Challenger: Monteiro besiegt Kamke in Braunschweig

Thiago Monteiro heißt der Champion der diesjährigen Sparkassen Open in Braunschweig. Der an Nummer sechs gesetzte Brasilianer besiegte Lokalmatador Tobias Kamke 7:6(6), 6:1 im Endspiel. Bevor für Monteiro das Finale begann, musste der 25-jährige aus Rio de Janeiro noch sein aufgrund von Regen verschobenes Halbfinale vom Vortag gegen Henri Laaksonen aus der Schweiz gewinnen. Eine Aufgabe, die der mit kräftigen Grundschlägen agierende Monteiro mit 6:4, 6:4 souverän bewältigte.

von Florian Heer
zuletzt bearbeitet: 13.07.2019, 20:23 Uhr

© Florian Heer

Von Florian Heer aus Braunschweig

Auf dem mit 1.700 Zuschauern vollbesetzten Center-Court war der Beginn des Endspiels von einigen Hoch und Tiefs beider Spieler geprägt. Die Akteure verloren je einmal ihren Aufschlag. Drei Satzbälle ließ Kamke bei einsetzendem Regen im folgenden Tie-Break liegen. Monteiro blieb hingegen eiskalt und schnappte sich den ersten Durchgang nach 55 Minuten.

Im Anschluss an eine kurze Unterbrechung fand sich nun der Südamerikaner auf dem inzwischen feuchten Geläuf besser zurecht. Monteiro ließ nichts mehr anbrennen, verwandelte nach einer Stunde und 27 Minuten seinen zweiten Matchball und sank vor Freude auf die rote Asche des Braunschweiger Tennis- und Hockeyclubs.

Rückkehr in Top-100 und Qualifikation für die US-Open

"Ich habe heute richtig gut gespielt und war von Anfang an hochkonzentriert", gab sich der Sieger im Interview zufrieden. "Ich konnte zwei Matches innerhalb eines Tages gewinnen, um am Ende mit dem Titel dazustehen. Ich bin richtig glücklich."

Monteiro krallte sich seinen dritten ATP-Challenger-Titel, den bereits zweiten in dieser Saison. Zur Belohnung nimmt er 9.200 Euro an Preisgeld und 90 ATP-Weltranglistenpunkte aus Niedersachsen mit. Die aktuelle Nummer 113 wird somit am Montag in die Top-100 zurückkehren.

"Das war mein Ziel zu Beginn der Saison", verriet Monteiro. "Es war ein bisher sehr gutes Jahr für mich. Mit dem Erfolg habe ich zudem das Hauptfeld bei den US-Open erreicht. Das ist wirklich fantastisch. Jetzt bleibt noch ein wenig Zeit zum feiern, bevor ich mich wieder auf die anstehenden Aufgaben konzentrieren werde."

Monteiro wird weiter in Europa verweilen und bei den ATP-Tour-Events in Bastad, Hamburg und Kitzbühel an den Start gehen.

Kamke mit ansteigender Form

Für Kamke war es trotz der Niederlage eine positive Woche. Angekommen in Braunschweig ohne einen einzigen Sieg auf Sandplatz in dieser Saison, kann er mit dem Erreichen des Finals durchaus zufrieden sein.

"Ich hatte in den letzten Monaten mit einer Verletzung zu kämpfen gehabt und jetzt hier sechs Matches gespielt. Da will man natürlich am Ende auch das Finale gewinnen", so Kamke, der in Lübeck geboren wurde und in Hamburg lebt und trainiert.

"Das Turnier ist natürlich eine Herzensangelegenheit für mich. Leider habe ich bereits das Finale 2012 gegen Thomaz Bellucci verloren. Allerdings konnte ich in dieser Woche zeigen, dass die Formkurve wieder nach oben zeigt. Ich arbeite täglich im Training daran, das Niveau wieder Woche für Woche abzurufen. Dann mache ich mir auch keine Sorgen, dass die nötigen Resultate folgen werden."

Bolelli und Duran gewinnen Doppeltitel

Der Italiener Simone Bolelli und Guillermo aus Argentinien waren im Doppel erfolgreich. Das Top-gesetzte Duo besiegte im Finale Nathaniel Lammons aus den Vereinigten Staaten und den Kroaten Antonio Sancic mit 6;3, 6;2.

"Wichtig war es am Ende das Match zu gewinnen", erklärte Bolelli im Anschluss an die 57-minütige Partie. "Wir konnten uns über die Woche hinweg steigern und haben heute sehr solide gespielt."

Bolelli nur noch im Doppel aktiv

Für Bolelli, der im Doppel bereits an der Seite von Fabio Fognini die Australian Open gewinnen konnte, war es der erste Turniertriumph seit Dubai 2016 und gleichzeitig der Start in einen neuen Abschnitt in seiner Laufbahn.

"Mit dem diesjährigen Turnier in Wimbledon habe ich meine Einzelkarriere beendet", so die ehemalige Nummer 36 der ATP-Singles-Weltrangliste. "Ich war immer in beiden Disziplinen aktiv. Natürlich lag der Fokus auf dem Einzelwettbewerb, aber nach meiner Operation am Knie habe ich den Sprung zurück nicht mehr richtig geschafft. Somit habe ich beschlossen, mich nun auf das Doppel zu konzentrieren."

Für Bolellis Partner in Braunschweig ist dies bereits seit langem die Devise. Ein einziger Erfolg im Einzel stehen zahlreiche Titel im Paarwettbewerb gegenüber. "Ich habe aufgehört, zu zählen", grinst Duran auf die Frage nach der Anzahl seiner Doppeltrophäen auf der ATP-Challenger-Tour. "Es müssten um die 25 sein", gab die Nummer 74 der Doppelweltrangliste eine Schätzung ab. Knapp daneben. Es war der 24. Erfolg für den Gaucho, der Dritte in dieser Saison.

Turnierdirektor gibt sich zufrieden

"Unser Fazit fällt positiv aus", sagte Turnierdirektor Volker Jäcke am Samstagvormittag im Interview. "Wir haben tolles Tennis gesehen und viele Zuschauer, die bei den Matches dabei waren. Volle Hütte beim Finaltag mit deutscher Beteiligung, das ist mehr als man vorher gedacht hat."

Das prestigeträchtige Turnier feierte in diesem Jahr die bereits 26. Ausgabe und gilt als Miterfinder des "Tennistainments", eine Mischung aus On-Court-Action tagsüber und Show-Acts am Abend. Vier Auszeichnungen als bestes ATP-Challenger-Turnier haben die Veranstalter der Brunswiek Marketing GmbH im Laufe der über zwei Jahrzehnte erhalten.

In diesem Jahr wurde das Gesamtpreisgeld des Events allerdings von 127.000 Euro auf 69.280 Euro reduziert. "Das hatte wirtschaftliche Gründe. Einige Sponsoren sind leider nicht mehr dabeigeblieben", erklärte Jäcke. "Wir sind aber guten Mutes im nächsten Jahr wieder auf die höchste Stufe der ATP-Challenger-Tour aufstocken zu können."

Das Datum hierfür steht bereits fest. Die Tenniscracks werden vom 2. bis 11. Juli 2020 in die Löwenstadt zurückkehren.

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von Florian Heer

Samstag
13.07.2019, 20:09 Uhr
zuletzt bearbeitet: 13.07.2019, 20:23 Uhr