ATP Finals: Alexander Zverev - „Ich freue mich total auf dieses Match“

Nach dem selbstsicheren und souveränen Auftritt im letzten Gruppenspiel der ATP Finals in Turin gegen Hubert Hurkacz geht Alexander Zverev mit breiter Brust und Lust ins Halbfinal-Match gegen Novak Djokovic.

von Stefan Bergmann
zuletzt bearbeitet: 18.11.2021, 21:54 Uhr

© Getty Images
Alexander Zverev geht bei den ATP Finals in Turin mit breiter Brust ins Halbfinale gegen Novak Djokovic

Alexander Zverev hat in den WM-Tagen von Turin schon mal geklagt, wie lang und auszehrend auch diese Tennissaison gewesen ist. Er sprach auch davon, wie sehr er sich auf seinen Urlaub auf den Malediven freue. Doch Sonne, Strand und Palmen müssen noch ein bisschen länger warten: Denn bei den ATP-Finals, dem rauschenden Abschlussturnier des Wanderzirkus, ist Zverev in der heißen Phase am Wochenende noch mittendrin im großen Spiel. Mit einem ungefährdeten 6:2,-6:4-Sieg im dritten Vorrundenmatch über den Polen Hubert Hurkacz sicherte sich der 24-jährige Hamburger am Donnerstagnachmittag selbstsicher zum dritten Mal bei fünf WM-Teilnahmen einen Halbfinalplatz und darf sich am Samstag dem prickelnden Wiedersehen mit Dominator Novak Djokovic stellen, der Nummer eins der Welt. „Das wird natürlich wieder eine Riesenherausforderung. Aber was gibt es Schöneres, als gegen den Topspieler antreten zu können“, sagte Zverev.

An entscheidenden Wegmarken in dieser Spielserie 2021 sind Zverev und Djokovic immer wieder aufeinandergetroffen. Zwei Mal verlor der Deutsche, bei den Australian Open im Januar in Melbourne. Und bei den US Open im Spätsommer in New York, nach einem dramatischen Fünf-Satz-Thriller. Doch auch Zverevs bisher größter Karrieretriumph, der Gewinn der Olympischen Goldmedaille, ist unzertrennlich mit dem Namen Djokovic verbunden – in Tokio riss ihn der DTB-Frontmann im Sommer aus allen Träumen, den Platz ganz oben auf dem Podest besetzen zu können. Vom Selbstvertrauen, den dieser Sieg produziert habe, „zehrt Sascha noch immer. Es hat ihn als Spieler in gewisser Weise verwandelt“, sagt der langjährige Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen. 

„Am Samstag fängt aber alles neu und von vorne an“

Auch den Siegesdruck in diesem letzten WM-Gruppenmatch gegen Saison-Aufsteiger Hurkacz meisterte Zverev relativ souverän und ohne jegliche Zittereinlagen. Der Deutsche musste gewinnen, sonst wäre seine Saison an diesem Donnerstag im Turiner Pala Alpitour bendet gewesen – aber an einen jähen Schlusspunkt war schon früh nicht zu denken. Nach neunzehn Minuten war Zverev bereits nahe dran, den Auftaktsatz bei einer 5:1-Führung zu gewinnen, schließlich dauerte es dann 27 Minuten bis zum 6:2 und dem 1:0-Satzvorsprung. „Mein Spiel war absolut in Ordnung, es gab nicht viel auszusetzen“, sagte Zverev.

Im zweiten Satz machte Zverev die Führung des verbessert aufspielenden Hurkacz regelmäßig wett, bei 3:4 und 0:30 geriet er etwas in die Bredouille, holte sich aber doch ohne dramatische Umstände den 4:4-Ausgleich. Und schlug dann im richtigen Moment mit dem Break zum 5:4 zu, ganz der Mann, der in den entscheidenden Situationen einer Partie das beste Tennis abrufen kann. „Ich konnte in dieser Saison oft zulegen, wenn es nötig war. Das ist schon eine gute Qualität“, sagte Zverev. Mit dem Punkt zum 6:4 war nach 64 Minuten alles vorbei und weiter alles drin für Zverev.

2018, bei seinem WM-Sieg in London, hatte Zverev wie jetzt in Turin das zweite Gruppenspiel verloren und sich trotzdem für die K.O-Phase qualifiziert. Damals folgten rauschhafte Augenblicke am Finalwochenende, erst ein Halbfinalsieg gegen Roger Federer. Dann der Endspielcoup gegen Djokovic. Nun geht es bereits im Halbfinale gegen den „Djoker“, gegen den Zverevs Gesamtbilanz 3:7 lautet. „Am Samstag fängt aber alles neu und von vorne an. Da zählt nicht, was war. Sondern das, was du dann auf den Platz bringst“, sagte Zverev, „ich freue mich total auf das Match.“

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