalerweise sind meine Lobs zu nichts zu gebrauchen. Häufig vergesse ich sogar, sie überhaupt zu probieren. Gegen Connors aber lobte ich besser als in meinem ganzen Leben.“(Quelle:Sports Illustrated;Foto: YouTube)

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Freitag
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